Vom Saulus zum Paulus - Bedeutung?

Ich beschäftite mich mit christlichen Themen obwohl ich frühe nichts damit am Hut hatte. Eine Bekannte sagte neulich zu mir: Vom Saulus zum Paulus. Was meint Sie konkret damit? Ist dies negativ gemeint oder will sie mich aufziehen? (Ich kenne zwar die Geschichte aus der Bibel aber ich habe ja keine Christen verfolgt und getötet)

9 Antworten

Bewertung
  • vor 1 Jahrzehnt
    Beste Antwort

    Auch wenn Du niemanden getötet hast, warst Du vorher gegen Gott und bist jetzt für ihn. Im Falle von Paulus war die Nachfolge genauso leidenschaftlich wie vorher die Verfolgung.

    Ich würde das eher als Kompliment betrachten.

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  • vor 1 Jahrzehnt

    Vom Ungläubigen zum Gläubigen.Vom Gegner zum Befürworter. Das ist nichts Abfälliges.

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  • vor 1 Jahrzehnt

    Saulus hat sich komplett verändert....wie du vielleicht....erst war er total gegen das christentum...und dann war er ein missionär sozusagen....auf heute übertragen bedeutet, dass wenn ein mensch sich total verändert hat, dass man ihn überhaupt nicht wiedererkennt, dass er vom saulus zum paulus wurde!!!!

    Quelle(n): religionsunterricht
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  • vor 1 Jahrzehnt

    Saul hieß immer Saul. Er wird nicht seit seiner Bekehrung vor Damaskus "Paulus" genannt, sondern seit seiner und des Barnabas Begegnung mit dem römischen Statthalter Sergius Paulus bei der ersten Missionsreise auf Zypern in der Stadt Paphos. (Siehe Apostelgesch. 13,7 und 9).

    Quelle(n): Das kann jeder in der Bibel nachlesen. Nur genau hinschauen muss man.
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  • vor 1 Jahrzehnt

    Seine Meinung um 180° ändern.

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  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt

    Paulus war bereits dicht an die Stadt herangekommen, als ihn plötzlich um die Mittagszeit ein helles Licht vom Himmel her umstrahlte, er zu Boden sank und eine Stimme ihn fragte: "Saul, Saul, was verfolgst du mich?" Auf seine ängstliche Gegenfrage: "Wer bist du, Herr?" antwortete die Stimme: "Ich bin Jesus von Nazareth, den du verfolgst." Dann folgte der Hinweis: "Stehe auf und gehe nach Damaskus! Dort wird man dir alles sagen, was du tun sollst" (Apg 9,3-6; 22,6-10; 26,12-15).

    Als er sich erhob, um nach Damaskus zu gehen, mußte er feststellen, daß er blind geworden war. Als völlig gebrochener Mensch wurde er in die Stadt geführt, wo er zuerst einmal drei Tage lang unter Gebet und Fasten versuchte, dieses Erleben zu begreifen und zu erfassen (Apg 9,8.9).

    In die Stille seiner Besinnung trat am dritten Tag ein Christ, Hananias, und verkündigte ihm im Auftrag Gottes, daß der Herr ihn sich als Werkzeug zur Verbreitung des Evangeliums von Christus unter den Heiden ausgewählt habe. Als Hananias ihm die Hände auflegte, konnte er wieder sehen und wurde in die christliche Gemeinde von Damaskus eingeführt, in der er sich taufen ließ (Apg 9,10-19; 22,12-16). Hatte er zuvor allen Eifer auf die Verfolgung der Christen verwandt, drehte sich sein Einsatz nun um 180 Grad: Schon bald begann er in den Synagogen jenen Christus zu verkündigen, den er vorher bekämpft hatte, und machte sich seine früheren Mitstreiter zu Feinden - mit der Folge, daß die Juden beschlossen, ihn zu töten. Zwar hörte Paulus von dem geplanten Mord, da aber sämtliche Tore der Stadt bewacht wurden, waren für ihn alle Fluchtwege verschlossen. Ein großer Korb wurde schließlich zur Lösung des Problems, in dem ihn seine Freunde in der Nacht über die Stadtmauer herabließen (Apg 9,20ff). Jerusalem, die Stadt in die er später kam, erwies sich ebenfalls nicht als günstiger Aufenthaltsort, denn auch dort versuchten hellenistische Juden, ihn zu beseitigen (Apg 9,26-30). Um diesen zu entgehen, kehrte Paulus zu seinem Geburtsort Tarsus zurück. Vom zehnjährigen Aufenthalt dort wird uns nichts berichtet, und er erscheint als Ruhepause, in der er vielleicht die aufwühlenden Ereignisse in Damaskus verarbeitete, die Schriften noch einmal ganz anders studierte und sicher von Gott auf seine bevorstehende Missionstätigkeit vorbereitet wurde.

    Missionstätigkeit

    Die Jahre in Tarsus fanden ihren Abschluß, als der urchristliche Missionar Barnabas ihn bat, nach Antiochien zu kommen und bei der dort stark wachsenden Heidenmission mitzuhelfen (Apg 11,25f). Ein Jahr lang lehrten sie dort das Volk, bis die Christen in Antiochien sich entschlossen, die Gemeinde in Jerusalem finanziell zu unterstützen, und Paulus und Barnabas dorthin schickten, um das Geld zu überbringen (Apg 11,29f). In Jerusalem traf Paulus auch die anderen aktiven Missionare Jakobus, Petrus und Johannes. Sie besprachen ihre Aufgaben und wurden sich einig, daß Jakobus, Petrus und Johannes unter den Juden wirken sollten, während Paulus und Barnabas sich den Heiden zuwandten (Gal 2,1-10). Ganz praktisch wurde das aber offensichtlich erst später realisiert: Als Paulus zusammen mit Johannes Markus und Barnabas von der Gemeinde in Antiochien zur ersten Missionsreise ausgesandt wurde, predigten auch sie zunächst den Juden in der Synagoge. Erst als diese das Evangelium ablehnten, verkündigten sie unter den Heiden, die dankbar aufnahmen, was sie hörten (Apg 13,46ff). Apg 13 und 14 berichten ausführlich von dieser ersten kleinen, aber gesegneten Reisetätigkeit. Die Aufnahme von Heiden in die Gemeinden führte allgemein zu Auseinandersetzungen: Man war sich uneinig, wie sich diese zum Gesetz und zu jüdischen Sitten und Bräuchen verhalten sollten. Einige Judenchristen bestanden darauf, daß die gläubig gewordenen Heiden sich beschneiden lassen und die Gesetze halten müßten, wenn sie als gleichberechtigte Glieder der christlichen Gemeinde anerkannt werden wollten. Paulus dagegen argumentierte leidenschaftlich für ein gesetzesfreies Evangelium. Von der ersten Missionsreise zurückgekehrt, wurden er und Barnabas nach Jerusalem geschickt, um mit den Aposteln und Ältesten über diese Frage zu verhandeln (Apg 15). Das dort versammelte sogenannte Apostelkonzil vereinbarte, den Heiden sei keine weitere Last aufzuerlegen als die, sich von Götzenopfer, vom Blut, vom Erstickten und von Unzucht zu enthalten. Wieder in Antiochien, beschlossen Paulus und Barnabas die neugegründeten Gemeinden zu stärken, konnten sich aber über die Mitarbeiter nicht einigen: Während Barnabas ihren früheren Begleiter Johannes Markus mitnehmen wollte, der die erste Reise mittendrin abgebrochen hatte, weigerte sich Paulus, ihm noch einmal die Aufgaben zu übertragen. So trennten sich ihre Wege: Paulus nahm nun Silas mit sich, und später stießen Timotheus und der Arzt Lukas noch zu ihnen (Apg 16,1). Da der Heilige Geist es ihnen verwehrte, das Evangelium in den Westen Kleinasiens zu bringen, reisten sie von Süd- nach Nordgalatien und wurden durch eine Vision in Troas nach Mazedonien gerufen (Apg 16,9). So begann die Ausbreitung des Evangeliums in Griechenland und die Gründung der Gemeinden in Philippi, Thessalonich und Beröa (Apg 16f). In Südgriechenland wurden Athen und Korinth besucht, wo Paulus vom Herbst 50 bis Frühjahr 52 blieb und schließlich über Ephesus nach Antiochien zurückkehrte (Apg 18). Neben der Gründung erkannte Paulus auch, wie wichtig es war, die jungen Gemeinden zu stärken - und eben dieser Aufgabe verdanken wir auch die Briefe des Apostels, durch die er mit den Gemeinden verbunden blieb. Mit dem Gedanken der Unterstützung brach er zusammen mit Lukas, Timotheus und Titus auch schon bald wieder zur dritten Missionsreise nach Kleinasien auf, die schließlich auch nach Ephesus führte. Hier entstand eine große Gemeinde, die ihn veranlaßte, mehrere Jahre dort zu bleiben. Mindestens einmal unterbrach er hier seine Arbeit durch eine Fahrt nach Korinth, um dort Spaltungen und Unordnung in der Gemeinde zu beseitigen, mußte aber ohne sichtbaren Erfolg zurückkehren. Als er durch Verfolgungen in Lebensgefahr geriet, verließ er die Stadt und zog auf dem Landweg nach Korinth. Dort verbrachte er den Winter und schrieb seinen Brief "An die Römer", bevor er die Rückreise nach Jerusalem antrat, wo ihm mit Sicherheit die Verhaftung bevorstand. Aber er ging dennoch. Die Provinz Asia war mit dem Evangelium erreicht worden, und Paulus war bereit, sich dem zu stellen, was nun auf ihn zukam. Außerdem hielt er einen neuen Kontakt mit den Aposteln für notwendig, nachdem seine Arbeit unter den Heiden sich derart ausgedehnt hatte. Paulus ging in Cäsarea an Land und kam zum Pfingstfest mit einer Kollekte für die Armen in Jerusalem an (Apg 21,15ff). Obwohl er sich dort auf die geltenden Tempelgesetze einließ, ergriffen ihn einige Juden und setzten ihn gefangen. Von dem ganzen Aufruhr des Volkes alarmiert, kam ein Oberhauptmann zum Tempel und ließ ihn zur Burg bringen. Dort konnte Paulus ihn überzeugen, zum Volk reden zu dürfen, das sich aber von seiner Verteidigungsrede nicht beeindrucken ließ, sondern weiterhin seinen Tod forderte. Als der Oberhauptmann ihn daraufhin geißeln lassen wollte, berief sich Paulus schließlich erfolgreich auf sein römisches Bürgerrecht - und wurde freigelassen. Einem Teil der Juden war es jedoch durchaus noch immer sehr ernst um Paulus' Beseitigung. Als der Oberhauptmann vom geplanten Mordanschlag erfuhr, ließ er ihn nach Cäsarea bringen, wo eine Anhörung unter dem Landpfleger Felix stattfand. Felix konnte sich zu keiner endgültigen Entscheidung durchringen, sondern hielt ihn zwei Jahre gefangen, in der unberechtigten Hoffnung, Bestechungsgelder von ihm zu erhalten. Sein Nachfolger Festus befaßte sich erneut mit dem Fall, bot Paulus an, sich in Jerusalem zu verteidigen, worauf sich Paulus auf den Kaiser berief. Mit den Worten "Auf den Kaiser hast du dich berufen, zum Kaiser sollst du ziehen" wurde Paulus' Reise nach Rom beschlossen - unter ganz anderen Umständen, als Paulus sie selbst hätte vorhersehen können, als er in einem Traum den Herrn sagen gehört hatte: "Wie du für mich Zeuge warst in Jerusalem, so mußt du auch in Rom Zeuge sein" (Apg 23,11). Vor der Abreise nutzte er noch die Gelegenheit, vor König Agrippa und seiner Frau Bernice ein ergreifendes Zeugnis abzulegen, dann startete die gefährliche Seereise nach Rom, während der sie mehr als einmal in Seenot gerieten. Mit durch Schiffbruch bedingtem Zwischenstopp in Malta erreichte er Rom im Frühling, wo er zwei Jahre in Untersuchungshaft lebte, aber Besuchserlaubnis hatte - eine große Möglichkeit, die Paulus auch voll ausnutzte und er ließ sich nicht hindern, die Juden von Jesus Christus zu unterrichten. Damit endet Lukas' Bericht in der Apostelgeschichte. Außerbiblischen Quellen zufolge wurde Paulus wahrscheinlich 63 n.Chr. freigelassen. Auch seine Briefe an Timotheus und Titus deuten darauf hin, daß er aus der Gefangenschaft noch einmal frei kam und Griechenland, Kreta und Kleinasien besuchte. Möglicherweise bereiste er auch Spanien (vgl. Röm 15,24) und den Raum der Ägäis vor seiner erneuten Verhaftung. Überlieferungen zufolge ließ ihn Nero mit dem Schwert hinrichten, und zwar gleichzeitig mit Petrus, der gekreuzigt wurde. Ob das aber schon bei der ersten Christenverfolgung geschah oder erst später, läßt sich nicht mehr feststellen. Sicher bleibt, daß Paulus ein leidenschaftlicher Kämpfer für die Sache des Evangeliums war, zu der er sich seit seinem Erlebnis in Damaskus berufen fühlte.

    Theologie des Paulus

    Wer Paulus als Missionar und Theologen in seinem engagierten Einsatz für den Herrn begreifen will, der muß bei diesem Damaskuserlebnis einsetzen. Hier brach im Licht der Christusbegegnung das meiste von dem zusammen, was er bisher für heilig und erstrebenswert gehalten hatte.

    Quelle(n): war bereits dicht an die Stadt herangekommen, als ihn plötzlich um die Mittagszeit ein helles Licht vom Himmel her umstrahlte, er zu Boden sank und eine Stimme ihn fragte: "Saul, Saul, was verfolgst du mich?" Auf seine ängstliche Gegenfrage: "Wer bist du, Herr?" antwortete die Stimme: "Ich bin Jesus von Nazareth, den du verfolgst." Dann folgte der Hinweis: "Stehe auf und gehe nach Damaskus! Dort wird man dir alles sagen, was du tun sollst" (Apg 9,3-6; 22,6-10; 26,12-15). Als er sich erhob, um nach Damaskus zu gehen, mußte er feststellen, daß er blind geworden war. Als völlig gebrochener Mensch wurde er in die Stadt geführt, wo er zuerst einmal drei Tage lang unter Gebet und Fasten versuchte, dieses Erleben zu begreifen und zu erfassen (Apg 9,8.9). In die Stille seiner Besinnung trat am dritten Tag ein Christ, Hananias, und verkündigte ihm im Auftrag Gottes, daß der Herr ihn sich als Werkzeug zur Verbreitung des Evangeliums von Christus unter den Heiden ausgewählt habe. Als Hananias ihm die Hände auflegte, konnte er wieder sehen und wurde in die christliche Gemeinde von Damaskus eingeführt, in der er sich taufen ließ (Apg 9,10-19; 22,12-16). Hatte er zuvor allen Eifer auf die Verfolgung der Christen verwandt, drehte sich sein Einsatz nun um 180 Grad: Schon bald begann er in den Synagogen jenen Christus zu verkündigen, den er vorher bekämpft hatte, und machte sich seine früheren Mitstreiter zu Feinden - mit der Folge, daß die Juden beschlossen, ihn zu töten. Zwar hörte Paulus von dem geplanten Mord, da aber sämtliche Tore der Stadt bewacht wurden, waren für ihn alle Fluchtwege verschlossen. Ein großer Korb wurde schließlich zur Lösung des Problems, in dem ihn seine Freunde in der Nacht über die Stadtmauer herabließen (Apg 9,20ff). Jerusalem, die Stadt in die er später kam, erwies sich ebenfalls nicht als günstiger Aufenthaltsort, denn auch dort versuchten hellenistische Juden, ihn zu beseitigen (Apg 9,26-30). Um diesen zu entgehen, kehrte Paulus zu seinem Geburtsort Tarsus zurück. Vom zehnjährigen Aufenthalt dort wird uns nichts berichtet, und er erscheint als Ruhepause, in der er vielleicht die aufwühlenden Ereignisse in Damaskus verarbeitete, die Schriften noch einmal ganz anders studierte und sicher von Gott auf seine bevorstehende Missionstätigkeit vorbereitet wurde. Missionstätigkeit Die Jahre in Tarsus fanden ihren Abschluß, als der urchristliche Missionar Barnabas ihn bat, nach Antiochien zu kommen und bei der dort stark wachsenden Heidenmission mitzuhelfen (Apg 11,25f). Ein Jahr lang lehrten sie dort das Volk, bis die Christen in Antiochien sich entschlossen, die Gemeinde in Jerusalem finanziell zu unterstützen, und Paulus und Barnabas dorthin schickten, um das Geld zu überbringen (Apg 11,29f). In Jerusalem traf Paulus auch die anderen aktiven Missionare Jakobus, Petrus und Johannes. Sie besprachen ihre Aufgaben und wurden sich einig, daß Jakobus, Petrus und Johannes unter den Juden wirken sollten, während Paulus und Barnabas sich den Heiden zuwandten (Gal 2,1-10). Ganz praktisch wurde das aber offensichtlich erst später realisiert: Als Paulus zusammen mit Johannes Markus und Barnabas von der Gemeinde in Antiochien zur ersten Missionsreise ausgesandt wurde, predigten auch sie zunächst den Juden in der Synagoge. Erst als diese das Evangelium ablehnten, verkündigten sie unter den Heiden, die dankbar aufnahmen, was sie hörten (Apg 13,46ff). Apg 13 und 14 berichten ausführlich von dieser ersten kleinen, aber gesegneten Reisetätigkeit. Die Aufnahme von Heiden in die Gemeinden führte allgemein zu Auseinandersetzungen: Man war sich uneinig, wie sich diese zum Gesetz und zu jüdischen Sitten und Bräuchen verhalten sollten. Einige Judenchristen bestanden darauf, daß die gläubig gewordenen Heiden sich beschneiden lassen und die Gesetze halten müßten, wenn sie als gleichberechtigte Glieder der christlichen Gemeinde anerkannt werden wollten. Paulus dagegen argumentierte leidenschaftlich für ein gesetzesfreies Evangelium. Von der ersten Missionsreise zurückgekehrt, wurden er und Barnabas nach Jerusalem geschickt, um mit den Aposteln und Ältesten über diese Frage zu verhandeln (Apg 15). Das dort versammelte sogenannte Apostelkonzil vereinbarte, den Heiden sei keine weitere Last aufzuerlegen als die, sich von Götzenopfer, vom Blut, vom Erstickten und von Unzucht zu enthalten. Wieder in Antiochien, beschlossen Paulus und Barnabas die neugegründeten Gemeinden zu stärken, konnten sich aber über die Mitarbeiter nicht einigen: Während Barnabas ihren früheren Begleiter Johannes Markus mitnehmen wollte, der die erste Reise mittendrin abgebrochen hatte, weigerte sich Paulus, ihm noch einmal die Aufgaben zu übertragen. So trennten sich ihre Wege: Paulus nahm nun Silas mit sich, und später stießen Timotheus und der Arzt Lukas noch zu ihnen (Apg 16,1). Da der Heilige Geist es ihnen verwehrte, das Evangelium in den Westen Kleinasiens zu bringen, reisten sie von Süd- nach Nordgalatien und wurden durch eine Vision in Troas nach Mazedonien gerufen (Apg 16,9). So begann die Ausbreitung des Evangeliums in Griechenland und die Gründung der Gemeinden in Philippi, Thessalonich und Beröa (Apg 16f). In Südgriechenland wurden Athen und Korinth besucht, wo Paulus vom Herbst 50 bis Frühjahr 52 blieb und schließlich über Ephesus nach Antiochien zurückkehrte (Apg 18). Neben der Gründung erkannte Paulus auch, wie wichtig es war, die jungen Gemeinden zu stärken - und eben dieser Aufgabe verdanken wir auch die Briefe des Apostels, durch die er mit den Gemeinden verbunden blieb. Mit dem Gedanken der Unterstützung brach er zusammen mit Lukas, Timotheus und Titus auch schon bald wieder zur dritten Missionsreise nach Kleinasien auf, die schließlich auch nach Ephesus führte. Hier entstand eine große Gemeinde, die ihn veranlaßte, mehrere Jahre dort zu bleiben. Mindestens einmal unterbrach er hier seine Arbeit durch eine Fahrt nach Korinth, um dort Spaltungen und Unordnung in der Gemeinde zu beseitigen, mußte aber ohne sichtbaren Erfolg zurückkehren. Als er durch Verfolgungen in Lebensgefahr geriet, verließ er die Stadt und zog auf dem Landweg nach Korinth. Dort verbrachte er den Winter und schrieb seinen Brief "An die Römer", bevor er die Rückreise nach Jerusalem antrat, wo ihm mit Sicherheit die Verhaftung bevorstand. Aber er ging dennoch. Die Provinz Asia war mit dem Evangelium erreicht worden, und Paulus war bereit, sich dem zu stellen, was nun auf ihn zukam. Außerdem hielt er einen neuen Kontakt mit den Aposteln für notwendig, nachdem seine Arbeit unter den Heiden sich derart ausgedehnt hatte. Paulus ging in Cäsarea an Land und kam zum Pfingstfest mit einer Kollekte für die Armen in Jerusalem an (Apg 21,15ff). Obwohl er sich dort auf die geltenden Tempelgesetze einließ, ergriffen ihn einige Juden und setzten ihn gefangen. Von dem ganzen Aufruhr des Volkes alarmiert, kam ein Oberhauptmann zum Tempel und ließ ihn zur Burg bringen. Dort konnte Paulus ihn überzeugen, zum Volk reden zu dürfen, das sich aber von seiner Verteidigungsrede nicht beeindrucken ließ, sondern weiterhin seinen Tod forderte. Als der Oberhauptmann ihn daraufhin geißeln lassen wollte, berief sich Paulus schließlich erfolgreich auf sein römisches Bürgerrecht - und wurde freigelassen. Einem Teil der Juden war es jedoch durchaus noch immer sehr ernst um Paulus' Beseitigung. Als der Oberhauptmann vom geplanten Mordanschlag erfuhr, ließ er ihn nach Cäsarea bringen, wo eine Anhörung unter dem Landpfleger Felix stattfand. Felix konnte sich zu keiner endgültigen Entscheidung durchringen, sondern hielt ihn zwei Jahre gefangen, in der unberechtigten Hoffnung, Bestechungsgelder von ihm zu erhalten. Sein Nachfolger Festus befaßte sich erneut mit dem Fall, bot Paulus an, sich in Jerusalem zu verteidigen, worauf sich Paulus auf den Kaiser berief. Mit den Worten "Auf den Kaiser hast du dich berufen, zum Kaiser sollst du ziehen" wurde Paulus' Reise nach Rom beschlossen - unter ganz anderen Umständen, als Paulus sie selbst hätte vorhersehen können, als er in einem Traum den Herrn sagen gehört hatte: "Wie du für mich Zeuge warst in Jerusalem, so mußt du auch in Rom Zeuge sein" (Apg 23,11). Vor der Abreise nutzte er noch die Gelegenheit, vor König Agrippa und seiner Frau Bernice ein ergreifendes Zeugnis abzulegen, dann startete die gefährliche Seereise nach Rom, während der sie mehr als einmal in Seenot gerieten. Mit durch Schiffbruch bedingtem Zwischenstopp in Malta erreichte er Rom im Frühling, wo er zwei Jahre in Untersuchungshaft lebte, aber Besuchserlaubnis hatte - eine große Möglichkeit, die Paulus auch voll ausnutzte und er ließ sich nicht hindern, die Juden von Jesus Christus zu unterrichten. Damit endet Lukas' Bericht in der Apostelgeschichte. Außerbiblischen Quellen zufolge wurde Paulus wahrscheinlich 63 n.Chr. freigelassen. Auch seine Briefe an Timotheus und Titus deuten darauf hin, daß er aus der Gefangenschaft noch einmal frei kam und Griechenland, Kreta und Kleinasien besuchte. Möglicherweise bereiste er auch Spanien (vgl. Röm 15,24) und den Raum der Ägäis vor seiner erneuten Verhaftung. Überlieferungen zufolge ließ ihn Nero mit dem Schwert hinrichten, und zwar gleichzeitig mit Petrus, der gekreuzigt wurde. Ob das aber schon bei der ersten Christenverfolgung geschah oder erst später, läßt sich nicht mehr feststellen. Sicher bleibt, daß Paulus ein leidenschaftlicher Kämpfer für die Sache des Evangeliums war, zu der er sich seit seinem Erlebnis in Damaskus berufen fühlte. Theologie des Paulus Wer Paulus als Missionar und Theologen in seinem engagierten Einsatz für den Herrn begreifen will, der muß bei diesem Damaskuserlebnis einsetzen. Hier brach im Licht der Christusbegegnung das meiste von dem zusammen, was er bisher für heilig und erstrebenswert gehalten hatte. "
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  • vor 1 Jahrzehnt

    Genau das meinte sie, dass Du Dich vorher eben nicht mit Christus beschäftigt hast im Gegensatz zu jetzt, Du hast Deine Denkrichtung geändert, so wie es Saulus der Christenverfolger zum Nachfolger Christi getan hat. Logisch hast Du keine Christen verfolgt, aber hier geht es mehr um den Wandel im Denken.

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  • vor 1 Jahrzehnt

    vom verräter zum heiligen verbündeten

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  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt

    B.D. Nr. 5803 vom 11.u.12.11.1953

    Saulus-Erleben .... Gnade ....

    Ein ungewöhnliches Erleben kann stets als Gnade gewertet werden, weil es immer dazu beitragen kann, die Gedanken eines Menschen in rechter Richtung zu lenken, wie es aber auch ebensogut nur rein irdisch betrachtet und bewertet werden kann und dann eben auch die Gnade an einem Menschen spurlos vorübergegangen ist. Und würdet ihr Menschen all der Geschehen gedenken, die euch selbst betroffen haben, die immer dazu angetan waren, die Verbindung zu suchen und zu finden mit Dem, Der euer Schicksal lenkt ....

    Würdet ihr in jeder ungewöhnlichen Begebenheit einen Fingerzeig von Mir erkannt haben, dann hätte wahrlich kein Gnadenstrahl ohne Einwirkung euch berührt, und ihr würdet euch ungewöhnlich reich mit Gnade bedacht fühlen .... Ihr Menschen aber beachtet wenig Meine offensichtliche Führung; ihr erlebet alles als selbstverständlich, und was euch ungewöhnlich erscheint, ist für euch nur Zufall, es ist für euch nur ein sonderbares Zusammentreffen von Ereignissen, die jedoch unbedeutsam sind ....

    Ihr erwartet Zeichen und Wunder .... ihr beansprucht für jeden einzelnen von euch untrügliche Beweise Meines Seins und Meines Wirkens, die jedoch für eure Seele nicht von Vorteil wären, weil sie an ihrer eigenen Willenstätigkeit gehindert würde und nun von der Erkenntnis getrieben würde zum Wollen und Handeln, von einer Erkenntnis, die sie gewinnen sollte, um segensreich sich auszuwirken. Das was ihr Menschen im Zwang tun würdet, könnte nicht bewertet werden als freiwillige Tat .... Also schalte Ich vorerst alles aus, was als Zwang auf euch wirken könnte, ohne euch aber leer ausgehen zu lassen ....

    Doch wo eine Seele stark genug ist, daß sie auch ein gewaltiges Erleben nicht als Glaubenszwang betrachtet, dort besteht auch keine Gefahr einer Unfreiheit für diese Seele .... (12.11.1953) Schwache Seelen würden sich durch ungewöhnliche Gnadengaben beeindruckt fühlen und also auch glauben, so sie zuvor ungläubig waren .... eine starke Seele aber läßt sich nicht erschüttern, denn ein jedes Geschehen ist nicht 100 prozentiger Beweis .... ein jedes Geschehen, das ungewöhnlich einen Menschen betrifft, braucht ihn nicht unbedingt zu berühren, denn er findet viele Erklärungen dafür wie Sinnestäuschung, Gesundheitsstörung, Naturerscheinung .... Er kann sich alles natürlich erklären, wenn er es will, und eine willensstarke Seele wird viel eher diese Erklärung gelten lassen als an einen hundertprozentigen Beweis glauben, als an eine Offenbarung Meinerseits.

    Doch erschüttern in seinem Denken können solche Vorgänge, die ihn ungewöhnlich berühren, und er kann es lernen, umzudenken .... Er kann die Möglichkeit gelten lassen und nun mit einer solchen Möglichkeit rechnen .... weshalb dann immer noch sein eigener Wille sich entscheiden muß. Es liegt Mir fern, einen Menschen durch ungewöhnliche Erscheinungen, die als Gnadenstrom bezeichnet werden, zur Wandlung seines Willens zu bewegen so, daß er also glauben muß, was er zuvor nicht glauben wollte ....

    Doch einer Seele, die nach der Wahrheit ringet, deren Tun und Denken der Wille, das Rechte zu tun, zugrunde liegt .... einer solchen Seele komme Ich zu Hilfe insofern, als daß Ich sie zuvor verwirre und sie nun von neuem ihr Denken ordnen muß und der Mensch nun eine glücklichere Lösung findet als zuvor. Jedem ungläubigen Menschen wird von Mir durch ungewöhnliches Erleben verholfen zur Umstellung seines Denkens. Doch blind gehen die meisten daran vorüber, immer eine rein natürliche Erklärung suchend und sich damit zufrieden gebend .... Also wurden sie von einer Gnade berührt, die sie nicht an sich wirksam werden ließen ....

    Ein jeder Mensch hat Sauluserlebnisse, die ihn zu einem Paulus wandeln könnten .... Saulus legte seine Erscheinungen eben aus als eine offensichtliche Offenbarung, und auch die Stimme, die er hörte .... die aber heut genauso in vielen Menschenherzen vernehmbar ist .... war für ihn ohne Zweifel die Stimme Gottes .... Sie tönte aber nicht deutlicher oder überzeugender als heut, wenn Ich einen Menschen anspreche, um ihn zu warnen oder zu mahnen, um ihn zu gewinnen .... Sein Ohr aber hörte darauf, während heut die Menschen ihr Ohr verschließen .... Sein Verstand gab sich Mühe, rechte Schlüsse zu ziehen, also ein geringer Anstoß genügte zur Willenswandlung, und er gab sein Erlebnis so wieder, wie es auf ihn gewirkt hatte .... woran viele Menschen vorübergegangen wären, ohne es auf sich wirken zu lassen ....

    Ich kenne eine jede Seele, und Ich gebe einer jeden Seele, was sie benötigt und ihr dienet zur Seligwerdung .... doch nicht jede Seele nimmt an, was ihr Meine Liebe bietet .... nicht jede Seele lässet die Gnaden wirksam werden an sich, doch empfangen kann jede Seele unbeschränkt .... Sie wird aber niemals zwangsmäßig veranlaßt, die Gnade anzunehmen, und darum auch niemals die Willensfreiheit beeinträchtigt durch solche ungewöhnliche Erlebnisse, daß sie glauben muß.

    Amen

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