cica fragte in Unterhaltung & MusikMusikKlassik · vor 10 Jahren

Die klassische Musik wird nicht mehr geschätzt?

So meine Lieben, ich bin von meinen Altersgenossen ziemlich enttäucht! Und auch von vielen anderen, die sehr herablassend über die schöne klassische Musik reden! Ich bin 21 und schon als kleines Mädchen habe ich die klassische Musik geschätzt! Chopin, Liszt, Mozart, Bach,Boccherini usw. sind Künstler die man kennen sollte, doch wieso wird das heut zu tage nicht mehr so geachtet? Ok, ich höre eigentlich auch alle anderen Musikgenren, doch wenn ich mal klassische Musik auflege heißt es nur "was ist den das für ein Mist? Mach mal was richtiges auf!"

Bitte teilt mir eure Ansichten. Ist klassische Musik so langweilig so altmodisch, dass es nur wenige es hören möchten? Und wenn möglich auch von Altersgenossen, was denkt ihr darüber? Klassische Musik ist doch der ursprung und KUNST!

10 Antworten

Bewertung
  • Tokki
    Lv 6
    vor 10 Jahren
    Beste Antwort

    Die klassische Musik ist nicht der Ursprung, das sind die Volkslieder. Noch Brahms mahnte an, daß sich unbedingt jeder Musiker damit befassen müsse, um immer lebendige Anregung zu haben. Die Klassik selbst ist spezialisierte Musik, in die sich die meisten erst einhören müssen. Genausowenig, wie man von allein Goethes Faust zur Lektüre hervornimmt, wenn man nicht herangeführt wird, sondern lieber Comics, Mangas und Billigromane, wird man quasi von selbst Klassik hören (Ausnahmen gibt es immer, war selbst eine). Und in dem Maße, wie versäumt wird, mit den Kindern zu singen, sie Musik erleben, selbst machen und sich erarbeiten zu lassen, schwindet das Verständnis für die Klassik. Und Klassik war früher nicht einfach Pop, das ist die Rückprojektion heutiger Verhältnisse in damalige Zeiten; zu Mozarts Zeiten war Pop das, was auf den Jahrmärkten gespielt wurde, oder auch eingängige Tanzlieder. Wenn man sich vor Augen hält, welche Herrscher damals alles selbst musizierten (Herzog Ernst v. Sachsen-Weimar, Kaiserin Maria-Theresia, Friedrich der Große... ), möchte man die heutigen Politiker lieber nicht nach eigener Musikausübung fragen. Da das Volk sich "nach oben" orientierte, war es allgemein üblich, wann immer es ging Kinder Musik lernen zu lassen, wenigstens im Chor, besser noch mit Instrument. Heute ist Eltern und Kindern (aber die können ja nicht so viel dafür) eher wichtig, die neuesten mp3-player, i-phones und andere Technik zu haben, das Star-Getue im TV erledigt den Rest. Konsumverwöhnten Kindern, die nur noch auf Knöpfe zu drücken gewohnt sind, ist nicht mehr unbedingt zu vermitteln, daß die langwierige Zeit des Übens irgendeinen Sinn oder Wert hat.

  • Viele sind sogar zu blöd um zu merken, dass sie mit der klassischen Musik täglich konfrontiert werden.

    (z.B. in Filmen o.ä.)

  • vor 10 Jahren

    Da geb ich dir absolut recht! Mir geht es genauso! Im Gegensatz zu dem Gedudel was wir heute immer zu hören kriegen (nichts gegen ihn, aber zum Beispiel Justin Bieber oder dieser ganze stimmverzerrte Kram!) Das hat mit Kunst nichts mehr zu tun, ganz im Gegensatz zur Klassik!

    Ich höre fast ausschließlich Klassik, denn von dem Schrott was heutzutage gespielt wird tun einem echt die Ohren weh!

    Für mich persönlich ist Bach ein riesiges Vorbild! Ich liebe seine sakrale Musik *-*

  • Anonym
    vor 10 Jahren

    Das ist schon seit Jahrzehnten so, dass die zu der Zeit populäre Musik mehr gemocht wird als die sog. klassische. Das war zu meiner Schulzeit so und auch zu der meiner Eltern vor einem guten halben Jahrhundert.

    Geschmack ist Gewöhnungssache - sind die Synapsen erstmal entsprechend programmiert, fällt der Zugang leichter. Da unsere Musiklehrerin oft (und laut) Vivaldi & Co. vorgespielt hat, kam mindestens eine Klassenkameradin auch auf den Geschmack.

    Musik muss auch zu Stimmung/Situation passen. Wenn ich Geburtstag feiere, lege ich bestimmt nicht die 3. Sinfonie von Gorecki auf. Allerdings verusachte das Abspielen von Händel-Werken während eines Frühstücks mit 15 Oberschülern eine ganz besondere und angenehme Atmosphäre.

    Auf klassische Musik muss man sich meist (viel) mehr einlassen als auf Pop, der viel leichter zu verdauen ist bzw. gar nicht verdaut werden muss.

    In der klassischen Musik findest du viel mehr und tiefere Variationen der Parameter der musikalischen Gestaltung, was für mich den größten Unterschied ausmacht.

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  • Anonym
    vor 10 Jahren

    Bei der Klassik ist es so wie bei Rock oder Pop: Mir gefällt einiges, aber nicht alles.

    Allerdings bin ich schon 47 und die Musik, die heute oft läuft (Rap etc.) mag ich überhaupt nicht.

    Viele Leute haben nur Interesse an einzelnen klassischen Stücken. Darum ist Bachs Toccata and Fugue in D moll so bekannt, das andere aber nicht so. Oder von Smetana kennen die meisten Leute nur die Moldau. Den meisten der "mittleren Generation" gefällt das - wie es mit den ganz Jungen ist, weiß ich nicht.

  • Anonym
    vor 10 Jahren

    Von mir wird sie schon geschätzt, und zwar schon seit meiner Jugendzeit. Ich weiß was mich anspricht, ich weiß was mich bewegt, und deshalb höre ich mir an was mir gefällt und nicht was gerade in Mode ist.

    In diesem Sinne summe ich gleich: "Eine kleine Nachtmusik" da es bei Euch schon 3:30 Uhr in der Früh ist.

    Gute Nacht.

    Quelle(n): ich hier drueben, ganz weit weg.
  • Bonif
    Lv 6
    vor 10 Jahren

    Ja, das ist auch meine Ansicht. Ich bin zwar nicht mehr in jugendlichem Alter, aber gerade deshalb vermisse ich klassische Musik bei den Rundfunksendern. Man muss immer auf CDs zurückgreifen, um richtig gute Klassik zu hören.

    Aber es ist ja tröstlich zu erfahren, dass sich auch noch Jugendliche daran erfreuen können, wenn es wohl auch recht wenige sein werden.

  • vor 10 Jahren

    Es gefällt mir nicht alles, aber doch einiges.

    Mein Lieblingsstück ist Le Cygne

  • Jerry
    Lv 7
    vor 10 Jahren

    Als die von dir geschätzten Musikstile, ob nun Klassik oder Romantik, entstanden, waren sie auch nichts anderes als das, was du heute kritisierst, ein scheinbarer Abklatsch früherer, als größer angesehener Werke, die Musik der jungen Generation; neumodischer Firlefanz.

    Und während die Alten bemängelten, daß die Jugend nur noch diesen modernen Mist hören will, haben sich die jungen Menschen so gut es ging von Vorgängerepochen wie dem Barock distanziert (während dessen seinerzeit auch nichts anderes als das erwähnte passiert ist).

    "was ist den das für ein Mist? Mach mal was richtiges auf!" - Ein Ausspruch, den ich mir mühelos in jedem beliebigen Jahrhundert vorstellen kann.

  • Anonym
    vor 10 Jahren

    Weil das so perfektionierenden Stil hat. übrigens auch die heutige Pop Musik aus dem Puter bedient sich diesem Mittel, so richtig liegst du dann auch nicht. das ist Mathematik, keine Kunst.

    Ich persönlich mag eher geniale Improvisation.

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