Welchen Sinn hat eigentlich der Erwerb von Wissen, wenn alles beim Sterben sowieso weg ist?

Hi Leute,

also, ich bin so der wissbegierige Typ Mensch, ich kann mich für alles mögliche interessieren und begeistern. Und ich lese gerne und viel.

Allerdings frage ich mich, was hat das alles für einen Sinn, die vielen Bücher, die ich schon gelesen habe und die vielen Dokus, die ich mir angeschaut habe und das ganze Wissen, das ich mir angeeignet habe....das ist alles verschwunden und für die Katz, wenn ich mal sterbe.

Ich meine, selbst wenn die Seele überlebt und wiedergeboren wird, müsste ich dann alles nochmal lesen und anschauen.

Ich rede jetzt nicht von den essentiellen Sachen, wie lesen und schreiben, was man halt so für die Gesellschaft braucht, ich meine eher das Wissen, welches man sich von selber, rein aus Interesse aneignet.

Ist das nicht alles total sinnlos und man könnte genausogut in seiner Freizeit einfach bloss dasitzen und warten bis man stirbt.

Ich weiss nicht genau, ob rüberkommt, was ich meine, aber manchmal frage ich mich, warum ich mir die Mühe mache, wenn doch alles in ein paar Jahren weg ist.

Was meint Ihr dazu???

17 Antworten

Bewertung
  • vor 1 Jahrzehnt
    Beste Antwort

    Die Sinnlosigkeit entsteht durch Dein anachronistisches Denken.

    Du sattelst das Pferd von hinten auf.

    Zunächst ist Dein Wissen eine wertvolle Grundlage für Dein Leben. Auch wenn Du vielleicht spezielles Wissen nie benötigen wirst, so hat Dir das Lernen doch aufgezeigt, das es einen Zusammenhang von Ursache und Wirkung gibt, das es zu fast allen Entscheidungen Alternativen gibt und das es Dinge gibt die man tun, oder besser lassen sollte. Das hilft Dir bestimmt, Deine Situationen zu beurteilen, Entscheidungen zu treffen oder Risiken zu kalkulieren... Ein interessanter Aspekt ist auch, das man mit Gleich- oder Bessergebildeten auf guter Grundlage kommunizieren kann, insofern bietet Wissen auch eine Grundlage für soziales/ kommunikatives Umfeld und somit für Selbstbewußtsein und Selbstwert - ein Grundbaustein für Lebensqualität.

    Letztlich kannst Du dieses Wissen weitervermitteln, an Deine Kinder, Enkel oder wen auch immer - und somit zu einem Multiplikator für Information werden, vielleicht als Vorbild dienen und Interesse für Dinge wecken. Sieh einfach nicht das Wissen und dessen Anhäufung als ein Ziel, sondern als ein Werkzeug, Dein Leben interessant und lebenswert zu machen.

    Ich hoffe, das ich Dir Mut machen konnte, Deine Wissbegierde beizubehalten!

  • vor 1 Jahrzehnt

    Der Erwerb von Wissen und Erkenntnissen dient zunächst dem Zweck, die Fülle und Vielgestaltigkeit der gewonnenen Erfahrungen zu strukturieren, ihnen ein Muster beizulegen (und sei es nur ein derart grobes wie "gut" - "schlecht"). Insofern erhöhen Wissen und Erkenntnisse die Überlebenschancen eines Tieres (nicht nur des Menschen) auf diesem Planeten.

    Nun gibt es - allein unter den Menschen - Wissen, welches nicht zur Erhöhung der Überlebenschancen auf diesem Planeten beiträgt (wie z.B. welche Ansicht Aristoteles über Kunst vertreten hat oder in welchem Jahre und aus welchem Anlaß C. Iulius Caesar den Rubikon überschritten hat oder welcher Unterschied zwischen einem Protonenakzeptor und einem Protonendonator besteht etc.). Manche Kenntnisse und Fertigkeiten können auch schlichtweg irrelevant für mein Überleben sein; z.B. wie ich ein 4-hebiges jambisches Gedicht in Kreuzreimstellung zu dichten habe. Und es gibt Erkenntnisse, die meine Überlebenschancen auf diesem Planeten weder verringern noch vergrößern; z.B. daß eine Studie der Uni Göttingen herausgefunden hat, daß langjährige Weintrinker eine kleinere Amygdala haben als langjährige Schnapstrinker.

    Man könnte sagen: Das Wissen und die Erkenntnisse und die daraus zum Teil resultierenden Kenntnisse und Fertigkeiten - all dieses, was man sich während eines Lebens aneignet - ist hinsichtlich ihrer Brauchbarkeit verschieden - und auch in ihrer Brauchbarkeit in bezug auf verschiedene Zwecke gewichtet.

    Daß all dies mit einem Menschen stirbt, muß nicht notwendigerweise der Fall sein. Man kann seine Gedanken und Erkenntnisse oder zumindest einen Teil davon ja aufschreiben, dann sind sie für die Nachwelt gesichert und die kommenden Generationen können auf diese Erkenntnisse bauen (oder sie verwerfen - wie auch immer).

    Doch auch unabhängig davon gibt es im Menschen etwas - man könnte es Neugierde nennen oder Erkenntnistrieb oder ein Gefühl der Ungenügendheit, welches einem das Unwissen gibt - es gibt etwas im Menschen (zumindest in einigen von ihnen), das ihn antreibt, mehr über die Welt zu erfahren, mehr über das Weltall, in dem dieser Planet sich befindet ... Zusammenhänge erkennen zu wollen - wissen zu wollen, warum die Dinge so sind, wie sie sind, und auch, wie der Mensch sich die Dinge und deren Eigenschaften und Zusammenhänge für sein Wohl nutzbar machen kann.

    Du fragst aber natürlich nach dem Sinn des ganzen vor dem Hintergrund der Endlichkeit, und Du fragst nach dem persönlichen (individuellen) Sinn des Wissenserwerbs. Ich frage mich seit einiger Zeit nach dem Wissenserwerb der Menschheit als solcher vor dem Hintergrund, daß in ca. 4 oder 5 Mrd. Jahren eh alles auf diesem Planeten verbrennen wird, wenn die Sonne zum roten Riesen anschwellen wird (woher wir das wissen? Nun, wir vermuten es aufgrund der astrophysikalischen Erkenntnisse, welche die Forscher und Wissenschaftler gewonnen haben): man muß sich vorstellen: Wenn es der Menschheit nicht gelingt, den Weltraum zu kolonisieren, dann wird alles von ihm je Geschaffene, Aufgeschriebene, Gespeicherte etc. vernichtet - auch lange nachdem der Mensch ausgestorben sein wird (nur die Radiowellen, die wir senden, werden wohl noch als kleines verzerrtes Rauschen durch das Universum schwirren).

    Aber noch einmal - ich schweife ab: Was ist der Sinn des ganzen?

    Vielleicht, daß er sich seiner Eigenart inmitten der anderen Kreaturen bewußt wird, sich aber auch der Endlichkeit aller Dinge bewußt wird, daß er einen Nutzen aus diesem Wissen für sich zieht, mit dieser erschreckenden Endlichkeit sich zu versöhnen, verschiedene Denk- und Gedankenwelten kennenzulernen, um sich in der seinigen besser orientieren zu können, und ja, wenn es auch profan klingen mag: letztlich sogar auch aus Vergnügen.

    Auch das Wissen lebt nicht ewig - der Brand der Großen Bibliothek in Alexandria muß jedem Wißbegierigen, der auch nur erahnen kann, welche antiken Wissensschätze dabei verloren gingen, schmerzen und ihm ein Menetekel sein - vor allem, was es dabei mit Begriffen wie "Zivilisation" oder - noch besser und bedenkenswerter - "Wissensgesellschaft" auf sich hat. Daß uns ein Text überkommen ist wie Senecas De brevitate vitae, ist insofern umso höher zu schätzen.

  • Das liegt in der Natur des Menschen - schon ein Kleinkind fragt ständig "warum ...?"- und wenn das nicht so wäre, dann wären wir wahrscheinlich schon mit den Mammuts ausgestorben :)

    Die Sinnsuche und Wissensgier ist uns mit der Vernunft 'mitgegeben' worden.

    Versuch das mal zu unterdrücken, dann merkst du, dass du damit ein Bedürfnis unterdrücken willst.

    Und ,wie schon geschrieben, ist es 'nicht ohne' :), alles in Frage zu stellen........keinesfalls ist man damit glücklicher.....

  • vor 1 Jahrzehnt

    Theoretisch könnte man sich ja auch gleich einfach selbst umbringen, denn im Endeffekt macht das genauso viel Sinn, also gar keinen.

    Oder du kannst einfach machen was du willst, ohne dafür genau die Gründe zu kennen. Zuviel Nachdenken ist nämlich oft auch nicht so gut, besonders wenn es darum geht glücklich zu sein, bzw. werden zu wollen.

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  • ?
    Lv 5
    vor 1 Jahrzehnt

    Das Gehirn Deines Leibes und was dort gespeichert ist nimmst Du natürlich nicht mit ins Jenseits. Denn das Leibesgehirn verwest mit dem Leib.

    Aber alle Deine Gedanken und Träume, die Du im Herzen Deiner Seele gespeichert hast, nimmst Du mit ins Jenseits und lebst ewig darin!

    Wichtig für das Leben im Jenseits ist nicht vor allem das viele Lesen, das viele Wissen, sondern die uneigennützigen Taten der Nächstenliebe.

    Dazu gehört: die Hungrigen zu speisen. Die Durstigen zu tränken. Die Bedürftigen zu beherbergen. Die Nackten zu bekleiden. Die Kranken zu besuchen und zu den Gefangenen gehen.

  • vor 1 Jahrzehnt

    Oh, welch schöne Frage!

    Es gab vor nicht allzulanger Zeit die Erkenntnis das sich unser allgem. Wissen alle 11 Jahre komplett erneuert.

    Voraussagen gehen schon für die nächsten Jahre von 4 - 6 Jahren aus,

    Dafür drei Jahre lernen? Oder Studieren.

    Logischer weise wären alle Lehrpläne veraltert.

    Man müsste nur noch lernen wo und wie ich wann an welche Info komme.

    Ich möchte ein Beispiel anbringen:

    Ich erlernte mit sehr jumgen Jahren den Beruf des Malers und Lackierers. Ich machte in diesem Beruf auch mal die Meisterprüfung.

    700 Std. Chemie erlernten mich jedesmal zu erfragen,was passiert,wenn ich dieses oder jenes tu.

    Ich habe gelernt dieses für meine anderen beruflichen Tätikeiten zu nutzen.

    Ich habe, wie viele Menschen auch, jede berufliche Situation genutzt, um mich weiter zu bringen. Oftmals ergab der Moment keinen Sinn!

    Heute,mit über 40 Jahren "Arbeiten", weiß ich, alles,wirklich alles fügte sich aneinander,leine Zeit war "umsonst".

    Nein,manche Wege geht man und erkennt sie erst später.

    Lebe den Augenblick und gebe alles für deinen momentanen Lebenssinn, es macht Sinn.

    Gruß vom Paten

  • vor 1 Jahrzehnt

    Wenn Du bekloppt durch die Welt gehen willst macht der Erwerb

    von Wissen in der Tat keinen Sinn

    Gruß

    PitBabba

  • kurt j
    Lv 7
    vor 1 Jahrzehnt

    Das wissen was du im Leben erlangst das kannst du während deines Lebens in Taten oder auch erweiterungen umsetzen damit deine Nachfolger egal welcher Couleur mehr wissen beibringen oder hinterlassen. Der einzige sinn der zu hinterfragen ist, wofür ist das leben überhaupt da und angebracht, um die erde wachsen zu lassen mit deiner Stofflichen hinterlassenschaft?. Das ist mein problem das demnächst gelöst wird, da weiß ich nicht was Du für ein Problem mit deinem angeeigneten Wissen hast

  • Jessi
    Lv 5
    vor 1 Jahrzehnt

    Ich habe schon viele Dinge gekonnt als ich noch ein Kind war, die ich in diesem Leben nicht gelernt hatte. Man könnte das Talent nennen, aber ich denke, dass ich mir dieses Wissen in einem anderen Leben erworben habe. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass man hier ist um soviel wie möglich zu lernen und das tue ich auch. Ein bisschen ist das vielleicht auch einen Frage der Intelligenz, denn je höher der Quotient ist, desto mehr Interesse hat man am Lernen. Für den Level der Intelligenz kann man nichts, der ist genetisch veranlagt, aber man hat dann ein mehr oder weniger gutes Handwerkszeug um etwas draus zu machen wenn man es will. Für mich macht das Leben umso mehr Spass, desto mehr Wissen und Fähigkeiten man erlangt.

  • Klaus
    Lv 7
    vor 1 Jahrzehnt

    Deshalb sind wir ja bei YC, um unserer Wissen weiter zu geben.

    Na ja, nicht nur.

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