Kann nicht mehr um meinen Bruder weinen! Ist das normal?

Mein Bruder hat sich am 09. Februar das Leben genommen. Irgendwie haben wir damit rechnen müssen, das er sich was antut. Er war ziemlich labil. Irgendwie denke ich: Jetzt muß ich keine Angst mehr haben, das er sich oder auch seinen Kindern etwas antut. Ich bin zwar unendlich traurig darüber, das er nicht mehr da ist, aber ich kann nicht mehr um ihn weinen. Ist das normal, oder kommt mein Tiefpunkt noch?

7 Antworten

Bewertung
  • vor 1 Jahrzehnt
    Beste Antwort

    Hi Monkatschi, zuerst mein herzliches Beileid !

    Antwort : Ja, das ist normal, denn es ist nicht möglich so ein Erlebnis in so kurzer Zeit zu "verarbeiten", ergo verdrängt es Deine Seele zum Teil, <weil das Leben weitergehen muss und Du "funktionieren" sollst>

    Ich finde es toll, dass Du bereits versuchst, die "positive" Seite zu sehen, wie Du schreibst; Du brauchst diesbezüglich keine Angst mehr um Deine Neffen/Nichten zu haben;

    Zudem sind Tränen nicht das Mass aller Dinge, denke nur mal an die "Krokodilstränen";

    Trauer findet m Herzen statt, nicht in den Tränendrüsen !

    Es gibt viele Menschen, die durch das Weinen Erleichterung verspüren, ich gehöre auch nicht dazu, also mach'Dir keine Sorgen.

    Du bist ein mitfühlender Mensch mit gesundem Verstand !!!

    Ich wünsche Dir viel Kraft. L.G.

    Quelle(n): eigene Meinung
  • vor 1 Jahrzehnt

    Als Betroffener kann ich gut nachvollziehen,wie es dir geht,mein Sohn ist mit 17 Jahren von einem Auto totgefahren worden,ohne daran auch nur die geringste Schuld zu haben!

    Deine Frage kann man nicht mit Ja oder Nein beantworten,denn das würde ja bedeuten,dass das Weinen der Gradmesser für Trauer ist,was aber nicht zutrifft!Die Tiefe eines Gefühls hängt nicht davon ab,ob und wieviele Tränen ich vergieße!!

    Jeder Mensch verarbeitet ein so schreckliches Ereignis anders mit oder ohne Tränen !

    Aus Deiner Schilderung entnehme ich,dass Du dabei bist,es positiv zu verarbeiten!

    Und offensichtlich hast Du ja auch um Deinen Bruder geweint("Kann nicht mehr...) und dass Du es jetzt nicht mehr kannst ,ist meines Erachtens nicht unnormal!Denke ,Du solltest Dir zum Einen deswegen keine Vorwürfe machen und zum Anderen keine Angst vor einem Tiefpunkt haben!

    Wichtig ist doch,daß Dein Bruder weiter in Deinem Herzen bleibt und Du ihn nicht vergisst,denn nur wer vergessen wird ist wirklich tot!

    Noch ein Wort zu unserem religiösen "Experten"!

    Also es reicht ja schon,wenn manche Gläubige den Alleinvertretungsanspruch auf den Besitz der Wahrheit erheben,dann müßt ihr doch nicht auch noch die Gefühle für euch in Beschlag nehmen,im Übrigen ,so ungerecht und einseitig war Gott nun auch wieder nicht bei der Verteilung der Emotionen!

    Andersherum,wie gefühllos und verblendet muß ein gläubiger Mensch sein,der mir angesichts der Haitikatastrophe mit großer Begeisterung klar machen will,dass die Bibel recht hat!Ich bin eignetlich hart im nehmen,aber ich sage Euch,in dieser Situation war ich fassungslos!Wie menschenverachtend und zynisch war das!

  • vor 1 Jahrzehnt

    Es tut mir sehr leid, was passiert ist. Dein Verhalten kann ich verstehen, Du stehst wahrscheinlich noch ein wenig unter Schock. Aber mit der Zeit löst sich dieser Zustand und Du bekommst wieder etwas Abstand. Dann wirst Du sicher eine andere Einstellung haben und Deine Trauer wird auch Tränen zulassen.

  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt

    @ninin: was diese Frage mit Gott zu tun hat, ist mir schleierhaft.

    Ich glaube, ich kann deine Gefühle nachvollziehen. Im Moment spürst du wahrscheinlich eine gewisse Erleichterung darüber, dass geschehen ist, was zu befürchten oder ahnen war und gleichzeitig mischt sich Trauer über das tragische Geschehen und den Verlust.

    Das Geschehen ist erst ein paar Tage her; ich denke, deine Trauer wird sich noch wandeln und dann kommen auch die Tränen.

    Ich wünsche dir Kraft.

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  • vor 1 Jahrzehnt

    Hallo,

    in dem Moment, wo man den Verlust eines Menschen hinnehmen muss, ist nicht Jeder gleich frei, um den Verlust in Tränen auf zu lösen, das wäre befreiend, aber nicht immer ist der Kopf oder die Seele bereit. Du brauchst noch länger, um Deine Gedanken zu ordnen und eine Traurigkeit zu zu lassen. Die Umstände sind zu schwerwiegend, die musst Du erst mit der Situation in Einklang bringen, dann kannst Du Dich auch mit Tränen befreien, von dem was Du fühlst. Hier ist es, wie mit dem Kloß im Hals, der Dich verstummen lässt.

  • vor 1 Jahrzehnt

    kenne ich.... das kommt dann noch.

  • vor 1 Jahrzehnt

    ja es gibt halt zweierlei menschen -- abgestuft von ganz weich meist gott belastet bis zu ganz hart ohne , - meist ohne gott

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