Anonym

Woher kommt dieses blödsinnige Argument "Wenn alle Menschen schwul wären, würde die Menschheit aussterben?"?

In den Pro-/Contra-Debatten z.Thema Homosexualität wird immer wieder angeführt, dass Homosexualität nicht natürlich sein kann, denn wären Alle homosexuell, würde sich niemand mehr fortpflanzen und der Mensch würde aussterben.

Ich tue mich, gelinde gesagt, mit diesem Argument schwer; Hätte meine Oma Reifen, wäre sie ein Bus. Klar würde eine Spezies aussterben, wenn sich niemand fortpflanzte (einmal Ralf Königs Möglichkeit seiner "Rammelbären-Sexualität" beiseite lassend), aber wer redet denn davon, dass die gesamte menschliche Population eigentlich homosexuell ist? Geht es nicht um ein paar Prozente, zwischen 3 und 20 %, je nach Quellen und nach Gusto des jeweiligen Verfassers? Wie viele Heten pflanzen sich nicht fort, abwohl sie's könnten?

Rein biologisch kann man diese Argumente natürlich aushebeln: Fortbestand der Population, Gaußsche Normalverteilung etc. pp.

Was mich interessiert: gibt es andere Wege, dieses Argument (bzw. den Sinn dahinter) zu entkräften? Wenn ja, welche? Und, wie geht Ihr mit diesem Blödsinn um, Homosexualität aufgrund von "Natur"-Argumenten abzulehnen?

Update:

@Suzie: Wüsste nicht, was mir als Hochschuldozenten eine Religionslehrerin über Gauß'sche Normalverteilung beibringen könnte. Das mag jetzt arrogant klingen, aber irgendwo ist Schluss, einmal davon abgesehen, dass Du offensichtlich meine Frage nicht verstanden hast, und sie folglich auch nicht beantworten konntest.

Update 2:

@Suzie: Der Nachsatz kam zu spät. Die Antwort war schon 'raus.

Update 3:

@Sommerkleidchen: Touché! Als Lesbe ist es natürlich etwas Anderes *breitgrins*, da ist die KB eine machbarere Alternative als die Leihmutterschaft erscheint. Danke für den HInweis! Als Schwuler kennt man einfach zu wenig Lesben...

Update 4:

@Holladiria: Sorry, entweder habe ich mich zu kompliziert ausgedrückt, oder Ihr lest die Frage nicht richtig. Andere argumentieren mit dem Konstrukt "was wäre, wenn alle...". Ich halte dagegen, dass es doch eh' nur 3 - 20 % der Bevölkerung betrifft. Nimm mir das mit dem Hochschuldozenten nicht übel, aber Suzie/Pilgrim kenne ich seit einiger Zeit, und wir fetzen uns regelmäßig. Wenn sie's meiner Ansicht nach zu weit treibt, lass ich auch schon 'mal den Akadämlichen 'raushängen. "Fremden" gegenüber schlage ich für gewöhnlich weniger arrogante Töne an. Schönen Abend noch!

Update 5:

@Stani_Christine: Mit Verlaub, Du hast die Frage nicht gelesen. Es ging nicht darum, das Argument zu wiederholen und es selbst zu unterstützen, sondern es ging darum, wie Betroffene, zu denen Du offensichtlich nicht zählst, damit umgehen.

Außerdem tragen homosexuelle Paare sehr wohl zum Fortbestand der Art bei, vielleicht nicht durch eigene Nachkommen, aber in Tiergesellschaften hat man gesehen, dass sich homosexuelle Paare an der Versorgung der Jungtiere beteiligen und somit die Überlebenschancen dieses Nachwuchses steigern, ähnlich wie bei einigen Vogelarten die Jungtiere aus der vorherigen Brutsaison es tun.

Update 6:

@Mischma2: Liebe Mia, auch ich habe mich anfangs köstlich amüsiert und habe dann versucht, ihr das, so höflich es ging, zu verklickern. Es gibt Leute, die in ihrer Einfachheit sehr erfrischend sein können...wenn man denn davon ausgehen kann, dass ihre mitunter absurden Denkweisen keine Verbreitung finden.

17 Antworten

Bewertung
  • Komet
    Lv 7
    vor 1 Jahrzehnt
    Beste Antwort

    Ich habe mich im Rahmen meiner Diplomarbeit ("Sollten Homosexuelle Kinder erziehen dürfen") in mehreren Internetforen herumgetrieben, in denen lesbische oder alleinstehende Frauen Samenspender suchten.

    Unter diesen Samenspendern fanden sich immer wieder schwule Männer, die den Wunsch nach einer ganz normalen Patchworkfamilie hatten.

    Das Konzept "Regenbogenfamilie" ist derart beliebt, dass es von der Bundesregierung und von einzelnen Ländern finanziell unterstützt wird.

    Homosexuelle Menschen HABEN Kinder.

    Und sie hatten sie schon immer irgendwie.

    Ob diese nun Resultat einer heterosexuellen Beziehung sind, die vor dem Outing geschlossen wurde (wie ich es zum Beispiel bin), aus einer heterosexuellen Kurzbeziehung, die allein zum Kinderkriegen geschlossen wurde (ob nun mit oder ohne das Wissen des anderen Beteiligten) oder ob sie entstanden, weil der Kinderwunsch zu groß war und andere Möglichkeiten gesucht wurden, um den Kinderwunsch zu erfüllen, ist dabei unerheblich.

    Schwule Männer und lesbische Frauen haben Kinder (in deutschland leben zwischen 700.000 und 1.000.000 Kinder bei homosexuellen Eltern)

    Punkt aus.

    Und sie haben den gleichen Kinderwunsch, wie andere, heterosexuelle Menschen auch. Der Kinderwunsch wird nicht von der sexuellen Orientierung bestimmt sondern von den psychologischen Besonderheiten der Persönlichkeit eines Menschen.

    Mal ganz davon abgesehen, dass es nun einmal nicht so ist, dass alle Menschen homosexuell sind, und eine Verteufelung von Homosexualität als Bedrohung für die Menschheit absolut absurt ist, selbst WENN alle Menschen homosexuell wären, wären sie dennoch auf natürliche Weise an ihren Selbsterhaltungs- und ihren Fortpflanzungstrieb gebunden und würden andere Formen der "natürlichen" Fortpflanzung wählen (ich hoffe, du bist kein Soziologe, sonst hab ich jetzt verloren...von wegen Triebe und so), dann wären künstliche Fortpflanzungsmöglichkeiten oder kurzfristige Mann/Frau Beziehungen zur Fortpflanzung die gesellschaftliche Norm und niemand würde sich daran stören.

    Wer weiß, vielleicht gibt es irgendwo eine Welt, in der 4er-Ehen "normal" sind? Also jeweils ein Frauen und ein Männerpaar, die gemeinsam in einem Haus/einer Wohnung eine Horde Kinder erzieht?

    Aber, wie du schon richtig erwähnst, nur zwischen 4 und 10 Prozent der Bevölkerung (manche Studien sprechen auch von bis zu 20, aber das halte ich für sehr großzügig geschätzt) sind überhaupt homosexuell.

    Warum eigentlich die Aufregung dann?

    Quelle(n): Wer alle meine Quellen will, soll sich melden. Er kann sich aussuchen, ob er mein Litereaturverzeichnis, einen Lesetip oder meine eigene Arbeit haben will (die geb ich aber erst raus, wenn sie voll bewertet ist und das auch noch hoffentlich gut, in 2 Wochen.)
  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt

    Gegenfrage an Alle :

    Warum existiert heute noch so eine blödsinnige Homophobie , die zu solchen "Argumenten" führt ???

    Gäbe es gar keine Schwulen , wäre die Welt ärmer .

    Entschuldige , Sommerkleidchen , ohne Euch natürlich auch . Ich als ausschließlich heterosexueller Mann bekenne mich freimütig zu meiner Freundschaft zu einem schwulen Tierarzt . Seine andersartige Orientierung finde ich interessant , aber für mich nicht nachvollziehbar .

    Es ist schon etwas erbärmlich , einen Mitmenschen nur darüber zu definieren , was ihm oder ihr in der Kiste gefällt . Sein Ding , finde ich .

    Nachtrag

    Vor einigen Jahren hatten wir in SWH ein schwules Storchen-Paar . Wildlebende , wohlgemerkt um das "Argument" von der "Käfigsituation" zu entkräften . Sie haben genistet , die unterschobenen Eier ausgebrütet und die Jungstörche bestens aufgezogen und auf´s Leben vorbereitet . Wer sage da noch , Schwule oder Lesben seien schlechtere Eltern ?

    Außerdem fällt mir gerade ein , warum die Saurier ausstarben . Das war gar kein Meteroit , das waren alles riesengroße Tunten ! Da hat "Gott" der "HErr" sie mit dem Aussterben bestraft .

  • vor 1 Jahrzehnt

    Ich kapier das überhaupt nicht. Einmal aus eigener Erfahrung als Mutter und Liebhaberin einer Frau kann ich sagen, daß meine Gene trotz Homosexualität weitergegeben werden.

    Nicht jeder Geschlechtsakt muß auf der gleichen Schiene fahren, die Kinder von Thomas Mann sahen das wohl auch so.

    Das Totschlagargument "Wenn jeder.." ist so dumm wie unnötig. Wenn jeder nur machte was jeder macht, würden wir immer noch auf den Bäumen hocken.

    Wenn ich das richtig weiß, liegt die Reproduktionsrate in Deutschland bei 1,3 oder so. Die Ursache dafür ist nicht, daß die Schwulen keine Kinder bekommen sonden daß die Gebährfähigen keine Kinder wollen. Ist die kinderlose Zusammelebensform jetzt zu kritisieren?

    Zur Entkräftung des o.a. Arguments: Wenn nur die Dinge zählen, die vordergründig nützlich sind, dürfte es keinen Sport geben, keine Spiele und kein schönes Essen in 6 Gängen. Das alles ist auch nicht für das Überleben der Menschheit notwendig,

  • vor 1 Jahrzehnt

    Homosexualität ist eine Variable der Evolution und schon dadurch vollkommen natürlich.

    Auch unter Tieren äußerst beliebt und gut verbreitet. Bei den Königspinguinen beträgt der Homoanteil um 10%, nicht mangels Weibchen, sondern diese 10% bevorzugen eben Männchen als gleichgeschlechtlichen Partner.

    http://www.geo.de/GEO/natur/tiere/287.html

    Wer sich zudem die (Über-)Bevölkerungsentwicklung anschaut, wünscht sich fast, das sich der Homoanteil möglichst schnell erhöht.

    http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Bild:Wor...

    So wie es aussieht sind nicht die Homosexuellen sondern die hohe Reproduktionsrate das große „Menschheitsproblem“.

    http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cberbev%C3%B6lke...

    Viele denken auch zu eingleisig, auch für Homosexuelle ist es überhaupt kein Problem sich genetisch weiterzugeben. Entweder natürlich, man sollte das bisschen pímpern nicht überbewerten oder eben in vitro. Persönlich schätze ich den Elternanteil bei den Homosexuellen auf mindestens 50%.

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  • vor 1 Jahrzehnt

    dieses argument: es sind aber halt nicht alle homosexuell, also wen interessierts?

    das "gegen die natur" gelabere:

    autofahren ist unnatuerlich

    kleidung tragen ist unnatuerlich

    essen im supermarkt in plastik eingeschweisst kaufen ist unnatuerlich

    fernsehen ist unnatuerlich

    Clevern ist unnatuerlich

    (...endlos lange liste...)

    genau genomen definiert sich unnatuerlichkeit ja gerade dadurch, dass es alles ist was menschen machen, das tiere nicht tun.

    wenn man also alles was nur von menschen und nicht von tieren gemacht wird als masstab nimmt, fordert man am ende, der mensch solle auf das niveau von tieren zurueckfallen.

    oder mein lieblingssatz gegen alle intoleranz:

    tut's dir weh? wenn nicht, was willst du dann?

  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt

    Wie will man das entkräften? Es wird als Beweis angesehen das Tiere nur in Gefangenschaft Homosexuelle Neigungen entwickeln. Wenn man versucht das zu entkräften da es in der freien Natur ebenfalls Homosexualität unter Tieren gibt dann muss die Umweltverschmutzung als Ursache dafür herhalten. Demnächst wird wohl noch die Klimaerwärmung als Beweis hinzukommen.

    Ähnlich wird die Argumentation bei menschlicher HS ausfallen.

    Selbst wenn jemand den wissenschaftlichen Beweis erbringt das HS normal ist, wird je nach politischer Motivation und Grad der Homophobie deines Gesprächspartners, der Beweis angezweifelt weil es entweder jüdische oder homosexuelle Wissenschaftler waren die diese Studie durchführten. Damit ist der wissenschaftliche Beweis in den Augen deines Gesprächspartners ungültig.

  • vor 1 Jahrzehnt

    Meiner Meinung nach,kommt das von einer falschen Vorstellung davon was "natürlich" ist.

    Im übrigen finde ich es eh erstaunlich,das dieses Argument der "Unnatürlichkeit"zum großteil von denen kommt,welche teile der Biologie ablehnen.

  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt

    Suizidgefährdung vererbt sich auch weiter, aber Lemminge gibts auch noch.

    Ist ein wenig wie mit Bakterien, bei einer Pandemie (nein ich möchte Homosexualität nicht mit einer Seuche gleichstellen) sterben alle bis auf die statistischen 5%, die resistent sind, und die vermehren sich weiter.

    Ein solches "ALLE sind schwul" ist rein statistisch problematisch.

    Gehen wir trotzdem von dem hypothetischen Fall ALLE aus, sind sexuelle Neigungen nicht das Unterbinden der Möglichkeit Fortpflanzung oder dem Wunsch nach Nachwuchs.

    Gibt es doch genug gleichgeschlechtliche Paare mit Adoption und/oder Leihmüttern/-vätern.

    Nur weil man etwas nicht WILL, heißt das nicht die Möglichkeit des KANN hört auf. Nur weil jemand homosexuell ist, wird er nicht plötzlich unfruchtbar.

    Und selbst wenn alle Menschen plötzlich eingeschlechtlich werden/sind, müßten wir uns mit den Möglichkeiten von Haploidisierung auseinandersetzen, bevor der letzte Mensch vergeht.

    wer soetwas erzählt sollte nochmal bei Bienchen und Blümchen anfangen und Sätze vergessen wie:"wenn Mama und Papa sich ganz doll lieb haben..." Liebe ist keine Vorraussetzung zum Schwanger werden, sondern Befruchtung.

    Quelle(n): G. Hirn
  • vor 1 Jahrzehnt

    das ist doch quatsch, es gibt auch andere alternativen---wissenschaft sage ich da nur

  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt

    @toxy

    Toll toxy, was soll man denn bitte antworten, wenn du schon alles so toll beantwortet hast?

    Da will man einmal was tolles antworten und dann hats schon ein anderer gemacht. DANKE GOTT!!!! DANKE!!!!!!! VIELEN DANK!!!!

    Ach ja vielleicht noch eine Sache:

    Der Mensch ist (wie ja schon verdammt noch mal gesagt wurde) der Inbegriff der Unnatürlichkeit und unterwirft sich ja (oberflächlich?) vielen Gesetzen nicht mehr.

    Sollten also alle schwul werden, würden wir in unserer Art der Fortpflanzung halt einfach noch unnatürlicher werden und das Befruchtungs-Rendezvous zelebrieren, in der man halt kein Kondom, sondern ne lange Einführ-Spritze mitnimmt.

    Wir WISSEN ja woher die Kinder kommen. Das würden wir ja nicht vergessen, nur weil wir Lust auf was gleiches haben.

    @Wieselking

    *Klugscheissmodus an*

    Lemminge bringen sich nicht um, das ist ein Mythos den die Walt Disney Company in die Welt gesetzt hat, als sie 1958 in einem Tierfilm Lemminge mit wilden Hunden über eine Klippe gehetzt haben um den Anschein des Suizids zu erwecken. *Klugscheissmodus aus* ;)

  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt

    Ich würde sagen, wenn alle Frauen männliche Geschlechtsorgane hätten, müssten wir nicht schwul bleiben! Dann ist Zeugungsunfähigkeit auch unnormal, und Single-Leben sowieso! Wir sind ja nun angeblich höher gestellt als die Tiere, dann sollte man doch davon ausgehen können, dass wir nicht danach eingeordnet werden, wie erfolgreich wir uns fortpflanzen. Wenn der Natur so viel daran läge, dass wir uns ALLE fortpflanzen, gäbe es noicht so viele Missverständnisse zwischen Männern und Frauen, oder man könnte sich selbst befruchten, um die lästige Partnerwahl auszuschließen. Ich distanziere von solchen Balzritualen, mal abgesehen davon, dass ich mich durchaus fortpflanzen kann, wenn ich es will, es sagt ja niemand dass ich mit der Mutter des Kindes den Rest meines Lebens verbringen muss! Kurz zusammengefasst, ich hab mir bestimmt selbst 14 mal widersprochen, ich stimme dir voll und ganz zu, diese These ist der absolute Stuss

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