warum werden psychische erkrankungen von der gesellschaft negativer bewertet als andere....?

also wenn jemand eine suchterkrankung hat (z.b. alkohol-, drogenabhängigkeit, essstörungen,...), oder andere psychische erkrankungen (depressionen, neurosen, psychosen, etc...), dann heißt es es ja oft: selber schuld, so´n weichei, fall für´s irrenhaus, hat was an der klatsche, volltrottel...

hat jemand dagegen eine andere krankheit wie z.b. krebs, MS, oder ist ein unfallopfer, etc... eben etwas "wofür er nichts kann", dann wird er bedauert und bemitleidet.

klar, die krankheitsbilder sind nicht vergleichbar, aber warum werden manche krankheiten als solche anerkannt und andere nicht, sind sogar verpönt...?

16 Antworten

Bewertung
  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt
    Beste Antwort

    Weil es nach dem Leistungsprinzip beurteilt wird.

    Der Mensch hat "gefälligst" zu funktionieren und sich um jeden Preis dieser Gesellschaft, deren Werte ja sicher mehr als nur fragwürdig sind, unterzuordnen und seinen ihm zugewiesenen Platz einzunehmen.

    Und die, die psychisch erkranken habe es eben nicht geschafft. Selbst dran Schuld, bist halt zu schwach blah bla.

    Diese "anderen" Krankheiten sind ja teilweise die Folgen dieser Geisteshaltung.

    Und wäre Michael Schuhmacher in Ausübung seines Leistungssports verunfallt und gestorben, die Nation der "schneller, höher, weiter" Brüller hätte ihm ein Denkmal gesetzt, so groß wie Mount Rushmore.

    Alles ein einziger, riesengroßer Betrug, in dem die Akteure sich gegenseitig mit Champagner bespritzen und Konfetti in die Visagen werfen.

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  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt

    Ja, der Gang zum Psychiater zählt nicht genauso, als wenn du einen anderen Arzt aufsuchst, trotzdem die Seele genauso krank werden kann, wie der Körper.

    Irgendwie ist das negativ behaftet, weil verrückt = reif für die Klapse!

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  • vor 1 Jahrzehnt

    Viel dürfte daran liegen, dass die meisten Menschen über (vor allem) psychische Erkrankungen nicht ausreichend bzw. falsch informiert sind. Depression ist da ein schönes Beispiel. Jeder glaubt zu wissen, was Depression ist, weil er "ja auch schon mal einen schlechten Tag hatte". Aber das ist Depression eben gerade nicht; genauso wie z.B. Migräne etwas völlig anderes ist als die Kopfschmerzen, die jeder mal hat. Da neigt man dann dazu, die Schuld beim Erkrankten zu suchen, denn man glaubt die Krankheit ja zu kennen und hält sie für nicht schlimm und mit einiger Willensanstrengung (oder einer Tablette) überwindbar.

    Das ist sicher nur eine Teilerklärung. In Wirklichkeit dürften da komplexere gesellschaftliche Systeme am werkeln sein; aber so sehr ich mich für Soziologie interessiere: In DIE Thematik möchte ich nicht tiefer einsteigen. Das würde meine Verachtung für die Mehrheit der Menschen vermutlich nur vergrößern. "Ignorance is bliss."

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  • vor 1 Jahrzehnt

    Du wirst lachen (oder auch nicht), genau deine Frage habe ich Studienkollegen gestellt und dies als Antwort bekommen:

    "Weil man psychische Erkrankungen und Sucht nicht auf Anhieb sieht. Wir glauben nur, was wir sehen."

    Ich habe einen richtig lieben und guten Freund. Er wird für psychisch instabil erklärt, weil er aufgrund einer Krankheit (die man nicht sieht und dadurch von anderen natürlich sofort als harmlos eingestuft wird) sein ganzes Leben umsortieren muss.

    Die Deppis merken gar nicht, dass sie ihm das Leben unnötig schwer machen.

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  • vor 1 Jahrzehnt

    Kann mich corleone nur anschließen!!

    Es wird am besten gar nicht erst über so was geredet....... wer psychisch krank ist, hat eben Pech gehabt in dieser Gesellschaft. Ein Grund mehr, warum ich diese Gesellschaft nicht sehr mag. ^^

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  • vor 1 Jahrzehnt

    weil die Bewölkung angst vor so etwas hat und es für sie abnormal ist.

    ist für mich die beste Erklärung

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  • Seelische Störungen die kann man nicht anfassen und nicht auf einem Röntgenbild sehen, das macht den Menschen Angst. Dann heißt es auch oft "stell dich nicht so an".

    Nach einem Unfall kann man es demjenigen ansehen, dass es ihm nicht gut geht und den kann man eher bemitleiden. Is leider so.

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  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt

    In meiner Firma hat mich jemand schief angesehen wegen meiner Alkoholkrankheit...

    Dann erkrankte er selbst am Burnout-Syndrom.

    Heute ist er mir gegenüber der freundlichste Mensch überhaupt.

    Was ich damit sagen will, ist, daß viele, die selbst nicht betroffen sind, sich garkein Bild davon machen können, wie schlimm eine psychische Erkrankung ist und wie schwer es ist, sie zu besiegen.

    Nicht, daß ich irgendjemandem eine solche Erkrankung wünschen würde - im Gegenteil. Ich wünsche das meinem schlimmsten Feind nicht.

    Aber der ein oder andere bräuchte das vielleicht mal, um sich überhaupt ein Urteil erlauben zu können.

    Liebe Grüße, Toffi ;o)

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  • vor 1 Jahrzehnt

    Für eine psychische Erkrankung kann ein Mensch auch nichts, dass muss man noch mal unterscheiden zur Suchtkrankheit, obwohl man den Suchtkranken trotzem nicht verurteilen sollte...

    Ich denke in eine psychische Erkrankung können gesunde Menschen sich schlechter hinein versetzen, als in eine körperliche. Dem psychisch Kranken sieht man die Erkrankung auch oft nicht an, dass vermittelt wahrscheinlich den Eindruck, kann ja nicht so schlimm sein....

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  • vor 1 Jahrzehnt

    ich denke krankheiten die mit dem kopf zu tun haben die depressionen usw. sind ja relative neue krankheiten nicht das es die nicht vor 1000 jahren nicht auch schon gab aber eben erst so in 19.-20. jahrhundert haben sich erst menschen damit richtig beschäftigt und da sowas sehr neu ist denke ich braucht es bis die gesellschaft das akzeptiert... das ist das selbe wie mit dem fernsehn damals haben sie noch alle gemerkert wenn man zu lange da vor hing heute ist es "normal" heute merckert dam dafür über computerspieler =) und vor mehreren tausend jahren haben viele menschen über die schrift gemeckert... heute unvorstellbar eine welt ohne schrift damals wurde dagegen angekämpft

    also ich denke es braucht seine zeit bis sich die gesellschaft daran gewöhnt=)

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