Was sind "typische" ex DDR Gerichte?

Da ich sehr gerne koche, war ich gestern Abend rezeptmaessig online unterwegs. Dabei bin ich auf "DDR Kueche" gestossen. Verwundert hat mich, dass unter typischen DDR Gerichten Gerichte genannt wurden, die ich schon aus meiner Kindheit in Westdeutschland kannte. Z.B.: Eier in Senfsosse, Bauernfruehstueck, Koenigsberger Klopse, Jaegerschnitzel, etc. 

Ich weiss um den kulinarischen Einfluss von benachbarten/befreundeten Laendern der ehem. DDR, aber was sind typische DDR Gerichte? Habe einmal einen Rotkrautsalat nach DDR Rezept zubereitet, der angeblich auf keiner Feier in der DDR fehlen durfte, aber der hat so gut wie nach garnichts geschmeckt.

"Typisch" fuer DDR Rezepte kann ich mir nur so erklaeren, dass man deutsche Kueche zubereitete, mit "Ersatzzutaten", die, wie im Westen ansonsten evtl. nicht erhaeltlich waren. Lasse mich gerne eines Besseren belehren.

11 Antworten

Bewertung
  • Anonym
    vor 1 Monat

    Sehr gute Frage! Eingelegte Kellertreppen mit Ziegenhaaren und Spargeln.

    • Commenter avatarAnmelden, um etwas auf Antworten zu erwidern
  • vor 2 Monaten

    Typisch DDR und Geschmackssache aber genial einfach. Kartoffeln /Quark/Zwiebel/Kräuter mit Leinöl

    oder Kartoffel /Sauerkraut /Fülling oder Grützwurst ( aber nur mit Buchweizengrütze) Sehr viele Buchweizengerichte in Art der Kaschka.

    Selbstgefangener Fisch und Täubchen.

    Selbstgefütterte Karnickel in Buttermilch gebeizt., nicht zu vergleichen mit den Dicounterratten. Ich persöhnlich auch sackweise Waldpilze aller Art ,die es damals auch noch viel und oft im Wald gab .

    Der Hammerknaller damals und leicht zu bekommen war für mich ein

    Nutriabraten

    der leicht wegen der Pelzzucht anfiel . Es gibt amtlich nichts besseres Vergleichbares. Und für die Ekeltrottel hier. Dieses Tier frisst nur Grünzeug, Kräuter, Zweige und Wasserpflanzen. Das ist sehr edles Fleisch und mit dem zähen Hasen ,Reh oder Wildschweinzeug nicht zu vergleichen. Als fleissiger Schwarzarbeiter und ,,Scharwerker" kam ich da umsonst ran.Wer im Osten wusste was gut war und kochen konnte lebte leicht besser als mancher depperte Discounter-Wessi. was das Essen betrifft.

    • Commenter avatarAnmelden, um etwas auf Antworten zu erwidern
  • vor 4 Monaten

    Das alles sind typisch deutsche Rezepte. Ich bin aus dem Norden und wir haben auch solche Gerichte gekocht.

    Lass bei der Suche mal DDR weg und gib eine Region ein. Rezepte aus Sachsen oder Thüringen z.B.

  • vor 4 Monaten

    Mit Grauen erinnere ich mich an Würzfleisch und Soljanka. Eine weitere Spezialität war der "gemischte Salat" - ohne einen einzigen Bestandteil, der in einen Salat gehört. Statt dessen bekam man eine Rohkostplatte mit rohem geraspeltem Gemüse in saurer Essigtunke.

    Eine edle Dresdner Bar - der Name ist mir entfallen - hatte einen Martini-Cocktail auf der Karte. Absolut ungenießbar: zusammengerührt aus obskurem Gin, süßem, weißen Wermuth und serviert mit einer zuckrigen Cocktailkirsche. Lauwarm und ungenießbar.

  • Wie finden Sie die Antworten? Melden Sie sich an, um über die Antwort abzustimmen.
  • Willy
    Lv 6
    vor 4 Monaten

    Die von Dir genannten Gerichte sind eher aus der osteuropäischen und polnischen Küche.

    Weil schon kurz nach dem Krieg Flüchtlinge aus diesen Regionen nach DE kamen, sind diese Gerichte hier seit etlichen Jahrzehnten bekannt (die Rezepte sind älter als die DDR).

    Es ist nicht so, dass die Küche der DDR für ihre ausgefeilte Kulinarik bekannt war.

    In der DDR gab es eher Mangelwirtschaftsrezepte, so wurde z.B. aus industriell hergestellter Wurst einfach ein Schnitzel gemacht, weitere "Klassiker" sind Falscher Hase, Jägerschnitzel, Würzfleisch (auch Ragout fin), Wurstgulasch, Soljanka.

    Oder das Dessert Kalter Hund, eine Sünde aus Keksen, Kakao und Kokosfett.

    Gute Lebensmittelversorgung gab es damals nur in und um Berlin und dort auch nur für "spezielle" Kunden mit Korruptionspotential (Bückware).

    Gleichzeitig wurden verbilligte / subventionierte Lebensmittel wie z.B. Brot im großen Maßstab als Tierfutter eingesetzt.

    Wer als Geschäftsreisender in der DDR essen ging, kannte das bekannteste Gericht: "Haben wir nicht" oder "ist aus".

    In vielen Gaststätten waren regelmäßig kaum 10 Prozent der "Speisenkarte" auch wirklich erhältlich, was die steifen, unmotivierten "Kellner" aber nie offen sagen durften.

    Korruption, Gier, Misswirtschaft, antisoziales Verhalten und Egoismus nach dem Motto "gibst du mir, gebe ich dir" waren an der Tagesordnung und haben das System letztlich zerstört.

    Daran konnten die Millionenbeträge der Steuerzahler im Westen auch nichts ändern.

    • Commenter avatarAnmelden, um etwas auf Antworten zu erwidern
  • vor 4 Monaten

    musste ich auch erst einmal nachschauen:

    https://eatsmarter.de/rezepte/rezeptsammlungen/ddr...

    Sorry, da kenne ich mich nicht so aus, deswegen der LINK.

  • vor 4 Monaten

    Das es dich verwundert, wundert mich nicht.

    Wo du doch dachtest, hinter dem Stacheldraht begänne die UDSSR, alle sprächen russisch, wären ein bischen plemplem, und liefen in zerschlissenem Zeug. Nun sind 30 Jahre vergangen in denen du erwachsen geworden bist, ohne dass dein Wissen davon profitiert hätte.

    Diese Frage - in ihrer kindischen Art, zeugt doch von immensem geschichtlichem Wissensdefizit.

    Ist sie dir nicht peinlich?

    Dass du als Kind in der Schule nicht gelernt hast, welche Gebiete in Deutschland, lange vor deiner Geburt zu Nord-Ost-Mittel- und WestDEUTSCHLAND gehörten, kann man dir als Kind persönlich nicht anlasten - denke ich, denn wie ich sehe, ist so mancher "Doris" ähnlich mit tiefen schwarzen Löchern in seinem Oberstübchen ausgestattet.

    Ganz im Vertrauen, aber sag´s nicht weiter: Wir Ostdeutschen haben unser Fleisch unter den Sätteln von Redefinger Vollblutpferden wochenlang weichgeritten, deshalb waren bei uns die Rolladen viel zarter als in anderen Teilen Deutschland. Und die Klopse haben wir direkt vom Bauern in Königsberg geholt(war ja nicht so weit)den Senf aus der Senffabrik in Bautzen, und die Eier hatten wir von richtigen deutschen Legehennen(die haben ihre  Eier gleich in der Küche abgegeben)

    Die Rezepte hatten wir von unseren urdeutschen Großmüttern, die das Ziehen von Stacheldrähten in Deutschland nicht mehr miterleben mussten.

    • ...Alle Kommentare anzeigen
    • jossip
      Lv 7
      vor 4 MonatenMelden

      https://www.focus.de/auto/news/care-diesel-medienbericht-behoerden-lassen-sauberen-diesel-nicht-zu_id_11309187.html

    • Commenter avatarAnmelden, um etwas auf Antworten zu erwidern
  • Doris
    Lv 6
    vor 4 Monaten

    es gibt wahrlich Regionen wie z.B. in Südosteuropa, die in der Küche wesentlich kreativer mit dem Mangel umgingen als ausgerechnet die bräsige Ex-DDR.

  • pikas
    Lv 7
    vor 4 Monaten

    Ich denke nicht so viel anders wie im Westen.

    Fremde Einflüsse gab es aber wohl kaum.

    Weiß nicht, ob man Pizza kannte, Gyros oder Chevapcici!

  • Anonym
    vor 4 Monaten

    Weil wir Deutsche sind. Da gab es nur kleine Unterschiede. Spagetti mit panierter Jagdwurst oder angebratener Jagdwurst war im Westen nicht

    bekannt. Jägerschnitzel war im Westen ein Steak, bei uns ein paniertes Jagdwurst-Schnitzel. Kennst du Quarkkeulchen oder Thüringer Klöße? 

Haben Sie noch Fragen? Jetzt beantworten lassen.