Wie nennt man es in der Psychologie wenn Menschen über andere etwas denken auch wenn dass nicht stimmen muss?

Ich habe eine Bekannte die ein sehr guter Mensch ist, aber neulich hat mich eine ihre Aussage ziemlich beunruhigt und zum wundern gebracht. Nämlich, wir haben so miteinander geplaudert und so zum Thema Eltern gekommen. Darauf sagte sie dass ihre Mutter in einem Waisenhaus als Erzieherin arbeitet. Darauf war mein erster Gedanke wie diese Frau ein echt toller und netter Mensch sein muss, aber ich hatte die Möglichkeit nicht dass auch zu sagen, weil weiter anfing zu reden. Sie sagte mir: ''Du kannst dir nicht mal vorstellen wie diese Kinder nur schrecklich sind, aber dass ist ja auch kein Wunder, denn dass ist ja die Genetik! Ihre Eltern sind auch schreckliche Menschen, weil gute Menschen nicht ihre Kindern Verlassen können!'' Diese Aussage von ihr hat mich zum erstaunen gebracht! Es ist schon richtig, dass zum größten Teil diese Menschen die ihre eigene Kindern Verlassen keine gute Menschen sind, aber soll man dann sofort denken dass diese Verlassene Kinder sofort auch schreckliche Menschen sind nur wegen Genetik? Außerdem, ihre Eltern müssen ja nicht sofort schreckliche Menschen sein. Vielleicht könnten sie sich ja nur nicht für ihre Kindern kümmern, vielleicht wegen Krankheit oder Armut. Es gibt ja auch die Möglichkeit, dass die Mutter des Kindes vergewaltigt wurde, und sie ja den Kind nicht Abtreiben konnte (weil sie kein Geld hat) oder wollte (weil sie denkt dass das nicht in Ordnung ist), und sie es so ins Waisenhaus gebracht hat.

Mich würde jetzt mal interessieren:

1. Wie nennt man in der Psychologie wenn Menschen denken, bzw. annehmen dass andere Menschen ''so sind'' obwohl es keine beweise dafür gibt, oder wenn sie diese Menschen nicht genug kennen?

2. Was Ihr alle darüber denkt was mir mit dieser Bekannter von mir geschehen ist?

3. Wie Ihr wohl darauf reagieren würdet?

4. Ob ihr genau so denkt wie sie, und wenn ja wieso dass bei euch so ist?

9 Antworten

Bewertung
  • vor 8 Jahren
    Beste Antwort

    Du schreibst: Deine Mutter arbeitet in einem Waisenhaus. Waise ist man, wenn man keine Eltern mehr hat. Also ist den Kindern sowieso schon ein schreckliches Schicksal widerfahren. Sie sind allein gelassen auf dieser Welt. Die Eltern sind gestorben. Du erzählst von schlechten Genen, das sind dann eher Kinder aus Erziehungsheimen. Da ist schon ein feiner Unterschied.

    Ansonsten ist die Aussage nur auf Vorurteilen aufgebaut. Es gibt immer solche und solche.

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  • vor 8 Jahren

    Ich finde das sehr oberflächlich gedacht! hin und wieder ist sind die Eltern nicht in der Lage ein Kind zu erziehen weil es Ihnen über den Kopf gewachsen ist!

    Und nicht alle Kinder sind bei den Eltern gut untergebracht so das sie es im Heim besser haben! Sie die Verhungerten oder halb zu Tode geprügelten Kinder. Aber deswegen sind die Kinder oder die Eltern nicht alle schlecht. Wer Prügelt ist ohnmächtig die richtige Worte zu finden.

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  • vor 8 Jahren

    1. Das sind die Vorurteile von unwissenden Menschen, die sich wichtig machen wollen. Man kann das auch Narzissmus nennen.

    2. Vielleicht hat deine Bekannte von ihrer Mutter viele nervige Dinge gehört, die ihr mit den Heimkindern passiert sind. Dabei hat die Mutter wohl vergessen zu erwähnen, dass Kinder, die im Heim aufwachsen müssen, gar nicht anders können. Auf die eine oder andere Weise sind die alle etwas gestört, weil im Waisenhaus die erwachsenen Bezugspersonen ständig wechseln.

    Das hat mit den Genen nicht das Geringste zu tun.

    3. Die Eltern sind durchaus nicht allesamt schlechte Menschen und sie geben ihre Kinder meistens nicht freiwillig weg.

    Viele der Kinder haben gar keine Eltern mehr. Wenn jemand mir also erzählen würde, was du von deiner Bekannten gehört hast, dann würde ich ihr sagen, dass man nicht über Leute urteilen soll, die man gar nicht kennt.

    Und man sollte auch niemals die Kinder als "schrecklich" verurteilen, nur weil sie etwas "anders" sind, als andere.

    4. Nein, ich denke nicht wie deine Bekannte. Ich arbeite mit Kindern und habe auch längere Zeit in einem Heim und danach in einem Internat gearbeitet.

    Man muss sich auf die Besonderheiten der alleine gelassenen Kinder einstellen und versuchen, ihnen so viel Zuwendung und gute Erziehung wie möglich zu geben, damit sie einigermaßen zufrieden aufwachsen können.

    Zu behaupten, die Kinder sind einfach nur wegen ihrer schlechten Gene schrecklich, ist eine Frechheit.

    Wenn die Mutter deiner Bekannten so etwas von sich gibt, (und nur von ihr kann deine Bekannte diesen Müll ja haben) sollte Mama besser ihre Arbeit aufgeben. Die Kinder sind schon benachteiligt genug.

    Da braucht keiner von denen auch noch jemanden, der sich nicht für sie einsetzen will, weil "sie ja sowieso schlechte Gene haben".

    Das denke ich darüber.

    Und außerdem machen mich solche Vorurteile sauer!

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  • vor 8 Jahren

    1. Das nennt man "Voreingenommenheit"

    2. Das weiß ich nicht.

    3. Ich würde selbstbewusster werden und das ganze nafechten.

    4. Kann ich nicht sagen, da ich noch nie in eine solche Situation geraten bin.

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  • vor 8 Jahren

    simpel einfach fantasien - was andere, ueber andere fantasien - kann mir als tiefer denkenden nicht ganz gleich sein -aber auch nicht zu ueberbewertet - mehr eine feststellung das, das gemacht wird normalerweise.

    erst nachtraeglich gelesen - da sah ich dein beitrags-durcheinander - so kommst du kaum zu einer vernuentiger loesung

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  • Anonym
    vor 8 Jahren

    1. was Du meinst ist Vorverurteilung, meist aus Unkenntnis oder Dummheit heraus in Bezug auf die Kenntnis der Sachlage.

    2. Du solltest einfach zur Kenntnis nehmen, das jeder Mensch viele Facetten hat, und dass niemand nur gut oder nur böse ist.Allein die Tatsache dass hier von schrecklichen Eltern die Rede ist, zeigt deutlich dass Du aber auch Deine Bekannte zu einem Schubladendenken neigt.

    3. Gegen Dummheit kämpfen selbst Götter vergebens wie schon Schiller sagte. Ich würde sie vielleicht einmal fragen woher sie ihre Kenntnisse bezieht und sie freundlich darauf hinweisen, dass es zu dieser Sache mittlerweile fundierte Erkenntnisse gibt, die belegen dass jeder Mensch ein Produkt seiner sozialen Strukturen ist. Das hat mit schrecklich oder Genetik überhaupt nichts zu tun, sondern mit gewissen Verhaltensmustern die von Generation zu Generation weitergegeben werden.Es gibt anständige Literatur zu diesem Thema, aber es ist auch so,wie schon Bonhoeffer sagte, jeder ist für seine Dummheit selbst verantwortlich.Wenn es sie interessiert, kann sie sich dazu bilden. Kann Dir aber aus eigener Erfahrung sagen, die wenigsten Menschen haben ein Interesse daran, sondern beharren auf ihren starren Ansichten. Wozu sich also an ihr aufreiben. Musst es halt einfach so hinnehmen.

    4. Ich denke nicht genauso sondern schließe mich meinen Ausführugen an.

    Es hat nichts mit der Genetik zu tun, sondern mit dem was einem an sozialen Strukturen vorgelebt wird.

    Hieraus bilden sich Verhaltensmuster und Strukturen, die man ein Leben lang beibehält.

    Die Eltern dieser Kinder haben wahrscheinlich entweder selbst ein unbeständiges Leben mit Widrigkeiten und Schwierigkeiten in welcher Form auch immer kennengelernt und die erlernten Verhaltensmuster benutzt und somit natürlich auch weitergegeben.

    Es kann natürlich im Leben selbst auch zu Umbrüchen und Umständen kommen, die dazu führen dass man der Verantwortung selbst nicht mehr gerecht werden kann, selbst wenn man ein Elternhaus hatte in dem alles in Ordnung war. Dazu muss man einfach sagen, dass jeder Mensch einfach irgendwann an die Grenze seiner Kraft geraten kann, und dass es dann ja auch zum Besten für das Kind ist, wenn eine konsequente Entscheidung getroffen wird, die dem Wohle des Kindes dient, auch wenn sie denn schmerzlich für alle Beteiligten ist.

    Das Unterscheiden in Gut und Böse dient nur dem Fördern von Vorurteilen. Das Verstehen von der Psycholigie des Menschen und dem Zusammenhängen von sozialen Strukturen bringt einen in dieser Sache viel weiter.

    Letztendlich bleibt auch ein Mensch der in den Augen der andern Fehler macht immer noch ein Mensch. Die Empfindung gut oder böse hat mit der eigenen inneren Definition dessen zu tun. Und selbst bei Menschen mit guten beständigen Verhaltensmustern haben sich schon Stürme des Lebens eingestellt, die zu mancher Fehlentscheidung geführt haben. So ist niemand perfekt.

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  • Anonym
    vor 8 Jahren

    Zu 1. Vorurteile

    Zu 2. Ihr habt darüber lange diskutiert

    Zu 3: Ich wäre befremdet, entäuscht und würde darüber diskutieren

    Zu 4: ich denke nicht wie sie. ABER: Es ist auch nicht ganz O.K von mir hier so zu antworten, denn mit meiner Antwort "urteile" ich auch irgendwie über sie.

    Weißt Du was ich meine?

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  • reGnau
    Lv 7
    vor 8 Jahren

    Naja, das was Du vorwiegend wissen willst, würde ich mit einem Begriff aus der Pädagogik umschreiben. Zumindest bei Deiner 1. Frage: Es gibt den Erzieherischen Pessimismus, dem die Aussage deiner Freundin durchweg zuzuordnen wäre.

    Allerdings kann diese Annahme auch dem erzieherischen Realismus entsprechen, nämlich DANN, wenn die Annahmen sich bestätigen.

    Ansonsten gibts noch den Erzieherischen Optimismus, der besagt, dass man aus jedem Menschen alles das machen kann, was man machen möchte.

    In der Psychologie spricht man allerdings grundlegend von Vorurteilen.

    Zu 2. Was mit Deiner Bekannten passiert ist? Warum? Weil sie so negativ denkt?

    Ich vermute folgendes: Da ihre Mutter in einem "Kinderheim" (man sagt heutzutage nicht mehr Waisenhaus, weil die meisten Kinder und Jugendlichen die in solchen Heimen leben lediglich dort als Übergangslösung für ein familiäres Problem "abgeliefert" werden) arbeitet, und das schon seit Jahren, wird sie hier und da wohl oft genug die Gelegenheit gehabt haben, einen Einblick zu bekommen darüber, wie das mit den Kids läuft. Andererseits muss ich ehrlich sagen: Ich hab auch schon Einblick in die Arbeit in einem solchen Kinderheim bekommen und muss ehrlich sagen, dass ich es leider als sehr, sehr lieblose und kühl und wenig menschliche Wärme ausstrahlende Einrichtung sehe und finde, dass kein einziges Kind und auch kein einziger Jugendlicher es verdient hat, in einer solchen Einrichtung leben zu müssen.

    Zu 3. Ich wäre schon etwas brüskiert, wenn ich das mal so ehrlich formulieren darf, denn kein Mensch hat sich selbst gemacht und ich finde, dass die Kinder was anderes verdient haben, als in einer Einrichtung für Kinder und Jugendliche zu Hause sein zu müssen und ihnen wird dann womöglich auch noch der Besuch bei den Eltern gestrichen, weil eventuell die Eltern dem ablehnend gegenüber stehen, oder halt die Kinder kurz vorher was ausgefressen haben...

    Ganz ehrlich: Ich finde, dass sich um jedes Kind in einer solchen Einrichtung auch seelisch entsprechend gekümmert gehört.

    Zu 4. Ich denke ganz, ganz anders. Womöglich weil ich erfahren habe, dass es besser ist, positiv zu denken und sich daraus, dass man mal nen Nackenschlag bekommt nicht allzuviel zu machen. Ganz im Gegenteil: Nackenschläge gehören grundsätzlich zum Leben, aber man sollte eventuell auch aus solchen Dingen was positives ziehen.

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  • vor 8 Jahren

    würde auch zu "vorurteile" tendieren.

    aber: so herzlos das mit der genetik klingt, etwas ist leider wirklich dran...kinder stammen nunmal von ihren eltern ab und erben nicht selten bestimmte charakterzüge.

    ABER: durch eine verwahrloste erziehung und/oder spätere abgabe ans kinderheim kommen diese kinder ja auch nicht in die lage, etwas liebevolles beim grosswerden zu erleben...ergo werden dadurch negative charaktereigenschaften (die eigentlich jeder hat) eher bestärkt.

    es gibt aber auch genug beispiele für menschen, die zwar in ungeordneten verhältnissen gross wurden, jedoch soviel vernunft und verstand besaßen, ihren weg zu finden.

    sicherlich hat es dich getroffen, deine als vernünftig eingeschätzt verwandte plötzlich etwas oberflächlich zu sehen, aber andererseits ist sie auch nur ein mensch und sicherlich den permanenten, etwas einseitigen erzählungen ihrer mutter ausgesetzt.

    wenn man selbst nichts weiss, quatscht man gern was nach, was man gehört hat, geht mir auch so, obwohl ich es nicht gut finde.

    mfg flexagon

    nachtrag: wenn das hier einer liest, der mir "daumen runter" gegeben hat, dann bitte ich um eine pm oder nachricht wegen dem thema...mich interessiert das selbst und ich würde das gern ausdiskutieren, weil ich früher selbst anders dachte und mir nun nicht recht schlüssig bin, weil ich ähnliche sachen in meiner verwandtschaft beobachte.

    mfg flexagon

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