Für wie Dumm halten die uns eigentlich ?

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sieht trotz des Konjunkturaufschwungs keinen Spielraum für Lohnerhöhungen.

gelesen heute in Börsen-News

Update 2:

@allw. Müllhalde - gebe dir 100 pro Recht.

Doch ist das ein willkommenes Fressen für unsere Politiker in die gleiche Kerbe zu hauen mit der Begründung, die Arbeitslosenzahlen sinken.

Lohnforderungen von über 2 % ist derzeit utopisch, doch wenigstens 2 % sollten drinnen sein. Wie soll ein Aufschwung kommen wenn dem Bürger nach Abzug der Abgaben immer weniger Geld zur Verfügung steht?

Update 3:

@Kapaun - wow, gutes Argument.

doch der Aufschwung ist auch schnell wieder vorbei wenn der Verbraucher immer weniger Netto-Einkommen hat.

Ein Umdenken auf allen Seiten (Politik, Unternehmer, Verbraucher) wäre wünschenswert.

Update 4:

@Kapaun - wo soll der Inlandkonsum denn her kommen? Die Nettolöhne liegen derzeit auf dem Stand von 1994-98, doch die Abgaben und Lebenshaltungskosten gingen nach oben.

15 Antworten

Bewertung
  • Tifi
    Lv 7
    vor 9 Jahren
    Beste Antwort

    Für sehr dumm.

    Solang, wie der Export funktioniert, Gewinn gemacht, ist den Konzernen die Binnennachfrage egal.

    Arbeiter brauchen doch nur das (Über) Lebensnotwendige.

    Zurück zu der Wirtschaft:

    Steuern zahlen von dem ach so schwer erwirtschafteten Kapital- (Geld ist eigentlich nichts weiter als ein Tauschmittel für angehäufte Arbeitsleistung) Banane. Das wird oft an der Börse verzockt oder in Steueroasen gebunkert.

    Aber trotzdem von der Infrastruktur profitieren, ja, das tun sie.

    Sozialpartnerschaft ist ein Märchen, damit niemand mal auf die Idee kommt, aus politischen Gründen zu streiken .

    Ich gebe den Kritikern der Gewerkschaften hier mal teilweise Recht !

    Eine Interessensgemeinschaft ist nur so stark wie die Anzahl der aktiven Mitglieder. Alle freuen sich in der Firma auf Lohnerhöhung, aber der Organisationsgrad ist eher lau.

  • vitale
    Lv 5
    vor 9 Jahren

    wie schon @ kapaun bemerkt, zitat: "Erst später, wenn die Löhne nachziehen, kommt der Inlandskonsum dazu. Das wird aus diesmal nicht anders sein." zitat ende.

    also was wir jetz brauchen sind arbeitsplätze und löhnerhöhungen. und kein dummen geschwafel von denen die uns ausbeuten und nur an ihren profit denken

    wie immer werden wir dafür kämpfen müssen und dazu brauchen wir starke gewerkschaften!

  • Anonym
    vor 9 Jahren

    Tja, Tarifverhandlungen sind ein schwieriges Thema.

    Um so höher die Tarifabschlüsse um so höher letztlich die Inflationsrate und um so blöder für diejenigen, die an den Tarifabschlüssen nicht oder nur bedingt teilhaben können, z.B. die Arbeitslosen, Rentner, Alleinstehenden, kleinere Selbstständige ( das sind nicht alles Millionäre ) und die Studenten, die eben nicht komplett von Mutti und Papi ausgehalten werden können.

    Das ist zwar keine hundertprozentige Antwort auf Deine Frage, aber trotzdem ein kleiner Punkt zur Beachtung wie auch die mikro-/ makroökonomische Thematik.

    Eine Konsequenz der Tariferhöhung ist Rationalisierung ( Rausschmiss oder Zeitarbeit ), effizientere Produktionsgestaltung ( noch mehr Stress ). Das nennt man Produktionskostensenkung. Eine weitere Möglichkeit ist die Erhöhung der Produktion ( mehr Ressourcenverbrauch ).

    Die oft gehörte Meinung, von mir als sehr populistisch eingestuft, man kann doch die Gehälter der Bosse kürzen, hilft auch nicht sehr viel. Nehmen wir Siemens als Beispiel. Die Vorstandsgehälter lagen für das Jahr 2009 bei satten 41.660.000,00 Euro. Bekommen die Vorstände nur die Hälfte und der andere Teil geht an die Belegschaft, macht das bei 400000 Mitarbeitern gerade mal 4,34€ im Monat. Nur blöd dass man dann keine vernünftigen Vorstände mehr bekommt und der Mitarbeiter bekommt dafür mal gerade zwei Nahverkehrstickets für Berlin. Kann er gleich für die Fahrt zum Arbeitsamt benutzen.

    Was mich an diesen ewigen Tarifverhandlungen, an den Arbeitgebern und an den Arbeitnehmervertretern stört ist die Tatsache, dass die Zukunftsvision fehlt. Wir können nicht auf Teufel komm raus mehr produzieren. Die Ressourcen sind endlich. Wir müssen Wege finden, wie eine Wirtschaft ohne Wachstumszwang funktionieren kann. Und das ist keine theoretische Frage die beantwortet werden muss, sondern eine existenzielle Frage. Denn spätestens unsere Kinder haben ein richtig dickes Problem am Hals, wenn sie um jedes Gramm Phosphor und Lithium kämpfen müssen, da ja die Chinesen, Inder, Brasilianer,,, ach die ganze Menschheit auf unser globalen Schätze angewiesen sind. Ich habe keine Antwort auf diese Fragen, weiß aber, dass es eine Reihe von Menschen gibt, die sich damit beschäftigen. Die haben auch noch keine richtige Antwort, das beunruhigt mich etwas. Aber stressig finde ich es, dass die Gewerkschaften und Unternehmerverbände nur an das Hier und Jetzt denken. Und dazu zählt auch das Klein Klein der Tarifverhandlungen.

  • RHR
    Lv 7
    vor 9 Jahren

    Hallo

    das hat vielleicht weniger mit Dummheit als mit mentaler Unterbeschäftigung zu tun.

    Niemand von uns kann so alt sein, als dass er nicht Zeit seines Lebens jedes Jahr vor den Tarifverhandlungen die übliche Rethorik der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite gehört hat.

    Als Nächstes kommt die wütende Retoure der Gewerkschaften, dann beginnen die Tarifverhandlungen, die Gewerkschaften forden irgend etwas zwischen 6-9 %, die Arbeitgeber bieten eine Nullrunde an, dann sind die Verhandlungen festgefahren, dann gibt es eine Urabstimmung, Warnstreik, Streik, dann wird ein abgetakelter Expolitiker als Schlichter ausgegraben, dann gibt es noch ein paar Verhandlungen (von denen die letzte gewöhnlich bis in die frühen Morgenstunden dauert) und dann einigt man sich genau in der Mitte.

    Die Arbeitgeber erklären anschliessend, dass sie bis zum Äussersten gegangen sind, die Gewerkschaften, dass sie Kröten haben schlucken müssen, rechnen den Mitgliedern das Ganze aber schön und dann gehen alle wieder arbeiten.

    Bis zum nächsten Jahr.

    Mit diesem Beitrag könnten wir doch die Tarifrunde 2010/2011 als abgeschlossen abhaken und uns den nächsten Themen zuwenden, oder?

    Gruß

    Ronald

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  • vor 9 Jahren

    @stahl36: Wir sind Schuld, weil wir zu viele ausländische Ware kaufen???

    Dein Argument kann wohl nicht stimmen, weil wir als 0,08 Mrd.-Volk neben dem 1,3 Mrd.-Volk China als Export-Weltmeister gelten.

    Das Problem ist vielmehr das Gegenteil - was z.B. der Grund für die problematische Situation innerhalb der EU ist: Deutschland hat es aufgrund der Exportindurstrie einerseits und als Dumpinglohnzahler andererseits den anderen EU-Staaten nahezu unmöglich gemacht, eigene Produkte umzusetzen (selbst der griechische Schafskäse wird heute in D produziert), was nicht nur zur massiven Verschuldung in Griechenland, usw. führte, sondern auch dazu, dass die deutschen Billiglöhner nun auch noch für diese Schulden aufkommen sollen - doppelt blöd!

    Es fehlt in den meisten Diskussionen leider oft auch das Wissen um solche Zusammenhänge, etwa dass das Thema der rechtlosen Billiglohn- und Leiharbeit-Menschen auch noch zu sozialen Spannungen und riesigen gesellschaftlichen Kosten führt, etwa im Gesundheitssystem. Die Leute in D werden nicht mehr älter - im Gegenteil. Das Thema soll aber für das steigende Renteneintrittsalter von 65 auf 67 Jahre herhalten (in Frankreich steigt es derzeit von 60 auf 62 !!! - Vive la France! - die lassen sich nicht alles gefallen, obwohl deren Wirtschaft wesentlich schwächer als die deutsche ist). Die Zahlen der Statistiken, aus denen uns dies suggeriert wird, stammen aus Sterbelisten von Menschen aus den 70er und 80er Jahren, als die Gewerkschaften und Arbeitnehmer-Rechte noch funktionierten, es keine Leiharbeit gab, und die Gesellschaft als Ganzes (Unterschied zwischen Oben und Unten) noch nicht so krass - und krank war.

  • Kapaun
    Lv 7
    vor 9 Jahren

    Seufz... Vergleiche mal die Konjunkturzyklen und die durchschnittlichen Lohnerhöhungen der betreffenden Jahre. Wann ziehen die Löhne an? Richtig, immer nachdem der aufsteigende Ast mindestens zur Hälfte genommen ist. Warum? Ganz klar: Wenn der Aufschwung erst begonnen hat, gibt es in der Tat keinen Spielraum. Die Unternehmen haben gerade eine Krise hinter sich und müssen sich zunächst konsolidieren. Das ist auch der Grund, weshalb der Höhepunkt der Insolvenzen IMMER erst nach der eigentlichen Krise liegt, wenn es eigentlich schon wieder aufwärts geht.

    Danke, nicht der Rede wert, ist sogar umsonst. War ja keine Nachhilfestunde, sondern nur ein kleiner Tipp...

    P.S.: Nun ja, das Nettoeinkommen von unselbständig Beschäftigten ist in den letzten 20 Jahren immerhin noch um etwa 30% gestiegen - was angesicht der Schwierigkeit dieser Jahre gar nicht schlecht ist. Abgesehen davon hat der Inlandskonsum in Deutschland mit der Frühphase eines Aufschwungs ohnehin nichts zu tun (und hatte es auch noch nie). Der Aufschwung in Deutschland beginnt immer mit dem Export der Investitionsgüterindustrie. Erst später, wenn die Löhne nachziehen, kommt der Inlandskonsum dazu. Das wird aus diesmal nicht anders sein.

    P.P.S.: Da verwechselst du einiges. Die Nettoeinkommen sind in den letzten 20 Jahren wie gesagt um 30% gestiegen - die realen Nettoeinkommen (nach Abzug der Inflation, Abgabensteigerungen etc.) liegen bei etwa plusminus Null. Beleg:

    http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/d...

    Den Leuten geht es also faktisch genausogut wie 1990 (auf dem Höhepunkt eines satten und langen Aufschwungs), und das unmittelbar nach der schärfsten Krise, die wir im Nachkriegsdeutschland je hatten.

    Für die Frage des Inlandskonsums ist das aber gar nicht so wichtig. Dafür ist wichtig, dass das Realeinkommen steigt und die Leute mehr in der Tasche haben - was wie besprochen regelmäßig in einer bestimmten Phase des Aufschwungs der Fall ist. Die ist aber noch nicht da und etwa für 2012/13 zu erwarten.

    @vitale: Na komm, das kannst selbst du besser...

  • Anonym
    vor 9 Jahren

    Wow! Manche glänzen ja nahezu mit ihrem Fachwissen! Aber was bringt das? - Es ist bekannt,

    dass das Kapital nach wie vor von Unten und nach Oben verteilt wird. Die breite Masse hat einfach zu wenig Geld, damit der Binnenmarkt einen Aufschwung erlebt! Würde dieser durch angemessen hohe Löhne wieder angekurbelt werden ( dazu gehört auch die Abschaffung des Niedriglohnsektors )

    würde die Menschen mehr kaufen, was den Effekt hätte, dass mehr Arbeitsplätze entstehen würden

    uns nachhaltig auch die Steuereinnahmen steigen würden.

    Generell wieder höhere Löhne einzuführen wäre schon machbar, denn bisher ist noch kein Betrieb

    pleite gegangen, weil er keine Löhne mehr bezahlen konnte! Oder sehe ich das falsch?

    Ich weiß sehr wohl, das Kleine und Mittelständische Unternehmen ihre Schwierigkeiten haben würden höhere Löhne zu bezahlen. Aber die Politik hat genügend Möglichkeiten, um einige Stellschrauben zu drehen, damit auch hier Abhilfe geschaffen wird. Eine generelle Entlastung

    dieser Unternehmen wäre durchaus machbar-, zum Beispiel durch Steuersenkungen!

    Ganz bestimmt, ist hier in Deutschland ein Umdenken erforderlich, auf vielen Ebenen und nicht nur was die Arbeitsmarktpolitik betrifft.

    Wer jetzt meint, es wäre dieses oder jenes nicht möglich, den möchte ich nur sagen, dass ich hier keine fachlichen Diskussionen anfangen möchte! Ich bin einfach nur überzeugt davon, das Verbesserungen für alle machbar sind, wenn man nur will!

    Und um die Kernfrage zu beantworten: Die halten uns für sehr, sehr dumm!

    Herr Hundt ist ein Vertreter des Kapitals bzw. der Arbeitgeber und zeichnet sich

    durch seine fehlende soziale Verantwortung der Gesellschaft gegenüber ganz

    besonders aus. (Meine Meinung)

  • Anonym
    vor 9 Jahren

    Egal ob Henkel oder Hundt - das Gejaule zur Zeit der Tarifverhandlungen war doch immer gleich blöd.

  • vor 9 Jahren

    Und die Gewerkschaften sehen immer(!) Spielraum für 5% mehr Lohn. Das ist doch genauso viel Volksverdummung. Nur wenn die Mitarbeiter von Ver.Di 3% mehr fordern, heißt, es, dafür sei kein Spielraum. Genauso ist es nämlich schon mehrfach geschehen.

  • Anonym
    vor 9 Jahren

    Für noch viel dümmer als Du dir vorstellen kannst.

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