Cicero
Lv 6
Cicero fragte in SportFußballSonstiges - Fußball · vor 7 Jahren

Warum wird gerade um Fußball so ein Gewese gemacht?

Warum nicht um Handball oder Volleyball? Das sind doch auch Mannschaftsballsportarten ;-). Jedenfalls scheint mir nur bei Fußballweltmeisterschaften der Medienrummel so groß zu sein. Und warum ist es genau genommen nur bei den Männerfußballweltmeisterschaften so, nicht aber bei Weltmeisterschaften im Frauenfußball?

15 Antworten

Bewertung
  • avalon
    Lv 7
    vor 7 Jahren
    Beste Antwort

    In der Region, in der ich lebe, ist Handball eigentlich der Renner. Nichtsdestotrotz ist deine Frage mehr als berechtigt. M.E spricht Fußball in weiten Teilen nicht nur Deutschlands, sondern der Welt eine breite Masse an und hat somit Popularität erlangt. Es lässt sich in der Tat leicht nachspielen, auch unter den Ärmsten. Ein Tor und ein Ball sind rasch improvisiert.

    So konnte sich der Fußball in der Beliebtheitsskala etablieren und auch ein bißchen Patriotismus schwappte mit hinein.

    Seine Kommerzialisierung blieb demzufolge auch nicht aus, leider.

    Fußballanhängerschaft geht nebenbei durch alle Schichten, daher müssen Fußballgegner nicht meinen, besonders elitär zu sein, wenn sie diesen Sport nicht mögen. Das implizieren so einige Beiträge, die hier in der letzten Zeit zu lesen waren.

    Suum cuique, geschätzter @cicero;)

    Der Frauenfußball ist-vielleich- noch zu jung, um dieselbe Popularität zu erlangen wie der Herrenfußball(?)..

  • vor 7 Jahren

    Dieser Sport hat eben die meisten Fans. Mit Fußball können sich die Menschen am meisten identifizieren weil viele das sogar schon als Kinder gespielt haben. Und es ist ein allerwelts-Sport

  • vor 7 Jahren

    Weil noch keine Biathlon-Saison ist!

    Weil Fußball in vielen Nationen fasziniert, in Amerika ist es einfach Volley- und Football, in China Tischtennis!

    Weil bei anderen Sportarten selten über 50.000 im Stadion "Tor" schreien!

  • ?
    Lv 7
    vor 7 Jahren

    Weil jedermann Fußball spielt oder mal als Kind gespielt hat. Der Deutsche Fußballbund hat mehr Mitglieder als jeder andere Sportverband auf der Welt.

    Eine WM bringt die besten Spieler und Mannschaften der Welt zusammen - also ist das Interesse aller riesengroß. Die Medien spiegeln das wider.

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  • Jack
    Lv 7
    vor 7 Jahren

    Mal so ein Gedanke dazu...

    Du kennst diese Aussage mit Sicherheit, beim Fußball würde man auch gestandene Männer weinen sehen können. Da schießen mir dann sofort tausende Fragen durch den Kopf. Warum beim Fußball? Warum ist das Weinen so besonders? Warum weinen sie beim Fußball überhaupt?

    Meine Theorie:

    Um Fußball wird so ein Gewese gemacht, weil die aktive und passive Teilnahme an diesem Sport einer der ganz wenigen Orte ist, wo der Mensch seinen Emotionen freien Lauf lassen kann und darf. Dieser Ort bedeutet Freiheit, vor allem emotionale Freiheit.

    Dass es Fußball ist, halte ich dabei für eine völlig willkürliche Erscheinung. Eine Faszination wird wohl darin liegen, dass Fußball in dem Sinne von jedem gespielt werden kann. Du musst nicht besonders groß oder klein sein, der Körperbau ist fast egal, wenn auch für eine professionelle Karriere wichtig. Aber es ist jedem zugänglich und damit ein "Gleichmacher". Hier ist es dieser Sport, in anderen Ländern, Gegenden oder gar Freundeskreisen ist es etwas anderes. Das meine ich mit Willkür.

    Entscheidend ist letztendlich nämlich weniger, was eigentlich passiert. Entscheidend ist, dass das, was passiert, ganz viele Menschen auf Augenhöhe miteinander verbindet. "Wir verstehen uns auch ohne Worte" ist die höchste Adelung, die eine zwischenmenschliche Beziehung erhalten kann. Der Gleichmacher und das Bindeglied Fußball/ Sport schafft eben genau das. Wir erleben das gleiche gemeinsam und das verbindet.

    Die emotionale Komponente ist dabei der wichtigste Punkt. Wir leben heute in einer unheimlich zwanghaften Gesellschaft. Ja, zwanghafter als alles, was vorher kam. Zwanghafter als das düstere und tiefreligiöse Mittelalter, zwanghafter als die biederne viktorianische Ära. Der Druck, der heute auf den Menschen lastet, ist enorm. Die Erwartungshaltungen sind gigantisch, utopisch und mitunter Überbleibsel falsch verstandener Ideale aus Vorzeiten.

    Und dann kommt ein Event wie die Fußball WM. Der Gleichmacher als riesiges Spektakel.

    Nirgends sehe ich sonst solche Emotionen. Nirgends habe ich sonst eine so befreiende Ausgelassenheit gespürt. Es muss sich ja auch keiner dafür schämen, dafür ist es der Gleichmacher.

    Wenn man einen Schritt zurücktritt und es in einem größeren Kontext betrachtet, dann macht es mich persönlich sehr nachdenklich. Was ist das für ein Konstrukt, in dem man lebt, wenn es die rohe Gewalt der menschlichen Emotionalität nur in solchem Kontext zulässt? Wie hoch muss dieser Druck sein, wenn er sich immer in so geballter Form entlädt?

    Und wie steht es mit denen, die das belächeln? Haben sie für sich einen anderen Weg gefunden und können ihre Emotionalität auch so ausleben? Oder ist der Druck der Konventionen, des "Das tut man Aber nicht", so groß, dass sie vor lauter Unterdrückung zynisch und hämisch werden? Der Selbsttest wäre da die Frage, ob derjenige, der die Abneigung empfindet, sich dieses Jahr schon einmal so ausgelassen ungehemmt emotional entladen konnte (egal in welche Richtung), wie die Fans es konnten.

    Und dann ist da noch die Sache mit der Identität. Hat der Deutsche so etwas wie ein gesundes Verhältnis zu seiner Nationalität und in dem Sinne auch zu seiner Identität? Wenn man es mal international vergleicht, dann ist die zumindest in den mir bekannten Sprachen häufigste Formulierung für die Nationalität "Ich bin [STAAT]ler". Ich bin Franzose, ich bin Engländer, ich bin Amerikaner, ich bin Finne. Nur der Deutsche, der sagt lieber "ich komme aus Deutschland". Oder gleich lieber regional "ich bin Pfälzer, ich bin Bayer, ich bin Hesse" in Fremdsprachen dann der Zusatz "das liegt in Deutschland".

    Der Unterschied ist ganz deutlich die Identifikation. Wenn der Franzose sagt, er ist Franzose, dann meint er damit nicht nur, dass er die französische Staatsbürgerschaft besitzt. Nein, er sagt: Ich bin Franzose, ich stelle mein Land dar und mein Land, mit seiner Geschichte, mit seinen Leistungen, seiner Kultur und seinen Werten, stellt mich dar. Aber das geht ja auch noch weiter. Der Staat, in dem ich lebe, gibt mir den Rahmen für mein Leben. Er gibt mir Bildung, er gibt mir Grundlagen (oder bietet es mir zumindest an). Der Staat macht es möglich, dass ich es dorthin bringen kann, wo ich hin will. Sei es nur die Infrastruktur, die Bildung, die Möglichkeit, die Förderung oder ein Gerüst für die Gesellschaft, in der ich mich bewege. Die Kultur prägt mich als Mensch mit meinen Wertvorstellungen, meinen moralischen Standpunkten, meinen Zielen.

    Es klingt ganz banal, weil es für den Deutschen völlig normal ist, den Aspekt der Nationalität weitesgehend auszublenden und ihm jegliche Bedeutung abzusprechen. Mit der Geschichte würde wohl auch kaum jemand anders reagieren. Das ist nichts anderes, als würde ein sehr naher Verwandter plötzlich als Massenmörder vor Gericht stehen und man fragt dich, wer du denn bist. Nennt man da dann einen Familiennamen?

    Nationalität ist einer der fundamentalen Bestandteile der eigenen Identität. Und die WM erlaubt es dann, in einem völlig harmlosen Kontext, diesen Bestandteil auszuleben, zu ihm zu stehen. Die eigene Identität voll auszuschöpfen, in allen Bereichen auch sich selbst zu feiern. Die Verstärkung geschieht also in doppelter Hinsicht. Du hast die emotionale Komponente, die ungehemmt sein darf und völlig freie Entfaltung der eigenen Identität durch den sonst unterdrückten Aspekt der Nationalität und gleichzeitig beeinflusst sich das gegenseitig.

    Gerade wenn man sich das vor Augen hält, also wie viel Unterdrücktes in diesen Ausnahmesituationen entladen werden kann, wundert es mich überhaupt nicht, dass um Fußball so ein "Gewese" gemacht wird.

  • Anonym
    vor 7 Jahren

    Ich gönne jedem seine Fußball-Begeisterung, teile sie aber nicht im Mindesten. ich habe mich schon als Kind nicht für Manschafts- bzw. Massensportarten begeistern können.

    Als Individualist waren meine Sportarten die ich ausübte in der Reihenfolge Geräteturnen, Leichtathletik, Karate, langlauf-Halbmarathon, Fallschirmspringen, auch später als Zivilist.

    Ich kann nicht nachvollziehen was daran interessant sein soll ANDEREN bei einem Mannschaftssport zuzusehen.

    Wenn Sport, dann selber tun statt zusehen.

  • vor 7 Jahren

    Das stimmt so nicht ganz. Es kommt immer darauf an, welche Sportart in Deutschland gerade einen Hype hat.

    Ich erinnere mich noch an die Glanzzeiten von Steffi Graf und Boris Becker, da redete man plötzlich nur noch über Tennis, jeder zwischen 10 und 95 Jahre wollte unbedingt Tennis spielen, und alle Fernsehsender gaben sich mit Tennis-Liveübertragungen von egal wie unbedeutenden Turnieren die Klinke in die Hand. Nach dem Rücktritt der beiden ebbte das dann abrupt wieder ab.

    Das gleiche Spielchen lief im Handball ab nach Deutschlands letztem WM-Titel unter Bundestrainer Heiner Brand, im Biathlon zu aktiven Zeiten von Kati Wilhelm und Magdalena Neuner, etc. etc.

  • Anonym
    vor 7 Jahren

    Es wird wohl auch daran liegen, dass Handball und Volleyball zwangsläufig auf weit kleineren Spielfeldern gespielt, und damit ebenso zwangsläufif in kleinerem Rahmen abläuft. Damit fällt auch diese Menschenmasse rund ums Spielfeld weg, die ja gerade erst diese Stimmung erzeugt.

    Das ist ja auch der Grund, warum svon Sabdra der Frauenbfußball als langweilig empfunden wird. es ist nicht, dass die Damen schlechterenb Fußball spielen, sondern man ist einfach zu einsam im Stadion. und weil bei so wenigen Zuschauern keinme Stimmung aufkommt, kommen noch weniger Zuschauer...

    Schau doch nur, wo einige der Weltmeister noch vor kurzem gespielt haben. in 3., 4. oder noch niedrigerer Klasse. Bestimmt laufen da noch mehr solcher Talente herum, aber wer guckt sich das an, wenn die da aus einem Grandplatz nur vor ihren Familienangehörigen Kicken?

  • Sandra
    Lv 7
    vor 7 Jahren

    Fussball ist einfach wesentlich attraktiver, interessanter, körperbetonter, rasanter, actionreicher usw als andere Sportarten. Es ist eine Achterbahnfahrt an Emotionen und Spannung, da die Spiele oftmals sehr eng sind, mit knappen Ergebnissen, die nicht selten in allerletzter Minute entschieden werden. Hinzu kommen die unterschiedlichen Gegner, die unterschiedlichste Emotionen hervorrufen. Manche Länder mögen uns Deutsche nicht, es gibt immer noch Rivalitäten, die viele Jahrzehnte zurückliegen (zb England, Holland). Das gibt den Spielen nochmal ne extra Portion Pfeffer.

    Handball und Volleyball sind dagegen einfach nur langweilig, Fussball ist eben anders, kampfbetonter, brutaler mitunter, teils laufen da richtige Krimis ab, es ist attraktiver, weil die Spieler viel mehr leisten und können müssen, sie müssen technisch gut sein, Nervenstärke, Willen, Kampfbereitschaft besitzen, die Mischung aus älteren, erfahrenen und jungen spritzigen Spielern, gutem Torwart, Drang zum Tor, stabile Abwehr usw. es sind sehr viele Komponenten

    Frauenfussball ist ein Sport, der den Frauen zwar Spaß macht und ihnen ebenfalls alles abverlangt. Nur ist er halt aufgrund diverster Unterschiede (Kraft, Schnelligkeit, Härte usw) von außen weniger interessant. Er ist nicht so attraktiv und schnell. Männer spielen Fussball aufgrund ihrer Körperlichkeit einfach attraktiver.

    Das soll aber die Leistung der Frauen nicht schmälern. Ich mag Frauenfussball, nur ist er eben nicht attraktiv genug, da die Frauen anders spielen als die Männer. Höchstens Endspiele bei einer Weltmeisterschaft sind da interessant.

  • amin
    Lv 6
    vor 7 Jahren

    Handball und Volleyball sind genau wie Frauenfußball langweilig, deshalb haben sie nicht so viele Fans, deshalb sind fast alle Investoren am Herren-Fußball, deshalb wird darum mehr "Gewese" gemacht, damit mehr Leute die Spiele besuchen, damit mehr Geld in die Kassen fließt und sich die Investitionen lohnen. Langer Satz.

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