Wenn ein Kind (2J) sexuell mißbraucht wurde.. wie wahrscheinlich ist es dann..?

.. daß der/diejenige sich später dahin entwickelt, selber zu einer Art "Kinderschänder" zu werden, bzw seine Sexualität speziell auf Kindesmißhandlung ausrichtet -ohne dies selber überhaupt als `schlimm oder unnormal` zu empfinden... bzw falls es plötzlich zu einer Konfrontation (Gesetz, Freunde) deswegen kommt, selber erschrocken zu sein und garnicht genau zu wissen warum das so ist.. ???

Ist so etwas vielleicht sogar ein typischer Werdegang solcher mißhandelten Opfer - dann selber ohne es zu merken andere Kinder (wie einst selbst gewesen) zum Opfer zu machen (und wenn auch nur symbolisch durch pure Lust, Geilheit und Befriedigung durch so eine Art von Videos) ??

11 Antworten

Bewertung
  • vor 9 Jahren
    Beste Antwort

    Sehr wahrscheinlich und aus Sicht der Betroffenen völlig normal.

    Allerdings gibt es Ausnahmen.

    Das hängt damit zusammen, wie klar damals das Opfer sich geschworen hat, so etwas nie wieder zu erleben und deshalb aktiv, vorbeugend und bewußt sich gegen diese Entwicklung stellt und dabei von seinem Umfeld unterstützt wird.

    So wie Du es ansprichst, ist ein Entgegenwirken des ehemaligen Opfers ausgeschlossen und die Entwicklung zum Täter nur noch vom Einwirken des Umfeldes und der sich bietenden Gelegenheit abhängig.

    Hier wird Vorbeugung wichtig.

    Das bedeutet, das ehemalige Opfer braucht Achtung, Anteilnahme und Beistand, wenn es darum geht sich an seine traumatischen Erlebnisse zu erinnern. Wird ihm bewußt, wie sehr er damals darunter gelitten hat und erlebt er, das sein Umfeld ihn mental wie emotional versteht und annimmt, dann braucht er nicht zum Täter zu werden und das Weitergeben der verletzenden Erlebnisse wird überflüssig.

    Ist doch der Vorgang, andere Menschen in ähnliche Situationen zu bringen, damit sie einen verstehen lernen, so das man nicht mehr mit dem angestauten Leid in Einsamkeit versinkt, ein völlig normales Verhalten, das weltweit in allen Schattierungen vorhanden ist.

    @Udo - deine ausgeprägte Ignoranz ist erschreckend. Nichts wird gelöscht und wenn Du nicht mehr weißt, das Du als Kind mehr Bewußtsein hattest als heute ist das traurig. Hierzu würde ich Dir empfehlen, Veröffentlichungen von Susanne Hühn wahrzunehmen oder den Kurs "dein inneres Kind" im Odenwald Institut mit Rainer Scheunemann und Heide Böhlendorf mitzumachen.

    Das wäre für Dich sicherlich ein hilfreiches Erlebnis für erweiterte Wahrnehmung und Mitgefühl.

    LG Jo.

  • vor 9 Jahren

    @Udo: Da wird nichts gelöscht, GAR NICHTS.

    Nur weil du es nicht bewusst weisst, heißt das nicht, dass es deine Psyche nicht schädigte...

  • Trulla
    Lv 5
    vor 9 Jahren

    "Aus Opfern werden Täter" ist ein gängiger Satz in dieser Problematik.

    Ich habe hier einen Text über den Gewaltzirkel gefunden:

    http://www.diepold.de/barbara/gewaltzirkel.pdf

    "Etwa 30 % ehemals mißhandelter Menschen geben die erlittene

    Gewalt an andere weiter, ca. 70 % haben andere Möglichkeiten der

    Verarbeitung gefunden."

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  • vor 9 Jahren

    Das Unterbewusstsein speichert alles ab, was jemals passiert. Da das Unbewusste viel länger existiert als das Bewusste, sind sogar "Erinnerungen" vorhanden, die vor der Geburt erlebt wurden wie z. B. Musik, welche die Mutter gehört hat.

    Ein missbrauchtes Kind wird sich bewusst nicht erinnern, aber das Unterbewusstsein ist bei allen unseren Handlungen und Gedanken beteiligt - ob wir das wahrhaben wollen oder nicht.

    Es kommt allerdings auch immer darauf an, wer das Kind missbraucht.

    Wenn es sich um eine Person handelt, die/der nur sehr selten anwesend ist, sodass keine großartigen Emotionen mit ihr/ihm verbunden werden, verkraftet das Kind einen Missbrauch eher, als wenn es der eigene Vater ist, den das Kind heiß und innig liebt.

    Im ersten Fall wird der missbrauch unter schlechter, später vermeidbarer Erfahrung verarbeitet und verbucht.

    Wenn eine geliebte Vertrauensperson das Kind missbraucht, dann ist das Entsetzen des Kindes fast ein kleiner, seelischer Tod!

    Und das kann schwere Nachwirkungen und auch Auswirkungen haben, weil das missbrauchte Kind ja weiterhin Kontakt mit diesem Menschen haben muss.

    Und Kinder haben ein "unerschütterliches" Urvertrauen in ihre Eltern. Wer das missbraucht und erschüttert, legt einen Grundstein für viele spätere seelische Probleme.

    Und manchmal sind diese Störungen so, dass der erwachsene Mensch selber zum Täter wird, ohne wirklich zu wissen, warum das so ist.

  • vor 9 Jahren

    Hallo,

    ich glaube nicht daran, sondern die Verarbeitung eines Missbrauchs wird durch die Gesellschaft sehr oft erheblich gestört. Wenn es heißt, aus Opfern werden Täter, heißt es für mich, dass immer wieder versucht wird, aus den Opfern noch ein wenig Selbstschuld heraus zu pressen. Wie oft wurden Vergewaltigungsopfer so hingestellt, als wären sie aufreizend erschienen, um den Täter zu ermutigen. Ich denke, dass diese oder ähnliche Varianten innerhalb des Lebensraums die Opfer noch zusätzlich schädigen. Anwälte stellen sich für den Schutz der Täter zur Verfügung, was absolut nicht gerade als ein Trost oder Gerechtigkeit im Kopf eines Opfers aufgefasst werden kann. Der Umkehreffekt, der hier stattfindet hinterlässt wohl Spuren in einer Seele, die sie nicht verarbeiten kann.

    Ein zweijähriges Kind, wird es eher verdrängen können, weil es noch nicht versteht, was mit ihm geschah.

  • im unterbewußtsein bleibt etwas vorhanden, was durch gewisse situationen hervorgerufen wird-bei nem kind ist dies NICHT anders als bei nem erwachsenen..

    die these dass ca 30% der im kindesalter misshandelten ebenfalls zu derartigen ausbrüchen neigen ist ÜBERHOLT--wenn man hier infos schreibt dann sollte man sich mal GENAUER erkundigen...

    es wurde festgestellt das es diesbezüglich KEINE verbindung gibt!

    der Grund warum manche auf sowas stehen ist bisweilen NOCH unbekannt, es wird teilweise als fetisch angesehen, teilweise als psychische krankheit, bzw. als stehenbleiben auf einer gewissen reifestufe...

  • vor 9 Jahren

    Nein !!! Aber im Unterbewußtsein bleibt etwas und das kann Beziehungsmäßig problematisch werden

    Quelle(n): Erfahrung
  • Anonym
    vor 9 Jahren

    Ich denke, wenn jmd. dies tut, dann um seine "Macht" wiederzuerlangen oder seine "Machtlosigkeit" aufzuheben. Generell denke ich jedoch, dass vergewaltgigte Menschen so tief gedemütigt sind, dass sie nicht genug Selbstbewusstsein aufbauen können, um sich gegen andere zu Wehr zu setzen.

    In manchen indischen Völkern glaubt man, dass ein Vergewaltiger in seinem nächsten Leben selbst Opfer einer Vergewaltigung werden wird.

  • vor 5 Jahren

    Nicht zwingend. Es hängt immer davon ab, wie Jemand diese Erfahrungen verarbeitet, und ob die Missbrauchten den Missbrauch verdrängen, sich ihn gerade reden, als nicht so schlimm verbuchen, und sich selbst mit den Tätermotiven, Gedanken, Introjekten anfreunden.

    Das kann nur durch spezielle Trauma-Therapien vernünftig bearbeitet werden. Es hängt auch von der Persönlichkeit und dem weiteren Erfahrungsleben des Kindes ab, was irgendwann einmal aus ihm werden kann. Das steht in vielen Dingen offen.

    Natürlich hinterlässt eine solche Erfahrung auch bei einem ganz jungen Kind Spuren, je nachdem, wie weit seine individuelle Person da schon entfaltet wurde. Das ist kein fester Zeitpunkt wie bei Jedem die 2,5-4 Jahre.

    Das wichtigste ist es, diese Erfahrung nicht einfach zu übergehen, denn auch der Umgang der Familie damit kann psycho-interaktiv wirken und Unsicherheiten auslösen.

    Die Idee, dass Missbrauchte sich automatisch irgendwann zu Tätern entwickeln sollen, ist leider undifferenzierter Blödsinn, der vermutlich aus den Unterwasser-Niveau-Medien kommt.

    Im Idealfall verarbeiten Opfer ihre Erfahrungen, auch in Psychotherapie so, dass sie das himmelschreiende Unrecht nicht verdrängen, und keine Täter-Introjekte über ihre Psyche dominieren lassen. Es ist eine Entscheidung von tiefgreifender Entschlossenheit. Jeder hat die Wahl, diese Kette zu sprengen!

    So, wie auch die Täter diese Wahl haben, denen ist es nur scheißegal, weil sie Kinder anscheinend wie Objekte sehen, und ihnen der Mensch drin scheißegal ist.

    Näher informieren kannst Du Dich gerne auf den Seiten von NetzwerkB, noch besser ist es aber, Dich bei Stellen kundig zu machen, die speziell über Missbrauch bei Kleinkindern beraten.

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