Anonym
Anonym fragte in Schule & BildungPrüfungen & Tests · vor 1 Jahrzehnt

Deutsch LK Klausur Abitur 2010 das Gedicht Spiele wohl! Das Leben ein Schauspiel?

Spiele wohl!

Das Leben ein Schauspiel

[22] Was ist dein Lebenslauff und Thun, o Mensch? ein Spiel.

Den Innhalt sage mir? Kinds, Weibs und Tods Beschwerde.

Was ist es vor ein Platz, darauff wir spieln? Die Erde.

Wer schlägt und singt dazu? Die Wollust ohne Ziel.

Wer heißt auff das Gerüst' uns treten? Selbst die Zeit.

Wer zeigt die Schauer mir? Mensch, das sind bloß die Weisen,

Was ist vor Stellung hier? Stehn, schlaffen, wachen, reisen,

Wer theilt Gesichter aus? Allein die Eitelkeit.

Wer macht den Schau Platz auff? Der wunderbare Gott.

Was vor ein Vorhang deckts? Das ewige Versehen.

Wie wird es abgetheilt? Durch leben, sterben, flehen.

Wer führt uns ab, wer zeucht uns Kleider aus? Der Tod.

Wo wird der Schluß erwartt des Spieles? in der Grufft.

Wer spielt am besten mit? Der wol sein Ammt kan führen.

Ist das Spiel vor sich gut? Das Ende muß es zieren.

Wenn ist es aus? o Mensch! wenn dir dein JESUS rufft.

So das war das Gedicht der heutigen Lk Klausur in Nrw möchte vielleicht jemand mal seinen Senf dazu geben und anfangen ein bisschen rum zu analysieren?? damit ich gucken kann, ob ich mit meiner vermutung über das gedicht richtig lag?? einfach raus damit was euch dazu einfällt

Update:

wow also da ist ja einiges zusammen gekommen und ich bin froh, dass ich vieles was ihr geschrieben habt so ähnlich auch geschrieben hab.. puh ich hoffe es ist für euch alle gut gelaufen und jetzt hatte ich hier endlich mal die möglichkeit mir verschiedene meinungen über das gedicht anzuhören, weil im internet analyse technisch ja nicht wirklich was zu finden war ^^

um noch kurz die letzte frage zu beantworten als das barock-motiv "in deo pax" (bei gott ist frieden) war in der synthese des gedichts zu finden also als problemlösung für die menschen und als freude auf den lebensabend um endlich bei gott sein zu können :) ,"wenn dich dein jesus rufft" oder so

13 Antworten

Bewertung
  • vor 1 Jahrzehnt
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    ich hab heute auch geschrieben und ich muss sagen, dass das gute gedicht schon so seine schwierigkeiten hat^^

    zuerst einmal war keine jahreszahl gegeben, wann es geschrieben wurde (oder habt ihr nähere infos dazu vom lehrer bekommen?) und ob es demnach auch in den 30jährigen krieg reinfällt. wenn es das täte, dann gegen mitte/ende des krieges - der dichter ist ja 1605 erst geboren..

    dann weist es keine sonettform auf,keine 14 verse zusammengepackt in 2 quartette und 2 terzette.

    weibliche, klingende kadenzen immer im zweiten und dritten vers einer strophe, männlich stumpfe kadenzen immer im ersten und vierten.

    es ist auf jeden fall ein innerer monolog des lyrischen ichs, in form eines frage-antwort spiels.

    man sollte ja schon die überschrift mit einbeziehen, habe gesagt dass man ''spiele wohl'' auch mit den worten ''lebe gut'' übersetzen kann und sich hier auch schon das carpe diem motiv findet. '' das leben ein schauspiel'' ergibt sich ja schon von selber.

    zum ersten vers fiel mir nichts besonderes ein, nur dass das leben und das tun des menschen eben als spiel,theaterstück,vorstellung dargestellt wird. der inhalt des lebens sei demnach die sorge(''beschwerde'') um kind&frau und den tod. durch einen wink meines lehrers hab ich mir die frage gestellt, wieso in so einer aufzählung der mann fehlt. bin dann einfach mal so weit gegangen und hab darauf spekuliert, dass der mensch, der im ersten vers angesprochen wird, vielleicht der mann sein könnte, dass frau&kind nicht als menschen angesehen werden und nur eine station im leben des mannes spielen. allerdings mit nem dicken fragezeichen dahinter.

    der platz worauf das theaterstück,das leben, stattfindet ist die erde,die welt. in einem text über den barock hab ich die formulierung ''die welt als schauspiel, der mensch als schauspieler'' gelesen, die ich dann auch so hingeschrieben hab.

    dann kommt nun der vers mit der wollust, da wusste ich nicht so recht was die da verloren hat. durch die antithese schlagen und singen (schmerz - freude) hab ich sie so gedeutet, dass sie beides sein kann; einmal schön,aufbauend, wohlgefühl und einmal unschön; niederschmetternd, unwohlsein. sie ist im gegensatz zum spiel ohne ziel; das spiel hat das ziel irgendwann zu enden (im tod).

    bin mir aber absolut nicht sicher ob das richtig ist, hat jemand anders noch nen deutungsvorschlag?

    zur zweiten strophe hab ich dann geschrieben, dass die zeit den menschen auf die bühne holt, dass sie bestimmt wann er leben darf (gott bestimmt ja in der nächsten strophe OB der mensch leben darf,also er ruft ihn dann ins leben), dass die zuschauer nur die menschen sind, die nicht aktiv im leben sind, passiv, introvertierte,wie die zuschauer bei einem theaterstück die einfach nur leise sind und nur zugucken. auf den gedanken kam ich aber dann nur,weil mein lehrer sagte dass es nicht die toten seien (was ich zuerst dachte), was genau ist nun mit den weisen gemeint? genau so wie der nächste vers, was genau ist mit den verben gemeint? dachte an standhaftigkeit, ruhe, auferksamkeit und interesse. zur eitelkeit,die die masken& mimiken der menschen bestimmt,bin ich der meinung, dass der mensch ja durch das später erwähnte leben,sterben,flehen und durchs vorherige stehn,schalfen,wachen,reisen eine art eitelkeit aufbaut, der tod zum beispiel ist ein schicksalsschlag, frau&kind können auch einen durch sorge verrückt machen. dass er eben eine art leidensweg durchlaufen muss, welchen ihn prägt. durch masken sind die menschen marionetten und zeigen nicht ihr eigentliches ich, sondern spielen das spiel einfach mit, auch wenn sie das nicht wollen. dann kommt eben gott, der den schauplatz also ''öffnet'' - er ruft den menschen ins leben. das ewige versehen, was das leben verdeckt ist das schicksal, was nicht zu ändern ist und dass vorausbestimmt ist. abgeteilt wird das leben in abschnitte,wie das theaterstück in akte/szenen. die lebensabschnitte wären hier also ins leben gerufen werden, leben mit den sorgen aus vers 2 und den dingen aus vers 7, dann später sterben und zuletzt das flehen in den himmel zu kommen.(''bitte herr, ich habe ein gutes leben geführt, alle schicksalsschläge überstanden, nimm mich auf''). wenn das dann alles geklappt hat,dieses flehen, dann kommt der tod, nimmt dem schauspieler -dem menschen- das kostüm und die maske die er trägt ab. der tod ist aber noch nicht absolut, erst wenn der mensch in der gruft/im grab/unter der erde liegt ist der tod besiegelt.

    die personen die am besten mitspielen sind meiner meinung nach die, die den leidensweg überstehen, die sich weiterhin an gott wenden und ihn als stütze betrachten. ''sein amt führen'' -> wissen wie man zu leben hat.

    um beurteilen zu können,ob das spiel -das leben- gut gewesen ist, muss das ende das leben zieren. ich überlege grade ob der mensch zum abschluss seines lebens etwas bestimmtes leisten muss, damit das leben gut war, was meint ihr? in der klausur habe ich nämlich geschrieben, dass der tod quasi die belohnung des leben

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  • vor 3 Jahren

    Bildung ist ja Ländersache, ich weiß nicht, wie die Abiklausuren in deinem Bundesland geregelt sind, ob additionally die Themen zentral oder lokal ausgewählt werden bzw. wie frei die Lehrer jeweils in der Auswahl sind. Bei mir conflict's Baden-Württemberg, und Gedichtvergleich conflict überhaupt nicht dabei, wir hatten nur Erörterungen und Textinterpretationen zu verschiedenen Büchern. Ist aber auch schon ein Weilchen her, kann sich additionally geändert haben. Es gibt auch Lehrer, die gerade ungewöhnliche Gedichte wie etwas von Christian Morgenstern als Prüfungsstoff nehmen. Für einen Vergleich würde sich dann ein Gedicht zum selben Thema aus einer anderen Epoche oder in einem anderen Stil anbieten. became auch passieren kann, ist, dass der call des Dichters unerwähnt bleibt und guy nur zwei Gedichte ohne Autorenangabe vorgelegt bekommt, so etwas hatte eine Bekannte von mir beim Abi in Berlin. Im Wesentlichen würde ich mir an deiner Stelle eine Liste aller Dichter machen, die dir in den letzten beiden Schuljahren über den Weg gelaufen sind, es ist ja ziemlich wahrscheinlich, dass guy euch nicht etwas völlig anderes vorsetzt. Zu den Dichtern dann nochmal Lebensläufe (insbesondere Lebens- und Schaffenszeit, politische Einstellung sowie evtl. psychische Störungen) kurz skizzieren und auswendig lernen. Ansonsten für morgen toi toi toi!

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  • vor 1 Jahrzehnt

    Hey,

    Ich habe auch dieses Gedicht genommen und bin mir sehr unsicher in meiner Interpretation.

    Anders als die meisten habe ich das Gedicht sehr stark auf den 30jährigen Krieg bezogen.

    Ich hab das Gedicht erst allgemein auf die Menschen bezogen und dann sind mir einige Dinge aufgefallen, die daraufhin deuten, dass es sich beim lyrischen Ich um einen Soldaten, bzw. einen Mann im Krieg handeln könnte.

    Ich schreib jetzt einfach mal ein paar Gedanken auf, vielleicht kann mir jemand sagen, ob das logisch ist, oder ich mich verrannt habe...

    - Mit dem Spiel könnte der Kriegsverlauf gemeint sein, in dem es feste Regeln und Strategien gibt

    - "Den Innhalt sage mir? Kinds, Weibs und Tods Beschwerde." :

    -> Das lyrische Ich ist ein Mann, dessen Lebensinhalt sich auf die Beschwerungen durch Frau,Kind und die tägliche Konfrontation mit dem Tod bezieht. Naheliegend zu dieser Zeit wäre ein Soldat im 30jährigen Krieg.

    - Wer schlägt und singt dazu? Die Wollust ohne Ziel.

    -> Im Krieg waren extra Leute da, die Trommeln geschlagen und gesungen haben, um die Soldaten anzutreiben. Also könnte die Frage übersetzt lauten " Wer treibt zum Krieg an?" Die Wollust ohne Ziel wäre dann die Begierde, die kein Ende nimmt und für die Soldaten schien der Krieg ja auch kein Ende zu nehmen...

    -Wer zeigt die Schauer mir? Mensch, das sind bloß die Weisen,

    -> Die Weisen sind die Zuschauer, für die der Krieg geführt wird

    -Was ist vor Stellung hier? Stehn, schlaffen, wachen, reisen,

    -> Eine Stellung hat meistens ein Soldat, damit könnte auch Befehl gemeint sein.

    Und das einzige was Soldaten taten war "Stehn, schlaffen, wachen, reisen"

    Wer ist denn sonst noch gereist?

    - Wer macht den Schau Platz auff? Der wunderbare Gott.

    -> Der Schauplatz ist das Kriegsfeld und die Frage ist, wer es eröffnet hat, wer also Grund für den Krieg ist. Die Antwort darauf ist Gott, bzw. die Religion, da der Krieg zwischen Katholiken und Protestanten geführt wurde. "wunderbarer Gott" - Personifikation für Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten

    Wer führt uns ab, wer zeucht uns Kleider aus? Der Tod.

    -> der einzige Ausweg für einen Soldaten ist der Tod ,

    "führt" - er kann den Kampf erst beenden wenn es ihm befohlen wird, wird es aber nicht, also wartet er auf den Tod

    Wer spielt am besten mit? Der wol sein Ammt kan führen.

    -> Es geht um ein Amt, die meisten Ämter zu dieser Zeit, hatten was mit dem Krieg zu tun...

    ....

    Klingt das für euch einleuchtend?

    Hab ein bisschen Angst, dass ich mich voll verrannt habe...

    Freu mich auf ehrliche Antworten...

    LG, mayadal

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  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt

    @ Lara

    das mit den Grundzügen der Aufklärung hab ich auch miteingebracht, auch wenn sich alle hier dagegen aussprechen. Kann natürlich auch falsch interpretiert sein, aber ich habe in dem Gedanken des Gedichtes, dass das Spiel bis in die Grufft... also über den Tod hinausdauert und der Aufforderung nach dem Wohl spielen, indem vllt auch in Zusammenhang mit dem Gednaken, dass der am ebsten spielt, der sein Amt fürhren kann... eine mögliche Aufforderung gesehen, dass der Mensch im Spiel sich selbst ein stück bewahren soll und das czepko, dessen Gedichte zu seinen Lebzeiten übrigens verboten wurden, Kritik an dieser Eitelkeit und dem carpe diem gedanken ausübt

    hmmm?! Vanitas und memento moril lassen sich antürlich in den ersten bedien strophen vorfinden

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  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt

    Hallo...

    Find das mal toll erste Infos von Mitleidenden zuerhalten :P

    Also ich kann den meisten nur recht geben, habe viele Punkte ebenfalls erwähnt und einige auch leider vergessen =(

    zu Dilan:

    """Auch das Wort "Spiel" oder "Schauspiel" deutet ebenfalls daraufhin, dass es sich um etwas "vergnügendes" auch handeln kann?! Meint ihr dass es zu weit her geholt ist?""""

    Du kannst es natürlich auch so auslegen, aber andererseits könnte man es dann auch genau so gut in die andere Richtung auslegen und sagen: " Ein Schauspiel ist nur von begrenzter dauer und hat auch immer etwas "falsches" ansich, da es die Wirklichkeit oft etwas verzerrt"

    Ich hab jedoch auch noch zwei Fragen:

    Hat irgendwer etwas von dem parataktischen Satzbau erwähnt, der sich durch dieses Frage/Antwort Spiel ergbit?

    Und habt ihr irgendwie noch etwas über das Theater der damaligen Zeit geschrieben. Also sprich diesen Katharsis gedanken, der dort immer verfolgt wurde, und das der Autor, diesen Gedanken vll in schrifftlicherform auf irgendeiner art und weise auch verfolgt hat?!? Da war ich mir auch bissel unsicher^^

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  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt

    Hallo Leute!

    Ich wollte nur noch mal kurz fragen, ob dieser carpe diem Gedanke auch aus dem ersten Gedicht zu entnehmen ist?! Aufgrund des "Lebe WOHL!"´s welches ich als Aufruf verstanden habe das Leben noch halbwegs gut zu erleben um dann von Jesus erlöst zu werden?! Auch das Wort "Spiel" oder "Schauspiel" deutet ebenfalls daraufhin, dass es sich um etwas "vergnügendes" auch handeln kann?! Meint ihr dass es zu weit her geholt ist?

    LG

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  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt

    Also ich habe bei dem 1.Gedicht zum letzten Vers noch geschrieben,dass es sich dort um eine "Finalstruktur" handelt..;)

    Lg

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  • vor 1 Jahrzehnt

    keine barocktypische sonettform

    umarmender reim

    Alexandriner 6- hebiger jambus

    keine Erlebnislyrik- lyrisches Ich zur Wiedergabe von lebensauffassung

    Welttheater, wo jeder seine zugedachte Rolle spielen muss (gefangen in Ständeordnung und Absolutistischen System) Gott als Zuschauer

    Vanitas motiv- Jenseitsorientierung + akzeptanz des leids im Leben (Arbeit, Dreißigjähriger Krieg)

    was ich nicht ganz verstanden hab:

    - Wer schlägt und singt dazu? Die Wollust ohne Ziel

    Was ist vor Stellung hier? Stehn, schlaffen, wachen, reisen,

    Wo wird der Schluß erwartt des Spieles? in der Grufft.

    --> das mti der grufft hat mich total irritiert weil ich dachte nach dem Tod wird der Mensch im Jenseits bei Gott glücklich

    Verglichen habe ich die gedichte so:

    modernes Gedicht vs Barockgedicht

    Natur, Selbstbestimmung + Selbstentfaltung vs Ständeordnung, Leidertragung für ein erfülltes Dasein nach dem Tod als Belohnung

    keinen Halt an hörerer macht vs Flucht in den Glauben, Jenseitsorientierung, Gottgegebenes System

    harmonie des Lebens, carpe diem- motiv vs memento mori, vanitas (grufft, Tod)

    sonst kann ich den meisten ihr zustimmen

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  • vor 1 Jahrzehnt

    @Lara

    "Wie habt ihr das mit der Epochenzuordnung geregelt?

    Das von Czopek lässt sich ja eindeutig dem Barock mit Grundzügen der Aufklärung zuordnen"

    [Zitat von dir]

    Wo sind denn da Grundzüge der Aufklärung drin? Und vor allem: seit wann ist das ein Merkmal der Epoche des Barock? Dachte immer das wäre vanitas, memento mori, in deo pax etc.

    Hab zwar nicht das Gedicht genommen aber kann dir schon mal sagen, dass du die Einordnung gründlich verhauen hast wie's aussieht.

    LG und viel Glück noch ;)

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  • vor 1 Jahrzehnt

    Wie habt ihr das mit der Epochenzuordnung geregelt?

    Das von Czopek lässt sich ja eindeutig dem Barock mit Grundzügen der Aufklärung zuordnen. Halt nicht die typische Sonett Form. Dafür der große Bruch mit der Syntax und Schizophrenie des lyrischen Ichs.

    Vanitas Gedanke inkl. docere hab ich auch noch.

    Aber das zweite Gedicht der Ausländer, Naturalismus? Da war ich mir absolut gar nicht sicher, welcher Epoche das jetzt entspringt, zeitlich wäre es ja Moderne, höchstens noch Trümmerlyrik, inhaltlich passt das weder vorne nach hinten.

    Bei der Guten hab ich als Leitmotiv Carpe Diem, was wiederrum für Barock sprechen würde, movere ebenfalls, aber die Formalien passen doch vorne und hinten nicht zu dieser Epoche.

    Hilfe!?

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  • vor 1 Jahrzehnt

    memento mori und vanitas

    metaphorik vom leben als schauspiel ist ja klar

    leben ist unbedeutend, lästige aufgabe/hürde, die man bewältigen muss, um schließlich den erlösenden tod zu erreichen, der das leben "ziert"

    religion verspricht erlösung: leben nach dem tod / paradies / "ewige versehen"

    gott / religion ist "wunderbar" - kontrast zum belastendem leben

    zwischenmenschliche beziehungen, leidenschaft etc unbedeutend (kind und weib: beschwerde, wollust ohne ziel)

    also: leben furchtbar, muss aber notwendigerweise auf sich genommen werden, um dann das schöne ende zu erreichen

    zweites gedicht:

    kann inhaltlich mit carpe diem gedanken verglichen werden: leben kurz, tod unvermeidbar, daher: leben genießen

    naturmetapherorik zeigt das leben als schön

    erste und letzte strophe "umarmt" die zweite und dritte strophe

    1. + 4. richten appelle an den leser:

    2. + 3. demonstrieren weltanschauung des lyrischen ichs ( bald tod - noch leben = antithese)

    wird deine angst in die luft = hat keinen zweck, da durch angst der tod auch nicht aufgehalten werden kann, sondern nur das sowieso schon kurze leben durch negative gefühle überschattet wird

    sei wer du bist ( oder so ähnlich ) = akzeptiere dich, dein leben und damit auch den unaufhaltbaren tod

    gib was du hast = zwischenmenschliche gefühle (werden in 3. strophe durch "du darfst lieben" und "worte schenken" verdeutlicht) machen das leben lebenswert, verschönern dein leben: tu menschen gutes und dein leben wird selbst gut..... = genieße das leben solang du noch kannst!

    so oder so ähnlich... :D und was hast du so geschrieben?

    ICH HABE VON KEINEM GEDANKEN AUßER MEMENTO MORI VANITAS UND CARPE DIEM GEHÖRT! :-D mehr haben wir gar nicht durchgenommen!!! ich krieg ein kind wenn das im erwartungshorizont steht.... :D:D

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