Ist eigentlich jeder Mensch auf eine gewisse Art käuflich?

Kommt es hierbei einfach nur auf den entsprechenden "Preis" an, oder womit hängt es Eurer Meinung nach sonst noch zusammen bzw wovon ab..??

Wie ist das mit Euch und Euren Prinzipien denn so, seid Ihr käuflich?

Update:

mit Preis meinte ich nicht unbedingt nur Geld.. es können auch ganz andere Dinge sein

zB wenn Du mir einen Ausweis fälscht, beorge ich Dir dafür das und das.. oder mache was..

Update 2:

und zum Thema Überzeugung:

also mich könnte man schon durch bestimmte Dinge von etwas überzeugen, was sonst generell so jetzt wahrscheinlich ohne diesen "Preis" nicht möglich wäre :-)

und zu Prinzipien: ändern diese sich nicht auch genauso wie wir.. wie alles im Leben.. und einfach je nach Situation oder den Umständen entsprechend??

Update 3:

@Oo0l0oO: guter Witz.. die würdest Du wenn schon dafür bezahlen müssen ;-)

22 Antworten

Bewertung
  • vor 9 Jahren
    Beste Antwort

    Auf gewisse Weise schon, ja. Ich bin "käuflich", aber nicht für alles und nicht für jeden Preis.

    Bei der normalen Arbeit fängt es ja schon an, so gesehen. Ich mache nichts aus meiner Sicht verwerfliches, dies könnte ich auf Dauer nicht mit mir vereinbaren, aber so für umsonst würde ich diese Arbeit auch nicht machen. Da könnte ich mir sicherlich "bessere" Sachen vorstellen. Also bin ich da schon mal gekauft.

    Davon abgesehen bin ich dann sicherlich noch für vieles anderes zu haben, bis zu einer bestimmten Grenze eben, ab der eine Tätigkeit mir "falsch" erscheint. Ab da wird es im Grunde erst interessant, wenn etwas aus der eigenen Sicht falsch ist. Ab da wird es richtig teuer, vorallem für einen selbst. Ab da bezahlt man nämlich mit Teilen von einem selbst, opfert eigene Werte und innere Anteile für irgendeinen "Preis" von anderen, den man dann bekommt.

    Für mich ist dies (heute) schon zu teuer, denn der Preis den man bekommt wird niemals diesen Verlust ausgleichen können. Eigene "Dinge" sind viel wertvoller als fremde. Dies gilt für materielle Dinge, mit denen man etwas persönliches verbindet und ebenso für innere Werte, mit denen man auch verbunden ist. Wer würde z.B. ein altes Erinnerungsphoto für ein paar Cent verkaufen, die vielleicht das Fotopapier wert sind? Niemand. Ebenso vorsichtig sollte man sein, wenn man etwas tun soll, was man als falsch ansieht. Man kann objektiv einen fairen Handel ausmachen, der reale Preis für einen selbst wird aber ein anderer sein.

    Ich habe früher auch Dinge gemacht, die ich heute als falsch ansehe. Damals war mir ziemlich egal, was ich "bezahlen"/machen musste, mir ging es nur um den Preis von anderen, den ich bekam. Es war kein Geld, nein, es waren nichtmal materielle Dinge. Es waren Aufmerksamkeit, Anerkennung, Zugehörigkeit und "Schutz", nach denen ich gierte. Ganz schön viel Blödsinn habe ich dafür gemacht, hab' eigene Werte dafür geopfert. Ich habe auch einen anderen gemobbt, es war mir egal, und ich habe die Schwächen der anderen ausgenutzt. Ich war recht erfolgreich, konnte auch perfekt die Fehler und "Dummheiten" von anderen aufspüren um sie dann zu nutzen, um andere schlecht zu machen. Aber glücklich wurde ich dadurch nie...

    Ich war nicht zufrieden, deshalb habe ich dann wohl angefangen, langsam mich selbst zu ändern. Seitdem ist so viel passiert in mir, so unglaublich viel, ich bin ein anderer Mensch. Nein, ich bin immer noch der selbe, meine Vergangenheit gehört zu mir und ich nehme sie an. Es tut mir Leid, ich bereue es, andererseits wusste ich es damals aber wohl auch nicht besser. Und was passiert ist, ist passiert, ich kann es eh nicht ändern, ich kann es aber nutzen, um daraus zu lernen.

    "und zu Prinzipien:" Sicher können die sich ändern. Auch Umstände und Situationen ändern sich, die ganze Welt ändert sich. Ich selbst habe da aber ein "Versprechen" mit mir. Durch meine Erfahrungen habe ich mir versprochen, dass ich mich nie (mehr) für andere/fremde ändern oder verbiegen will. Ich will mich nur ändern, wenn ich selbst von dieser Änderung überzeugt bin und sie selbst als "richtig" oder "besser" ansehe.

    Würde ich meine Prinzipien für andere ändern, für einen bestimmten Preis, wäre ich verlogen. Sollte ich jemals (wieder) mich selbst über meine Grenzen hinaus verkaufen, so hoffe ich, dass mich irgendetwas an meine jetzige Einstellung erinnert. Möglicherweise Clever ;). Sonst soll ich verflucht sein. "Ich gehe meinen Weg, wohin er auch führt." Dies sage ich mir öfter selbst. Ich habe kein Ziel, aber ich gehe bewusst, deshalb ist es die richtige Richtung. Auf fremden Pfaden möchte ich nicht wandeln.

    Ich danke dir für die Frage, sie hat mir selbst wieder einiges deutlich gemacht.

    Viele Grüße,

    Nerestro

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  • vor 9 Jahren

    Jeder ist käuflich, nur zu welchem Preis? Das ist die Frage.

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  • vor 9 Jahren

    Materieller Kauf - Preis ist an sich eine praktische Größe ohne klaren seelischen Wert.

    Mentaler Kauf - Preis ist eine weit überhöhte fiktive Größe, die den emotionalen Wert mißachtet.

    Da die Menschen zu irrSinn neigen, kaufen und verkaufen sie mittels der Atomindustrie die gesunde Zukunft der folgenden Generation. Also herrscht offensichtlich die Tendenz alles kaufen zu wollen.

    Aber zu welchen "Preis" ? Und wer hat ihn wie zu zahlen ?

    Der Preis des Lebens ist das Fühlen, das Loslassen und das Verwandeln.

    Den wir alle zahlen.

    Doch wer will mir da was abkaufen und wozu ?

    Ich verkaufe mich nicht. Aber ich schenke gern meine Aufmerksamkeit.

    Ich nehme Geld für meine Leistung, aber muß ich das fordern ?

    Ich freue mich über Rückmeldungen, aber wie teuer sind die ?

    Ich liebe den authentisch direkten Austausch - und gebe bereitwillig meinen Teil dazu.

    Ich mag keinen indirekten Kuhhandel, bei dem getäuscht und betrogen wird.

    LG Jo

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  • vor 9 Jahren

    Es kommt auf die Intention an,

    auf die Absicht,die dahinter steht-

    das Wofür-

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  • Anonym
    vor 9 Jahren

    Ich bin davon überzeugt, dass jeder und jede käuflich ist.

    Allerdings nicht zwingendermassen für alles. Es gibt Handlungen, die mir von den grundlegendsten Prinzipien und Maximen meiner Weltanschauung verboten sind. Würde ich diese Regeln brechen, würde ich indirekt auch mich selbst "brechen", ich würde mich selbst also täuschen oder verleugnen. Ich glaube kaum, dass ich so etwas ertragen könnte.

    Es gibt aber durchaus Dinge, die ich im "Normalzustand" nie tun würde, zu denen ich mich aber für einen hohen Geldbetrag hinreissen lassen würde. Das gebe ich auch ganz offen zu. In gewissen Hinsichten bin ich bestimmt käuflich. Aber eben nicht in allen.

    @ Klabesch:

    Wie gesagt halte ich diese These für viel zu allgemein formuliert.

    Falls du nicht einig gehst mit mir, hier ein Beispiel:

    Nenne mir einen fiktiven, materiellen Preis, zu dem du bereit wärst, dein eigenes Kind zu töten.

    Bitte weiche der Frage nicht aus. Ich bin mir des moralischen Sprengstoffs durchaus bewusst, doch wir müssen ja etwas "Extremes" nehmen, um die These zu überprüfen. Da du nun glaubst, alle Menschen seien käuflich und es komme nur auf den Preis an, impliziert dies, dass AUCH DU völlig käuflich bist und dass es auch bei dir bloss auf den Preis drauf an kommt. Also hier ein einmaliges Angebot von mir: Du erhälst 150 Millionen Euro und bringst dafür dein eigenes Kind um. Würdest du das tun? Wenn nein, welchen Preis schlägst du vor? Welchen Preis würdest du verlangen, würde der Deal stattdessen lauten, dass du dein Kind vor der Ermordung auch noch foltern musst? Würdest du das tun? Gäbe es tatsächlich einen materiellen Betrag, bei dem du willens wärst, eine derartige Tat auszuführen? Und glaubst du, du könntest später mit deiner Entscheidung leben?

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  • Anonym
    vor 9 Jahren

    Nein. Nur wagen die meisten Menschen nicht authentisch zu sein. Denn die Größe eines Menschen wird heute anders bestimmt als zu Sokrates Zeiten.

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  • vladi
    Lv 4
    vor 9 Jahren

    Eindeutig JA !

    Es ist nur eine Höhe des Preises.

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  • vor 9 Jahren

    Ja.

    A: Gehen wir ins Stadion?

    B: Nein!!!

    A: Hey - ein leckeres Würstchen und ein Bier im Stadion genießen?

    B: ok

    Irgendwie ist man immer zu ködern. Aber nicht für alles.

    Sofern es meinen Maximen nicht widerspricht, kann ich gekauft werden.

    Wenn man sich die Nazizeit anschaut, da haben bestimmt viele hinterher gedacht, dass sie (verraten und) verkauft wurden.

    Wenn man Menschen ein X für ein U vormacht kann so etwas passieren.

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  • vor 9 Jahren

    Hallo,

    käuflich hört sich niedrig an, aber auf Kompromisse, die geschlossen werden, geht der Mensch ein, wenn sie begründet sind.Ein Arbeitgeber, der keinen Spielraum hat in seinen finanziellen Möglichkeiten wird einen Kompromiss vorschlagen, um seine Arbeiter zu behalten.

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  • Lannus
    Lv 7
    vor 9 Jahren

    Es gibt verschiedene Ebenen der Käuflichkeit und welche meinst du nun genauer?

    Allgemein ist jeder Mensch käuflich, zumal jeder irgendwie seine Brötchen verdienen muß.

    Aber ich bin nicht käuflich, wenn es gegen meine Prinzipien des Lebens verstößt.

    Auch bekommt mich keine Frau gegen Geld ins Bett, wenn ich sie nicht anziehend empfinde.

    Manche würden ja schon für paar Euro ihren Nachbarn, Bekannten oder sogar Freunde oder nur aus Rache verraten und verkaufen.

    Anmerkung:

    Die "Verlockung" ist meist die Ursache für die Käuflichkeit. Wer einmal eine Gradwanderung begangen hat, die dann auch noch gut ging, der wird sich auch weiter hinaus wagen und seinen ungestillten Durst befriedigen wollen.

    Quelle(n): Gruß Lannus
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