Anonym
Anonym fragte in SozialwissenschaftPsychologie · vor 1 Jahrzehnt

Was sagen, wenn die eigene Mutter nur noch vom Sterben redet?

Von Versäumnissen in ihrem Leben?

Von ihren Träumen, welche sie verfolgen?

Von den Kindern, denen sie nicht Genüge tat? - Tat sie aber, aus meiner Sicht.

Täglich.

Was tun? Was sagen?

Update:

@Kartoffe..

74

Update 2:

Nachtrag

Ich kann nicht begreifen, wer in solch frage Daumen runter verteilen kann :-(

11 Antworten

Bewertung
  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt
    Beste Antwort

    Es ist sehr schwer, besonders wenn man zu seinen Eltern eine gute Beziehung hat. Ich weiß in solchen Momenten auch nie was ich sagen soll. Es ist schon schmerzlich wenn man seine Eltern altern sieht und sie stückweise ihre ,,normalen" Fähigkeiten verlieren. Ich weiß das man Menschen am gehen nicht hindern kann aber diese Hilflosigkeit ist für mich das Schlimmste. Was man auch sagt zieht an diesen Menschen einfach vorbei, man kann noch so gut argumentieren. Ein koreanischer Mönch sagte mal zu mir: ,,Du mußt deine Eltern ziehen lassen, wie sich dich ziehen ließen. Sie werden ihren Platz im Kreislauf der Natur finden. " Damals klang es einleuchtend aber heute kann ich mich damit nicht mehr abfinden. Ich resigniere oft wenn meine Eltern von ihrer eigenen Endlichkeit reden und bis heute weiß ich kein Rezept was da helfen könnte. Obwohl ich weiß das auch ich endlich bin, will ich es in Hinsicht auf meine Eltern nicht wahrhaben das auch ihre Zeit fast aufgebraucht ist. Ich weiß nicht ob es jemals einfach wird einen geliebten Menschen gehen zu lassen. Ich weiß nicht einmal andere zu trösten, weil ich selber darüber untröstlich bin. Vorehrst versuche ich solche Gedanken ganz weit nach hinten zu stellen und zu spotten: ,,Du bist Kriegsgeneration, du hast gefälligst hart im Nehmen zu sein. Wer soll meinen Kinder und Kindeskindern erzählen das von deutschem Boden nie wieder ein Krieg ausbrechen darf ? Sozialverträgliches Ableben ist gestrichen, bring deine Knochen auf Vordermann wir gehen Gassi !"

    Meistens grinst meine Mutter, ich glaube sie weiß das ich sie so lange als möglich bei mir haben will.

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  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt

    Ihr auch nochmal die schönen Zeiten vor Augen führen, die ihr miteinander erlebt habt! Und das auch täglich! Ich glaube, das hilft ein wenig!

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  • savage
    Lv 7
    vor 1 Jahrzehnt

    puh, das ist schwierig. ich glaube, ab einem gewissen alter schaut man mehr in die vergangenheit, als die gegenwart zu genießen. ist dann natürlich schade, wenn nur noch die negativen erinnerungen hochkommen. vielleicht ist es tatsächlich gut, mal ärztliche hilfe in anspruch zu nehmen, wenn sie sich nicht mehr aufheitern lässt...

    bei meiner mutter (ist ja ungefähr das gleiche alter), kommt das jetzt auch gehäuft. zwar nicht im depressiven sinn, sie ist recht lebenslustig, aber sie sagt immer wieder, sie muss mir unbedingt mal ihr ganzes leben erzählen, da ich scheinbar zu wenig weiß. sachen aus dem 2. weltkrieg und so, damit ich das an meine kinder weitergeben kann, wenn sie mal tot ist...auch immer das gleiche...nebel hat recht. sie lassen nochmal ihr leben revue passieren, aber wenn´s natürlich so negativ ist, ...;-( wünsche euch viel kraft, um ihr da raus zu helfen...

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  • vor 1 Jahrzehnt

    Es hört sich ironisch wenn nicht sogar sarkastisch an Karla aber es ist/war meine Erlebniswelt

    - mit meiner Mutter

    - Schwiegermutter

    - diversen Tanten usw

    Alle !! sterben/starben schon seit Jahren - vielen Jahren - es ist nicht nur eine Alterserscheinung sondern auch das (natürlich dramatisierte) Hilfeschreien nach Aufmerksamkeit !

    "keiner kümmert sich um mich" - aber ein Termin ist kaum machbar, Madame ist 'besetzt' oder 'on Tour' (Freunde/Bekannte - sehr viele kümmern sich..)

    "Du hast seit (genaue Angabe Tage/Std/Min/ und fast Sekunden) nicht angerufen" - probiert man es ... besetzt !

    "Hätte ich nur früher..." - ist eine Aufforderung zu widersprechen, ja Erinnerungen auf zu rufen denn das anschließend bereitwillige Schwelgen in der Vergangenheit lässt 'aufleben'

    Es ist nichts weiter als die (manchmal eingebildete) Einsamkeit, die dieses Phänomen aus zu lösen scheint!

    Alle, wirklich alle der Damen wurden und werden (zum Glück :)....... steinalt !!!

    Wir, die vorangegangen Generation müssen es nehmen - locker (auch wenn es zu nerven scheint), manchmal humorvoll aber immer mit aufmerksamen Ernst !!

    Die alten 'Mädels' brauchen das einfach...... :)

    cwj

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  • mini
    Lv 6
    vor 1 Jahrzehnt

    Was soll ich dazu noch Schlaues sagen, was hier nicht schon steht. Vorschlag: Begebe Dich gedanklich ein Stück in die Zukunft, und lasse Dein(en) Kind(er) diese Frage nochmal stellen. Dann hast Du Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in einem. So ähnlich geht es Deiner Mutter wohl auch. Nur fehlen ihr ein paar Jahre. Dir sind sie noch geschenkt. Ich glaube nicht, dass Deine Mutter wirklich nur ans Sterben denkt. Vielleicht hat sie gerade Zeit gefunden, alle 3 Zeiten zu überschlagen. Das ist nicht so einfach. Sterben ist auch nicht einfach. Man denkt gelegentlich darüber nach. Das muß erlaubt sein, auch wenn es den jüngeren Familienmitgliedern Angst macht. Ein Alter, in dem man immer von jung nach älter/alt kippt, da braucht es, denke ich, vor allem Aufgaben, die zeigen, dass man noch gebraucht wird. Zeig das Deiner Mutter. Dann redet sie auch weniger vom Sterben, vermute ich - hoffe ich. Ist ja spekulativ. Euch alles Gute. /KG

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  • vor 3 Jahren

    Rede ganz offen mit ihr. Ich denke,sie wird es schätzen,wenn du ihr ehrlich sagst,dass du dir Sorgen um sie machst. Ich würde vielleicht zu Beginn nicht zu ihr sagen "Mach eine Therapie",aber du kannst ihr sicher sagen,dass du das Gefühl hast,dass es ihr nicht intestine geht. Vielleicht könnt ihr ein bisschen became gemeinsam unternehmen - Hallenbad o.ä. .... Ich finde es sehr intestine,dass du dir Gedanken machst !

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  • vor 1 Jahrzehnt

    wie alt ist deine Mama und ist sie krank (im körperlichen Sinne)?

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  • vor 1 Jahrzehnt

    frag den pfarrer wenn du das vergessen hast

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  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt

    Das hört sich nach einer schweren depressiven Episode an- versuch' sie zu einer Behandlung zu überreden- in Deutschland sterben jährlich mindestens tausend Menschen daran.

    Gar nicht zu reden von der Dunkelziffer, die die Zahl sicher mehr als verdoppelt.

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  • vor 1 Jahrzehnt

    Das hört sich nach einer ausgewachsenen Depression an. Im Ernst, das war bei meiner Mutter auch so.

    Du solltest mit ihr psychiatrische Hilfe in Anspruch nehmen, von selber kommt sie da nicht raus.

    Aber laß dir nicht vom Hausarzt irgendwelche Antidepressiva für sie geben, das hilft gar nix, sie wird nur psychisch ruhig gestellt, aber sie verliert dabei sehr viel von ihrer Persönlichkeit.

    Vielleicht tut ihr eine psychisch ausgerichtete Kur gut.

    Alles gute für dich und deine Familie.

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