Inwieweit leben wir das Leben der Anderen ?

Wir sind soziale Wesen und brauchen aneinander. So finden wir uns irgendwann in einer Rolle in dieser Gesellschaft. Wir haben vor allem Erwartungen und brauchen Anerkennung.

Inwieweit möchten wir die Erwartungen Anderer erfüllen ?

Jeder wird es aus seinem Leben kennen, wieviele Dinge man erfüllt, obwohl man nicht möchte, obwohl man anderer Meinung ist, obwohl man ganz anders handeln möchte...

Auch erfahre ich immer wieder in meinem Umfeld, dass kaum jemand dem Anderen SEINE Grenze genau erklärt und somit an:zeigt, bis hierher kann ich dies ertragen - weiter nicht. Es wird lieber geschwiegen und der Kontakt schläft ein bzw. wird abgebrochen.

Dieses Schweigen zerstört eine Zwischenmenschlichkeit, aber viele gehen einem "möglichen" Konflikt aus dem Weg.

Auf der anderen Seite sehen mich manche Leute erstaunt an, wenn ich meine Ablehnung freundlich aber konsequent zum Ausdruck bringe.

Freiheit bedingt immer auch eine Zustimmung der Anderen.

7 Antworten

Bewertung
  • nimrod
    Lv 7
    vor 1 Jahrzehnt
    Beste Antwort

    wir sind soziale wesen und wir können einander brauchen, insofern wir uns nicht behindern.-

    es stimmt auch, daß wir immer wieder in die eine oder andere rolle gedrängt werden - ein guter schauspieler schlüpft aber nicht einfach in eine rolle, sondern interpetiert jede rolle ... er hinterfragt sie, er durchschaut sie und bringt seine person mit in die rolle hinein ... hat er erwartungen außer an sich selbst? und erwartet er anerkennung von jemand anderem als von sich selbst? - nein, ein guter schauspieler ruht in sich selbst und meistert seine rollen im sinne der selbstherausforderung und nicht nach den vorstellungen anderer.-

    wer in die situation gerät anderen grenzen aufzeigen zu müssen, hat keine eigenen natürlichen grenzen. wir müßten eigentlich jedem grenzüberschreiter zutiefst dankbar sein, weil er uns unsere 'schwachstellen' aufzeigt.

    es stimmt, anstatt sich darüber gedanken zu machen oder sogar das gespräch suchen 'wieso kannst du an dieser stelle mein bollwerk einschlagen?' hüllen sich die meisten in schweigen oder ziehen sich zurück ... bauen chinesische mauern auf, weil sie nie ihre eigenen grenzen abzustecken gelernt haben.-

    man muß seine grenzen keinem erklären noch aufzeigen - sie ergeben sich aus der autorität, dem selbstwert jedes einzelnen ... ein kaninchen hat seine natürlichen grenzzonen und ein löwe ebenso ... man darf sich aber in seinem grenzwert auch nicht überschätzen - aber wer möchte nicht lieber ein bär als ein chicken sein? - daraus entstehen die eigentlichen grenzüberschreitungen.-

    freiheit bedingt immer wahhaftigkeit.-

    nachtrag: grenzen sind nicht endgültig - sie müssen immer neu gezogen werden ... mit ihnen definieren wir immer wieder aufs neue unser selbstverständnis (unsere selbstachtung), das ja ein fließender prozeß ist.-

  • vor 1 Jahrzehnt

    Ich stimme dir zu, auch was die mangelnde Bereitschaft zur Auseinandersetzung betrifft. Ich selber stamme aus einer Familie, wo ein tyrannischer Vater verhindert hat, dass jeder frei seine Meinung hätte sagen können. Das merke ich bis heute, dass ich im Konfliktfall eher schweige. Ein wichtiger lernprozess ist das, Ablehnung zu artikulieren und gleichzeitig die Beziehung weiter zu führen.

  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt

    Seine Meinung immer zu vertreten, bzw dem anderen auch mitzuteilen, bedeutet in seiner Konsequenz aber auch, das man oft alleine ist.

    Ich habe oft bemerkt, das, wenn man eine eigene Meinung, einen eigenen Kopf hat und diese auch Konsequent vertritt, auf Ablehnung stößt, gerade als Frau. Aber mit dem Strom schwimmen und immer nur ja und amen sagen, nur um den Kontakt aufrecht zu erhalten, ist in vielen Fällen zu kurz gedacht.................

  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt

    Uiii, was für eine tolle, schwierige Frage.

    Unser Leben wird durch die Reflexion Anderer bestimmt. Wie kriegen wir es hin, dass wir damit klarkommen?

    Zuerst mal können wir nicht erwarten, dass uns alle mögen - und auch bei den Menschen, die uns wichtig sind, ist es oft schwer. Ich habe über 30 Jahre versucht, es meinen Eltern Recht zu machen und dann vor mehr als zehn Jahren aufgegeben. In der Zeit davor habe ich auch schon mein Leben gelebt, aber versucht es auch vor meinen Eltern - nicht nur vor mir - zu rechtfertigen. War nicht so toll...

    Jetzt bin ich frei und habe trotz schwieriger Arbeit Spaß am Leben... Ich mache gerne Späßchen, weil mir danach ist, genieße das Leben und erheitere die Kollegen - bis ich wieder rausfliege, weil ich in das Arbeitsleben nicht reinpasse. Wir arbeiten schließlich nicht, um Spaß zu haben... Die Kollegen finden es aber offensichtlich prima - und darum geht es eigentlich, da ist die Zustimmung.

    Reich kannst Du damit nicht werden, aber glücklich

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  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt

    Eine Frage mit einem in unserer Gesellschaft sehr bedeutsamen Hintergrund. Bei genauem Hinsehen/Hinfühlen führen wir nur zu einem ganz geringen Teil ein "eigenes Leben", also ein Leben nach eigenen Empfindungen und Wünschen. Die innere Abhängigkeit von Anderen hat sich geradezu eingefressen. Das wiederum hat zu einem weitestgehend unehrlichen Verhalten gerade auch im alltäglichen Umgang miteinander geführt.

  • vor 1 Jahrzehnt

    Man kann's auch anders formulieren: Freiheit hört da auf, wo die des anderen anfängt.1) Das Leben ist nicht nur von eigenen Entscheidungen geprägt, sondern auch von nicht beeinflussbaren Faktoren, d.h. ich kann nicht einfach "nein" sagen, wenn ich z.B. Krebs kriege. Dann hab ich ihn halt. Wie ich dann damit umgehe, ist dann wieder meine Entscheidung.

    2) Die Frage ist: Kann ich - um beim Beispiel Krebs zu bleiben- mich dazu entscheiden, da nicht mitzumachen und meinem Leben ein Ende zu setzen, wenn ich Kinder habe, die mich brauchen, oder einen Partner, der von mir erwartet, dass ich kämpfe?

    Die eigene Willensentscheidung greift doch permanent in das Leben der Anderen ein und beeinflusst es, ja, nimmt dem anderen sogar die eigene Entscheidungsfreiheit weg.

    Ob wir überhaupt einen freien Willen haben, oder nicht, ist ein altes philosophisches Problem.

    Im Alltag heißt das: Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu.

    Das gilt auch für's Unter-Druck-Setzen, Erpressen, Überrollen, Ausnutzen, etc...

  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt

    ok-wie der benno es sagt ist gut

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