tom035m fragte in Schule & BildungHochschule · vor 10 Jahren

Werden akademische Grade neuerdings nur "vorläufig" verliehen?

Angesichts der gerade in Österreich laufenden Diskussion betreffend die Dissertation des ehemaligen Wissenschaftsministers Hahn stellt sich mir diese Frage.

Denn wenn eine vor Jahrzehnten (1987) verfasste und approbierte Dissertation nun wegen Plagiatsvorwürfen geprüft wird, was eine Aberkennung zur Folge haben könnte, lebt jeder Akademiker mit dem Risiko, dass irgendwann behauptet wird, dass der Inhalt zu einem signifikanten Teil nicht vom Autor stammt. Demzufolge wäre JEDER akademische Grad, dem eine approbierte wissenschaftliche Arbeit zu Grunde liegt, nur "vorläufig".

Und wie verhält sich das dann mit Arbeiten, die bereits vor 50 oder 100 Jahren approbiert wurden?

Und wie sieht es mit der Verantwortung jener aus, die solche Arbeiten approbieren?

5 Antworten

Bewertung
  • kurt j
    Lv 7
    vor 10 Jahren
    Beste Antwort

    Wenn diese dissertation nach dem einreichen ordentlich gelesen und kontrolliert würde dann könnte so etwas wie mit den " Plagiaten" nicht passieren und es würde dann auch auf grund einer faulen dissertation kein titel mehr verliehen werden,

  • vor 10 Jahren

    Eine "erschwindelte" Dissertation bleibt auch nach vielen Jahren noch erschwindelt. Es geht ja dabei darum seine wissenschaftliche Reife nachzuweisen. Wenn jemand beim Abitur (Matura) geschummelt hat oder wenn es gekauft wurde (was auch schon passiert ist) wird auch dies rückwirkend aberkannt.

  • vor 10 Jahren

    meist ist es doch so, dass die Leute, die gesteigerten Wert auf ihren Titel legen, eigentlich diejenigen sind, die sich auch darüber definieren. Ich habe viele promovierte Leute kennengelernt, die überhaupt keinen Wert auf die Nennung des Titels legen. Das waren fast ausschließlich diejenigen, die von sich aus Kompetenz ausgestrahlt haben. Also bei den Ärzten ist es ja so, dass man auch als nicht promovierter Mediziner mit Dr. angesprochen und angeredet wird - und das ist auch gut so.

  • carla
    Lv 6
    vor 10 Jahren

    Die österreichischen Verhältnisse kenne ich nciht ausreichend genau; meines Wissens ist dort der Doktor ein Name von eigener formaljuritsischer Art - das wäre eien großer Unterschied gegenüber Deutschland.

    @ Profess0...

    1. Arbeiten von 50 und mehr Jahren sind weder für die Gesellschaft noch für den Verfasser von Interesse mehr.- Das sehe ich anders, manche werden sogar nachgedruckt.

    2. Wenn man ordentlich arbeitet, sich umfassend über das Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit informiert ---- sehe ich auch so

    und der Betreuer richtig liest --- seh ich nicht so. und berät, dann kann so etwas nicht passieren. --- Denn man kann von keinem Betreuer erwarten, dass er jedes Plagiat beim Lesen auf Anhieb erkennt.

    3. Die Verantwortung müßte mehr kontrolliert werden --- Das wäre gut.

    "Denn wenn eine vor Jahrzehnten (1987) verfasste und approbierte Dissertation nun wegen Plagiatsvorwürfen geprüft wird, ... lebt jeder Akademiker mit dem Risiko, dass irgendwann behauptet wird, dass der Inhalt zu einem signifikanten Teil nicht vom Autor stammt. Demzufolge wäre JEDER akademische Grad, dem eine approbierte wissenschaftliche Arbeit zu Grunde liegt, nur "vorläufig". --- Die Schlußweise halte ich für unlogisch, sie ist mir nicht verständlich. (Und was hat das mit dem Akademiker-Begriff zu tun?) Das Risiko solcher Behauptungen gibt es immer, es ist unvermeidlich. Jeder Verbrecher läuft Gefahr, irgendwann einmal gefasst zu werden - allerdings gibt es in vielen Fällen eine Verjährung.

    "Und wie verhält sich das dann mit Arbeiten, die bereits vor 50 oder 100 Jahren approbiert wurden?" Wenn der Träger des Grades tot ist, ist es Bedeuteungslos; lebt er, siehe oben. Was den Inhalt der Arbeit betrifft, so können auch ohne Plagiat Arbeiten später überholt sein, an Bedeutung verlieren, sich als Irrtum herausstellen.

    "Und wie sieht es mit der Verantwortung jener aus, die solche Arbeiten approbieren?" Meiner Meinung nach kann man von keinem Betreuer erwarten, dass er alle Tageszeitungen zum Thema kennt. Hier muss es Grenzen geben, die aber nicht klar zu ziehen sind.

  • Wie finden Sie die Antworten? Melden Sie sich an, um über die Antwort abzustimmen.
  • vor 10 Jahren

    1. Arbeiten von 50 und mehr Jahren sind weder für die Gesellschaft noch für den Verfasser von Interesse mehr.

    2. Wenn man ordentlich arbeitet, sich umfassend über das Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit informiert und der Betreuer richtig liest und berät, dann kann so etwas nicht passieren. Ergo sind die Titel nicht vorläufig.

    3. Die Verantwortung müßte mehr kontrolliert werden, denn die meisten Arbeiten werden von den Asisstenten und nicht vom Prof. gelesen. Aber wer soll das tun?

Haben Sie noch Fragen? Jetzt beantworten lassen.