Fragwürdiger Spitzenplatz für Deutschland?

Über 20 Prozent der deutschen Beschäftigten sind laut einer Studie Geringverdiener. Mehr noch: Die Zahl derer, die von ihrem Lohn kaum leben können, wächst so schnell wie in keinem anderen Land.

In Deutschland erhalten mehr als zwei Millionen Beschäftigte einen Bruttostundenlohn von weniger als sechs Euro. Das berichtet die „Berliner Zeitung“ vom Dienstag und beruft sich dabei auf eine Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Universität Duisburg-Essen. Besonders verbreitet seien die Mini-Löhne in Ostdeutschland. Dort erhielten fast 13 Prozent der Beschäftigten Stundensätze unterhalb der 6-Euro-Grenze.

„Das Lohnspektrum in Deutschland franst zunehmend nach unten aus“, schreiben die IAQ-Forscher dem Blatt zufolge. So hätten im Jahr 2008 rund 830 000 Menschen weniger als ein Drittel des Durchschnittseinkommens erhalten. In Westdeutschland habe dies einem Stundenlohn von weniger als 4,75 Euro pro Stunde entsprochen, im Osten von weniger als 3,42 Euro.

Arbeit muß sich Lohnen ,Herr Westerwelle ?

Für wen ,wen meint er ?

17 Antworten

Bewertung
  • vor 10 Jahren
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    @allwissende Müllhalde - Nomen est Omen?

    immerhin wird anders herum ein passendes Paar Schuhe daraus.

    Die Produktivität (Wertschöpfung) sinkt doch nicht - sie ist in den letzten Jahrzehnten stetig und deutlich gestiegen, und tut dies auch heute - viel deutlich z.B. als die Lebenserwartung !

    Allerdings ist der Anteil der Löhne am Anteil des Bruttosozialprodukts in dieser Zeit deutlich gesunken (seit 1970 von über 70 auf heute unter 60 %) - Gestiegen sind dagegen die Managergehälter und Spekulationsgewinne - die am Ende kaum mehr etwas mit der realen Wirtschaftsleistung zu tun hatten - das hat mit der guten Lobbyarbeit derer zu tun, die die entsprechenden Möglichkeiten haben. Man kann sich inzwischen leider fragen, ob sich Arbeit überhaupt noch rentiert.

    @ "Ihr alle wollt hohen Lohn, aber alles billig kaufen"

    auch hier wäre die Argumentation anders herum richtiger: Weil die Leute immer weniger Lohn zur Verfügung haben, bleibt ihnen gar nichts anderes übrig, als in Billigmärkten einzukaufen.

    Die Unternehmungen können Gewinn nur maximieren; indem sie entweder mehr Erlöse erzielen, oder indem sie Kosten sparen. Letzteres hat die Politik (vor allem unter rotgrüner Regierung) auf Druck der Wirtschaft möglich gemacht, indem der Billiglohnbereich eröffnet wurde - und indem nun die Billiglohn-Menschen gegeneinader ausgespielt werden - auch mit Hilfe der Verdummungsmaschinerie - die von wem bezahlt wird? Richtig: von uns selbst (über die Werbeindustrie und vom Gebührenzahler).

    Am Ende noch ein gemeiner Intelligenztest:

    Deutschland ist nicht nur EU-Klassenprimus im Billiglohnbereich, sondern auch beim Export !

    Was hat das eine nun mit dem anderen zu tun?

    Nein, es geht mir weniger um Fragen von falschem Geiz oder Ehrgeiz, immer und überall erster oder besser als alle anderen sein zu wollen - letztendlich auf Kosten der Zivilgesellschaft; sondern darum, wie man möglichst dumme Billiglöhner nun auch noch dazu bringt, für den Schaden jener EU-Länder aufzukommen, welche mehr importieren als exportieren? (Wir erinnern uns: Es kann keinen weltweiten Exportüberschuss geben - es wird aber so getan, also ob)

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  • vor 10 Jahren

    Ja die Zahlen sind mehr als traurig, vor allem für die Menschen die dahinter stehen und z.T. bis zu 3 Jobs machen, nur um einigermaßen über die Runden zu kommen.

    Und diesen Westerwelle und seine " coolen" Sprüche, den kannst du doch in der Pfeife rauchen.

    Und solange wir Deutschen wie doofes Schlachtvieh, das zur Schlachtbank trottet uns das gefallen lassen wird sich nichts ändern, den Großen wird es in den A.rsch geschoben und die Kleinen quetscht man bis zum letzten Tropfen aus.

    Mit den Franzosen oder den Engländern ließe sich das nicht machen.

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  • vitale
    Lv 5
    vor 10 Jahren

    die bestehende reservearmee an an arbeitslose wird von staat und kapital optimal genutz um den lohnspiegel zu senken. sie haben weder interesse die arbeitslosenzahl zu senken, noch die löhne zu erhöhen. unserer widerstand wird sich lohnen. es ist an der zeit das wir die politiker zu arbeitlose machen.

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  • vor 10 Jahren

    kann mich @vitale nur anschließen

    es gibt zu viele Erwerbslose in unserem Land, ein gutes Druckmittel für die Mitarbeiter, entweder du arbeitest für den Lohn, oder aber du kannst gehen - Schweinerei h³, gefördert und geduldet von unserer Regierung

    es wird Zeit zum Widerstand - so kann es nicht weiter gehen, die Spirale zeigt nach unten.

    Oder sollen noch mehr Tafeln, Armenkaufhäuser, Kleiderkammern, Suppenküchen usw entstehen? Doch diese werden irgendwann auch nicht mehr bedient, wo nichts ist, kann man nichts holen.

    Doch Geld für Kriegspiele, EU uvm ist vorhanden, nur wir Bürger bleiben auf der Strecke, genug ist genug ...

    @allw. Müllhalde - gebe dir Recht nur bis zu einem gewissen Grad.

    Wo bitte sollen die Menschen das Geld her haben für teure Artikel Made in Germany ? Bei den meisten, ob mit oder ohne Arbeit, reicht es gerade mal für das Notwendigste.

    Der Hauptbatzen vom Einkommen geht weg für immer weiter steigenden Mieten und Nebenkosten, dazu noch Fahrtkosten, ob Benzin oder öffentl. Nahverkehr usw usw.

    Es bleibt kaum noch was übrig um sich das zu leisten was man eigentlich haben will. Alles hat 2 Seiten...

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  • vor 10 Jahren

    Soziale Marktwirtschaft bedeutet etwas anderes als das, was in Deutschland seit Ende der Ära Kohl und ganz verstärkt unter Rot/Grün und in der Folge unter Schwarz/Rot und jetzt unter Schwarz/Gelb praktiziert wird.

    Würde man den ungeschriebenen Regeln einer Sozialen Marktwirtschaft, mit der Verantwortung Steuergelder sinnvoll einzusetzen, folgen, hätten wir viele Probleme vom Tisch.

    @ Allwissende Müllhalde: < "Ihr alle wollte hohen Lohn, aber alles billig kaufen. Dass das nicht geht, begreift jeder óhne Scheuklappen. Ich würde als Unternehmer gerne höhere Löhne bezahlen, aber die Kunden zahlen nicht mehr für die Dienstleistung, da hier in Deutschland und bei Clever tatsächlich geglaubt wird, dass man für immer weniger Geld die gleiche Leistung bekommt.

    Ihr schiesst Euch alle selber ab."> ---> Schon mal darüber nachgedacht, dass mit einer solchen Anti- unternehmerischen Einstellung, Unternehmer Deiner Sinnes-Wandlung, sich selbst über kurz oder lang abschießen???

    Wo bleibt der Widerstand gegen die feudal betriebene Politik der Kleinunternehmer und der mittelständischen Betriebe? Wo bleibt das Auflehnen gegen Existenzvernichter und gegen die Finanz Gurus?

    @ Lola: Unternehmer sind nicht gleich Unternehmer. Da solltest Du differenzieren.

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  • Anonym
    vor 10 Jahren

    Weil wir mit den chinesischen Löhnen standhalten müssen. Das war Sarkasmus.

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  • Fanus
    Lv 6
    vor 10 Jahren

    Nunja, solange niemand Autos vor dem Parlamentsgebäude anzündet ist ja alles in Ordnung hier in Deutschland.

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  • Samuel
    Lv 5
    vor 10 Jahren

    Auf den Satz "Arbeit muss sich wieder lohnen" kann Herr Westerwelle keine Urheberschaft beanspruchen, denn er wurde bereits in den 80-er Jahren von Herrn Kohl geprägt.

    Leider ist nur für einen sehr kleinen Teil der Bevölkerung in sehr hohen Einkommenskategorien die Umsetzung "gelungen", für die breite Mittelschicht ist keine Verbesserung eingetreten und eine Vielzahl von Jobs sind heute im Vergleich erheblich schlechter bezahlt.

    Die hierfür allenthalben angeführte Begründung, dies sei Folge der Globalisierung und viele Arbeitsplätze würden bei höheren Tarifen ins Ausland verlegt, halte ich weitgehend für vorgeschoben.

    Mag sein, dass der Trend, in Polen zum Friseur zu gehen, sich durch bessere Bezahlung in Deutschland in Grenznähe verstärkt, eine Anreise aus Hessen, Rheinland-Pfalz usw. ist aber dann doch etwas zeitaufwändig und teuer.

    Die Abwanderung von McDonald's, Lidl usw. ins benachbarte Ausland dürfte sich wenig umsatzfördernd auswirken und eine Vielzahl weiterer, miserabel honorierter Dienstleistungen sind ebenso ortsgebunden.

    Einen größeren Wegfall von Beschäftigungsverhältnissen durch angemessene Bezahlung halte ich also für graue Theorie.

    Bei unserem Preisgefüge sind Stundenlöhne unter 8,70 € (bei Vollzeitbeschäftigung etwa 1.500,00 € brutto im Monat) menschenunwürdig und ich verstehe nicht, weshalb nicht endlich ein entsprechender Mindestlohn gesetzlich vorgeschrieben wird.

    Umso mehr unter Berücksichtigung des Aspekts, dass sich Fürsorgeleistungen (ALG II, Miete, Nebenkosten, Sozialversicherungen) bei einem Alleinstehenden auf nahezu 1.000,00 € monatlich addieren.

    @ allwissende Müllhalde

    Natürlich sind in deiner Argumentantion auch nachvollziehbare Aspekte enthalten, insgesamt folgt sie allerdings einem frühzeitlichen Manchester-Kapitalismus

    @ Sam W

    Dass du nebenbei putzen gegangen bist, ist wirklich aller Ehren Wert. Allerdings mit Sicherheit nicht für einen Bruttolohn von 4,75€ die Stunde.

    Es kann doch wohl nicht sein, dass Unternehmen im Briefdienst gegen die Post antreten wollen, deren bestehende Tarifverträge aber mit der Begründung ablehnen, so seien sie nicht konkurrenzfähig. Diese Art von Wettbewerb braucht niemand!

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  • Anonym
    vor 10 Jahren

    westerwelle ? : mehr bretto vom nutto.....

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  • hulga
    Lv 7
    vor 10 Jahren

    den spitzenplatz nehmen unsere politiker gern für sich in anspruch.

    das wir mit unseren lohngefüge, das schlußlicht sind, das wird unter den tisch gekehrt.

    warum kämpfen die gewerkschaften nicht mehr um einen mindestlohn, von dem die menschen leben können?

    den politikern fehlt es an einsicht, das kann wohl kaum ein arbeitnehmer verstehen.

    von westerwelle konnte niemand anderes erwarten, aber dass die anderen sog. volksparteien, sich dem anschließen, dafür fehlt mir jegliches verständnis!

    es regiert eben doch das kapital und unsere politiker sind deren vassalen oder gar lobbyisten.

    die gehören alle weg und den kleinen parteien sollten die wähler ihre stimmen geben, denn schlechter kann es fast nicht noch werden.

    @

    ansonsten schließe ich mich den ausführungen von Lupa an.

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  • Anonym
    vor 10 Jahren

    Hauptsache wir sind mal wieder auf Platz 1, egal wie.

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