Maeve Dragon fragte in Haus & GartenGarten · vor 6 Monaten

Warum sollen Kleingärtner in Deutschland für den Anbau von alten Obst und Gemüsesorten bestraft werden?

9 Antworten

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  • vor 6 Monaten
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    Diese Änderung des Saatgutgesetzes- die nun vorschreibt, dass alte Sorten Obst-Gemüse-Feldfrüchte nicht mehr angebaut, und der Samen nicht mehr vertrieben werden darf, ist eine Errungenschaft der EU. Die Änderung geschach mit einer neuen Richtlinie in 2004, die in Brüssel beschlossen und seither EU-weit in den EU-Ländern angewendet werden muss. Im deutschen Saatgutgesetz (zuletzt geändert durch die Richtlinie 2004/55/EG (ABl. EU Nr. L 114 S. 18) wurde das "PFLICHTBEWUSST" wie der deutsche Michel ist, umgesetzt.

    DAVOR gab es ein eigenes deutsches Saatgutgesetz, welches lediglich 1990 auch in der ehemaligen DDR gültig wurde.

    Ich weiß von Landwirtschaftsbetreibern in Ungarn, dass dort die "EU-Saatgutrichtlinie auch angekommen ist, und ich weiß auch, dass das Pflichtbewusstsein zu tun, was die EU möchte, nicht vorhanden ist. Daher gibt es um den Balaton herum "Europas" beste ALTE Tomatensorten, die schmecken wie ihr Name sagt: Paradisäpfel- paradisisch.

    • Astraea
      Lv 6
      vor 6 MonatenMelden

      Danke für die BA

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  • Willy
    Lv 6
    vor 6 Monaten

    Ein Schelm, wer dabei denkt, da wolle eventuell eine kleine Lobby von Geschmacklos-Obst-Produzenten in Form des Bauernverbandes die Marktchancen ihrer Mitglieder erhöhen und eine wirkliche Vielfalt an Geschmack und Genetik vermeiden.

    www.lobbycontrol.de

    Dabei wäre eine Vielfalt an Genetik gerade heute wichtiger denn je. Mit der Zucht von Einheitssorten gehen viele wertvolle Eigenschaften der "alten Sorten" verloren.

    So können z.B. Apfelallergiker einige alte Apfelsorten problemlos vertragen während moderne Supermarktsorten bei ihnen schwere Beschwerden verursachen würden.

    Gene für guten und intensiven Geschmack, Nährstoffvielfalt, Vitamingehalt, Resistenzen gegen Pilze, Unwetter, Trockenheit, Nährstoffmangel oder Bakterienbefall, alles entschwindet mit alten Sorten unwiederbringlich.

    Ich vermisse meine graue Renette aus der Jugendzeit....lecker ! Im Handel so gut wie nicht zu bekommen - zu empfindliche Schale. Deshalb nicht "schick" genug und auch nicht gut transportfähig.

    Früher in fast jedem Garten zu finden, muss ich heute quer durchs Bundesgebiet fahren um überhaupt welche zu bekommen. Das Gleiche gilt für hunderte weitere wohlschmeckende alte Sorten.

    Statt dessen werden nach Wasser schmeckende Sorten angebaut, die aber eben lagerfähiger, transportgeeigneter und "hübscher" sind. Geschmack und Gesundheit wird im modernen Markt zweitrangig.

    Selbst wenn man dem heimischen Supermarkt eine gute und wohlschmeckende Ernte anbietet, heißt es dann:

    "Ja, die mögen noch so lecker sein aber wenn die sich nicht mindestens X Tage halten und einen ruppigen Transport überstehen, können wir die nicht handeln. Die werden uns ja schlecht und mit Transportspuren auf der Schale sind sie generell schon unverkäuflich." Glyphosat-Großverbraucher bekommen EU-Hilfen und Subventionen während Sortenerhalter kriminalisiert werden.

    Das ist - auf deutsch gesagt - pervers und zeigt die Schwächen unseres Systems "ungezügelter / ungeregelter Kapitalismus" klar auf.

    Statt sie zu bestrafen, müssten solche Sortenerhalter doch viel stärker gefördert und ihr Wissen dokumentiert werden bevor es ausstirbt. Das leuchtet doch eigentlich jedem einigermaßen denkfähigen Menschen ein, warum findet sich dann keine Mehrheit für entsprechende Regelungen? Wir handeln dumm.

    Nur das System "direkte Volksabstimmung" könnte viele solcher Blöd- und Dummentscheidungen revidieren (fällt mir gerade ein). Bei solchen Fragen ist eine absolute Mehrheit und eine Zweidrittelmehrheit denkbar, es regt nur niemand offen an weil andere Probleme vordringlicher erscheinen und die Herrschenden das direkt abstimmende Volk fürchten. Lassen wir das.

    Die 25000 Euro Strafe sind das Höchstmaß. Da wurde mal wieder reißerisch "berichtet".

    Die Sortenanmeldung einer eigenen Sorte für immerhin 200 Euro schützt diese dann 25 - 30 Jahre lang.

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    Um nicht gegen das Gesetz zu verstoßen, könnten Landwirte und Klein-Züchter die verschiedenen Tomaten, Kartoffeln und Grünkohle, die sie züchten und deren Saatgut sie vertreiben, beim Bundessortenamt, einer Einrichtung des Landwirtschaftsministeriums, anmelden; auch als sogenannte Amateursorte etwa. Doch das kostet Geld. Pro Sorte fällt eine Schutzgebühr von 30 Euro an, die es einem erlaubt, mit dem Saatgut einer Sorte zu handeln.

    Zunächst muss sie jedoch überhaupt anerkannt werden. Dafür fallen einmalig 200 Euro pro Sorte an. Dieser Sortenschutz erlischt aber nach 25 oder 30 Jahren, je nach Pflanzenart. Das hat zur Folge, dass die Vielfalt etlicher zugelassener Sorten eingeschränkt ist; wie etwa bei Kartoffeln.

    Die meisten der zugelassenen Sorten ähneln einander sehr: Die deutsche "Leistungskartoffel" etwa ist rund oder rund-oval und hat eine gelbe Farbe. Geschmack spielt bei der Zulassungsprüfung für neue Kartoffel-Sorten hingegen kaum eine Rolle.

    Interesse der Verbraucher an alten Sorten wächst

    Dabei stoßen alte Sorten offenbar auf immer mehr Interessenten:

    Viele Menschen wollen nicht nur Tomaten, Kartoffeln, Grünkohl, Salat oder Paprika historischer Sorten essen, sondern auch selbst im Garten oder auf dem Balkon anbauen.

    Zu kaufen ist solches Obst und Gemüse in Hofläden und auf Landmärkten.

    Die Früchte und ihr Saatgut lassen sich aber auch bei diversen Vereinen beziehen.

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    • Nerestro
      Lv 5
      vor 6 MonatenMelden

      Großartige Antwort, vielen Dank!

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  • vor 6 Monaten

    Das ist alles nur Lobbyismus.

    Ich finde es gut, wenn alte Sorten wieder gezüchtet werden, da diese wesentlich widerstandsfähiger sind, auch wenn sie den EU-Normen nicht entsprechen sollten.

    Wenn ich eine Tomate esse, soll sie auch Geschmack haben und nicht nur wie schnittfestes Wasser schmecken.

    Genauso ist es mit den Gurken, kartoffeln, Äpfel,.Birnen und anderem Obst und Gemüse. .

    Tut mir leid, wenn ich mich wiederhole, doch in der ehemaligen DDR waren wir in dieser Beziehung im privaten Bereich freier, auch wenn wir nicht in westliche Länder reisen durften.

    Solche irrwitzigen Gesetze gab es nicht.

    Wir schimpften zwar auch mitunter über die Bürokratie, doch gegen dieses mächtige Wiehern der Amtschimmel in der Bundesrepublik, war es damals bei uns im privaten Bereich wesentlich moderater, auch wenn das verknöcherte Alt-Bundesbürger nicht gern hören.wollen.

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    • Bingi 7
      Lv 7
      vor 6 MonatenMelden

      bei mir hängt ein SCHILD: "PRIVAT betreten verboten" - an meine Tomaten usw. komme nur ich und wem ich die weiterreiche - ha, gehts noch?

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  • Die Frage habe ich gar nicht gesehen

    Austritt aus der EU wäre äußerst sinnvoll...und ich züchte meine Jostabeeren weiter...wenn die sich schon von alleine aussäen...

    Ich frage mich...warum so viele Kinder und Jugendliche neuerdings keine Äpfel mehr essen dürfen und allergisch drauf reagieren...eben, weil alles genmanipuliert wird und duften tun sich nicht auch wirklich...

    Allerdings sollte man mit diversen Selbstsaaten...siehe Tote durch Zucchini sehr vorsichtig sein. Da sollte es schon ehr gut gekauftes  Saatgut sein. was in die Erde kommt 

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  • Und es wird noch schlimmer kommen.

    Ein Bauer, der künftig kein Monsanto säen will, der muss sogar seinen Hof zumachen.

    Dafür wird die "Bayer-Lobby" schon sorgen. Ganz bestimmt.

    Und da können sich Agrar-Firmen usw. auf den Kopf stellen.

    Von wegen Selbstversorger in Deutschland werden.

    Die Mutter vom Ex meiner Tochter hatte auch diese Fantasien, da sie ja Pferde besitzt und ein Stück Wald:

    Ein Stück vom Wald in Feldlandschaft verwandeln, Pferde für die Pflügerei einsetzen und dann selbst Obst und Gemüse anbauen und vom anderen Stück Feldlandschaft eigenen Weizen usw. anbauen.

    Dann nur noch ein Mahlwerk kaufen, damit sie dann selbst schroten kann und Mehl herstellen kann.

    Gesagt, getan. Ein Haufen Geld, Zeit und Arbeit anfangs investiert - auf EIGENEM Grund und Boden versteht sich.

    So, nun haben die Saat Früchte getragen, sie hat freudig geernetet und hat dann daheim fleissig eingeweckt und Marmeladen gekocht, hat sogar gelernt wie man selbst Mehl herstellt.

    Nun kommt das grosse Problem:

    Die umliegende Nachbarschaft hat sich bei ihr Mehl und Marmeladen und eingelegtes Gemüse besorgt, so dass die Läden leer ausgingen.

    Die bekamen das natürlich spitz, warum das so war und ein Ladenbesitzer rief das Ordnungsamt an.

    Sie kam, sah, schrieb auf und prompt bekam die Gute 5000 Euro Strafe und ein Verbot ihr Angepflanztes an Fremde zu verteilen.

    Von Verkauf war da noch nicht mal die Rede, zumal die Frau auch gar kein Geld dafür verlangte.

    Den Nachbarn hat das Alles so gut geschmeckt und ich nahm auch oftmals Mehl von ihr. Da waren keine Mehlwürmer drin und das Mehl war sogar besser als das aus´m Supermarkt oder Bioladen.

    Die Frau ist da echt noch glimpflich davon gekommen so wie die Kleingärtner in Deutschland auch.

    Die Frau benutzte keine Pestizide usw.

    Ich verfluche Bayer eigentlich schon lange, aber seitdem sie Monsanto aufgekauft haben verfluch ich diesen Konzern jeden Tag.

    Wenn die in der Apotheke mir Medizin von Bayer vorlegen verlange ich nach einer anderen Alternative.

    Von Bayer will ich nix mehr.

    Denn die wollen selbst Bauern nur Saat andrehen, die nicht nachwächst, wenn man sie pflückt, sondern man muss dieses genmanipuliertes Klump dann immer auf´s Neue kaufen.

    Inanna

  • vor 6 Monaten

    da kann man mal wieder sehen:

    die Mafia ist überall, doch ich mach was ich will - sollen die mal kommen - jeder Kleingärtner ist ein BAUER und somit schlauer.

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  • aeneas
    Lv 7
    vor 6 Monaten

    Ich habe den Artikel gelesen und bin entsetzt; während man in anderen Ländern, u.a. in Italien seit ca. 40 Jahren alte Obst- Beeren- und Gemüsesorten wieder nachzuechtet und um deren Erhalt bemüht ist, werden Kleingärtner in Deutschland mit Geldstrafen belegt, wenn sie ihre Familie nicht mit dem genmanipuliertem Zeug umbringen wollen? Unfassbar!

    Da hätte es längst einer Gesetzesänderung bedurft, und zwar zugunsten der Gesundheit der Bürger.

    Nun, es ist zwar nicht das einzige Gesetz, das geändert werden muss aber das einzige, von dem ich nicht für möglich gehalten hätte, dass es existiert. Nicht in Deutschland!

    @Mytilena :eine Geldstrafe von 25.000€ kann man wohl kaum mit "Alles nur Lobbyismus" abtun!!!

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    • aeneas
      Lv 7
      vor 6 MonatenMelden

      Allein das sollte - ohne den Kulturbereicherer-Wahnsin'' einzubeziehen - doch schon Grund genug für ein Volk sein, auf die Barrikaden zu gehen!

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  • Anonym
    vor 6 Monaten

    Zur Zeit wird die ganze deutsche Urbevölkerung bestraft.

    2015 war erst der Anfang, das wird noch besser.

    Und....NICHTS passiert zufällig in der Politik !!!

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  • Anonym
    vor 6 Monaten

    Deutschland ist ein Mitglied der EU. So es soll Obst und Gemuese von Suedlaendern consumieren. Es nennt sich eine Handelsschaffung. Sonst hat ein Mitglied der EU kein Wert mehr.

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