Was bedeutet "spätrömische Dekadenz"?

6 Antworten

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  • vor 1 Jahrzehnt
    Beste Antwort

    Dekadenz: (v. frz.: décadence; < afrz.: decadentie < lat.: cadere: „fallen, sinken“), also "Degenerierung", "Werteverfall", "langsamer Untergang"

    spätrömisch: die Zeit von der Krönung Diokletians 284 bis zur Absetzung Romulus' Augustulus 476, oder der Einfall der Langobarden in Italien 568

    Die Historiker-These "Rom stürzte sich selbst von innen" geht auf die Dekadenz im weströmischen Reich (später auch im oströmischen) um 450 zurück. Das Patriziat lebte damals nach purer hedonistischer Grundmoral. Man hätte Rom und Ravenna damals als Sodom und Gomorrha bezeichnen können: Während die unteren Schichten immer mehr verarmten und das weströmische Reich zu einem Entwicklungsland wurde, hat das Patriziertum in purem Luxus und verschwenderisch gelebt. Städte und Gebäude verfielen langsam und es gab keine neuen Bauvorhaben. Es gab Orgien, Essensschlachten und sogar im Senat Saufgelage. Der Kaiser war bloß mehr eine Marionette einiger Oligarchen und Mätressen, was niemand störte, da das Patriziertum sowieso buchstäblich in Wein badete. Menschen wurden zum Vergnügen gefoltert und hingerichtet.

    Man erkennt z.B. beim Lesen mittelalterlicher Historien, dass die "Barbaren" wie Goten und Franken als gebildet und entwickelt dargestellt wurden, während Westrom immerzu negativ konnotiert war. Grund war wahrscheinlich ein moralischer und sozialer Zusammenbruch des weströmischen Reiches nach dem Dominat.

  • Tifi
    Lv 7
    vor 1 Jahrzehnt

    Im Rahmen seines Feldzugs gegen die in Champagner badenden Hartz-IV-Menschen hat der Stellvertreter der Bundeskanzlerin die Parole ausgegeben: »Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein.« Da erinnerte sich der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler: »Die spätrömische Dekadenz bestand darin, daß die Reichen nach ihren Freßgelagen sich in Eselsmilch gebadet haben und der Kaiser Caligula einen Esel zum Konsul ernannt hat.« Insofern stimme Guido Westerwelles Vergleich, meinte Geißler, und fügte hinzu: »Vor 100 Tagen ist ein Esel Bundesaußenminister geworden.«

    Das ist eine grobe Verleumdung des Esels. Kaiser Caligula hat nicht einen Esel, wie der schlecht informierte Herzjesusozialist behauptet, zum römischen Konsul ernannt, sondern sein tüchtiges und erfolgreiches Rennpferd. Westerwelle kann also insofern kein Esel sein, zumal der Esel in der Antike eine angesehene Kreatur war. Christus ritt, von seinen Gläubigen umjubelt, auf einem Esel in Jerusalem ein, und der Dichter Lucius Apulejus hat ein knappes Jahrhundert später seinen »Goldenen Esel« als ein hochintelligentes und von den Frauen hochgeschätztes Geschöpf Gottes gepriesen.

    Nein, so ein Esel ist Guido Westerwelle nicht. In der Weltliteratur gibt es nur einen, mit dem man den rührigen FDP-Politiker vergleichen kann. Mit dem Titelhelden von Brechts Ro­manfragment »Die Geschäfte des Herrn Julius Caesar«. Fest vertäut in ein System gewaltiger Korruption steigt Konsul Caesar, immer wieder von Krisen und Schulden gebeutelt, umso höher auf, je mehr Geschäftsleuten er sich durch deren Spenden verpflichtet weiß. Es bleibt ihnen nichts anderes, als auf ihn zu setzen, wenn sie je etwas von dem Geld wiedersehen wollen, das sie in ihn investiert haben.

  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt

    Das weiß nicht einmal der Westerwelle.

  • x=y
    Lv 7
    vor 1 Jahrzehnt

    Die spätrömische Dekadenz bestand darin, dass die Reichen nach ihren Fressgelagen sich in Eselsmilch gebadet haben und der Kaiser Caligula einen Esel zum Konsul ernannte." Dieser Esel erließ den sogenannten Gerhardius Schroederii, dem berüchtigten Drangsalerlass, der faule Römer in den Wahnsinn treiben sollte. Er war ausgearbeitet worden von einem germanischen Verwaltungssklaven namens Franzus Waltem Steinmei, der später bei der berühmten Schlacht ums Amt unter die Räder geriet und im wilden Afghanistan wuchtige Reden schwang. Doch noch bis ins Jahr 2010 verteilten die Römer einen Großteil des durch Raubzüge (heute: Steuern) angesammelten Staatsvermögens großzügig an ihre Bürger. Arbeiten war zwar billiger, aber das taten nur die Lohn-Sklaven!

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  • vor 1 Jahrzehnt

    Die Römer sind an ihrer Größe gescheitert. Ein Punkt, der uns nicht passieren kann. Die Dekadenz der Römer war ein Schwelgen im Überfluss und eine Kultur, die eben das zum Inhalt hatte. Ganz nebenbei sind Römer in Bruchbuden gestapelt worden, die auch mal zusammenbrechen durften.... die Toten darunter waren ja auch Römer aber halt nicht so reich wie manche anderen.... Sowas schwebt dem Bundeswilly wohl auch vor!?

  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt

    Ich liebe Rom für seine Dekadenz. Kolossale Denkmäler und Ruinen zeugen noch heute davon. Die Agenda 2010 ist kaum eine Fußnote der Geschichte wert und wird in 100 Jahren in keinem Geschichtsbuch verzeichnet. Aber sie geht dem hehren Vok von heute mächtig aufs S.c.h.w.e.i.n !!!

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