Wie wuerdet Ihr "Umweltfreundliches Denken" unterrichten?

Ich entwickle gerade einen Katalog von moeglichen Aktivitaeten, anhand derer wir Studenten an umweltfreundliches Denken heranfuehren koennen, unabhaengig von ihrem jeweiligen Fachbereich.

Wir wissen, was wir unterrichten werden, aber noch nicht, wie und womit.

Es soll Workshops geben und allerlei Aktivitaeten. Aber was koennten die beinhalten?

Bin gespannt auf Eure Ideen. Vielen Dank.

10 Antworten

Bewertung
  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt
    Beste Antwort

    Vielleicht Gänge in tiefe Wälder... Beobachten der Natur... Und danach abschreckende Beispiele wie sich z.B. neben stinkende Verbrennungsanlagen stellen... Tja, und dann wird "Eine unbequeme Wahrheit" geschaut, wo Al Gore alles weitere erklärt... Man könnte auch mal eine Demo besuchen...

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  • j f
    Lv 4
    vor 1 Jahrzehnt

    Ich habe eine Ingenieurwissenschaft studiert, betrachte mich als Überzeugungstäter in Sachen Umweltschutz und habe durch meine Tutorentätigkeit während des Studiums auch ein klein bisschen Lehrerfahrung. So viel vorweg.

    Ich bin ein erklärter Gegner eines separaten Unterrichtsfachs "Umweltschutz" - egal, wie man es verpackt (Seminar, Vorlesung, Workshop, ...).

    Begründung:

    Ein (...sagen wir mal: nicht schon von sich aus sehr umweltorientierter ...) Student, der zwar in einzelnen Lehrveranstaltungen "Umweltfreundliches Denken" lernen soll, aber gleichzeitig in anderen Fächern seines Studiums permanent bombardiert wird mit der Information, dass Umweltthemen nur das Leben kompliziert und das Wirtschaften fruchtlos machen, wird durch so eine Einzelveranstaltung in seinem Denken und Handeln eher nicht nachhaltig beeinflusst, egal, wie gut die Veranstaltung ist.

    Eine umweltfreundliche Einstellung kann man nicht kompakt in einer Unterrichtsveranstaltung vermitteln, denn es handelt sich um eine Weltanschauung, die ein Mensch idealerweise von Kindesbeinen an lernt, und deren Vermittlung JAHRE in Anspruch nimmt.

    Vorschlag für einen anderen Ansatz:

    Umweltschutz als Querschnittsthema gehört vielmehr direkt in alle Curricula in sämtlichen Fächern hinein.

    Beispiele:

    - Wenn in Wirtschaftswissenschaften die Nutzwertanalyse unterrichtet wird, gehören in die verwendeten Beispiele Umweltkriterien hinein.

    - Wenn in Maschinenbau Lineare Optimierung unterrrichtet wird, gehören grundsätzliche Betrachtungen in den Unterrichtsstoff, welche Rolle ein frühzeitiges Einbeziehen von Umweltkriterien in den Designprozess genau spielt.

    - Wenn in Industriedesign über Werkstoffe, Formgebungsverfahren und Verbindungstechniken gesprochen wird, gehört die Unterrichtung von Ressourcenschonung, Einsatz nachwachsender Rohstoffe, Entsorgungsproblematik bei Einsatz bestimmter Werkstoffe und Proaktives Recycling unbdingt zum Pflichtprogramm.

    - Wenn in Bauingenieurwesen über Wasser- und Brückenbauten gesprochen wird, gehört die Vermittlung von Wissen über Beeinflussung von Meerenströmungen und die daraus resultierenden möglichen Einflüsse auf das ökologische Gleichgewicht im Meer unbedingt auf den Lehrplan.

    Problem bei diesem ganzheitlichen Ansatz:

    Du musst sämtliche Professoren und Dozenten an Deiner Universität überzeugen, diesen Weg entschlossen mitzugehen.

    Solange einige Professorenkollegen zwar vielleicht pflichtgemäß Umweltthemen in ihre Curricula übernehmen, aber bei jeder Gelegenheit durchblicken lassen, das "diese ganze Umweltdiskussion doch nur eine Idee von ein paar grünen Spinnern ist ...", solange wird die Vermittlung von Umweltfreundlichem Denken wiederum nur ein Lippenbekenntnis.

    Quelle(n): Studium in Frankfurt / Main und in Aberdeen (Schottland), Erfahrungen mit unterschiedlichen Lehransätzen aus Studentensicht.
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  • vor 1 Jahrzehnt

    Vielleicht zu theoretisch gedacht: Aber ich würde zunächst nicht die Methoden, sondern die Gründe für "umweltfreundliches Denken" erörtern.

    Z.B. Überlegungen zum reziproken, rationalen Egoismus (Warum soll ich, warum sollten Andere die Umwelt schützen, Allmende-Problem).

    Ethische Erwägungen: Warum sollten wir bestimmte Tierarten erhalten (Wozu biologisches Gleichgewicht und warum z.b. utilitaristische Ethiken, die Tiere mit einbeziehen)? Wollen wir intergenerationelle Gerechtigkeit?

    Welches Spannungsfeld besteht zwischen Zielen wie Umweltschutz und individuellen (evtl. hedonistischen) Interessen?

    Vielleicht kann man in Diskussionsrunden die Teilnehmer zu neuen Denkweisen anregen.

    Für konkrete Workshop-Tips hoffe ich auf die Antworten anderer Leser, habe da wenig Plan.

    Lass uns doch wissen, wie Du es letztlich organisierst, würde mich interessieren.

    Gutes Gelingen.

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  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt

    ich wuerde meinen 500 PS V8 so hinstellen, das die Stundenten ihn immer im Auge haben. Ab und zu mal nen BurnOut auf dem parkplatz hinlegen....

    Das Thema: wie bekomme ich 600Ps aus der Kiste bei gleichem verbrauch von 30l/100km super natuerlich..

    (als erstes wird der kat ausgebaut..)

    Quelle(n): Dann hast du wenigstens welche die sich fuers thema interessieren...
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  • vor 1 Jahrzehnt

    Ich hatte mir zwar geschworen, nicht so viel Zeit bei Y!C zu verplempern. ABER, dies ist eine Frage, die mir nahe liegt.

    Es regt mich auf, dass die "Gruenen" so wenig ueber die Komplexitaet ihrer Vorschlaege mitreden koennen oder wollen. Viele von ihnen weichen nur zu gerne konkreten Zahlen zur Wirtschaftlichkeit, zur Energieeffizienz und zum Carbon Footprint aus.

    Beispiel: Wieviel Leute wissen, dass acht Liter Aethanol aus Zuckerrohr (Brasilien) den "Carbon Footprint" von 1 Liter Benzin hat? Eine beeindruckende Zahl! (Dies fuer eine Full Cycle Rechnung, also inklusive: Kunstduengerherstellung, Feuer fuer die Destillation, Lastwagen/ Traktoren Diesel-Verbrauch, Transport zum Verbraucher, ..

    Fuer Aethanol aus Mais (USA) sind das (hoeflich gerechnet) mal gerade mickrige 1.8 Liter Aethanol. Also totaler Quatsch, den Umweg ueber Staerke zum Zucker und dann zur Alkohol Fermentation zu nehmen. Anders ausgedrueckt, ein Geschenk der Steuerzahler fuer die US Farm Lobby. Zudem noch durch hohe Einfuhrzoelle fuer brasilianischen Alkohol 'unterstuetzt'!

    ----

    Item, hier mein "Vorschlag" fuer dich.

    (Uebrigens ich meine, in die "reine Natur" zu gehen, ist fuer euch Kiwis nicht sonderlich interessant.)

    Arbeitsgruppen, die laengere Full Cycle Rechnungen machen: "Landwirtschaft hoch technisiert", "Landwirtschaft auf der Stufe des 19. Jahrhunderts" (beides "lokal" und "global"), "elektrisch mit Waermepumpen heizen oder im Haus Propan und Oel verbrennen", "Recycling von Altpapier oder Verbrennen im Co-Generation Kraftwerk", "Milchkartons (die bekanntlich bis in die naechste Eiszeit halten) oder Milchflaschen", "Windraeder", "BioDiesel", usw.

    "Full Cycle Rechnungen" heisst,

    1. inklusive der Kosten fuer die Erstellung der kompletten Anlagen (also Return-on-Invest Amortisation, ..)

    2. Aufaddieren von allen (!) aufgewendeten Energien, um eine solchen Anlage zu erstellen, und schliesslich deren

    3. (Full Cycle) Carbon Footprints

    Diese Arbeitsgruppen sollten auch Studenten der Volkswirtschaft, Anlagentechnik, Biologie/ Chemie, Verkehrstechnik und Elektrik aufnehmen. Nicht nur Studenten, die im Herzen "gruen" sind, aber fuer das konkrete Zahlenrechnen wenig Neigung zeigen.

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  • vor 1 Jahrzehnt

    Achtung vor der Natur vermitteln. Beinhaltet, dass kleinste Lebewesen in ihrem natürlichen Umfeld leben sollen und nicht zugemüllt werden. Pflanzen, speziell wild wachsende,egal auch wenn angeblich zu nichts nutze,nicht mutwillig zertrampeln. Das ist ein Denkanstoß für deine Studenten.

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  • vor 1 Jahrzehnt

    Die Studenten direkt mit der Umwelt in ihren Kontrasten, einem Problemfeld oder einem natürlichen unberührten Lebensraum in Kontakt kommen lassen, vor Ort gehen und auch mit den Folgen konfrontieren, Bewusstsein entwickeln lassen dadurch, das Bewusstmachen, warum z. b. Müll getrennt werden muss, das heißt, die verschiedenen natürlichen Möglichkeiten aufzeigen und die voluminösen Produktionsmechanismen, um ein künstliches Produkt zu erschaffen, den studiosus darüber aufklären, aber auch nachdenken lassen, inwieweit Zurückbesinnung auf natürliche Produkte /Lebensmittel/ Einsatzmittel nicht nur förderlich für die Umwelt an sich, sondern für jeden einzelnen persönlich ist. Vielleicht auch in Krankenhäuser gehen, umweltbedingt krank gewordene Menschen befragen, Ärzte, Ärzte auch auf ihre Vorgehensweise befragen, wann sie chemische Medikamente empfehlen, mit der Wissenschaft abgleichen und früheren Erfahrungen, wie hier die Natur früher half oder heute noch helfen könnte... Es gäbe in der Naturerforschung sicherlich noch viel zu tun, so wäre z.B. die Goldrute, ein natürlich wachsender Strauch eine Alternative für die Antibabypille...

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  • Macht doch daraus ein Workshop bringt bestimmt ne menge spaß!

    http://www.diesterwegschule-werdau.de/kunst.htm

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  • vor 1 Jahrzehnt

    ich wuerde die finanziellen vorteile des umweltfreundlichen lebens in den ersten stunden in den vordergrund stellen, solaranlagen z.b., dann wuerde ich mit den positiven auswirkungen auf das leben der allgemeinheit eingehen, was weis ich hautkrebsverringerung durch schliesen des ozonloches, paralel dazu wuerde ich den schuelern verdeutlichen welche auswirkungen es haben koennte wenn wir unsere einstellung zur umweltfreundlichkeit nich freundlicher machen (bloede wortwahl ich weis) an inconvenient truth und a day afte tomorrow vielleicht als denkanregung. jetzt kann man die studenten auffordern nach moeglichen loesungen zu suchen.

    man koennte vielleicht auch damit anfangen die schueler nach ihrer einstellung zur umweltfreundlichkeit zu fragen und dann, nach den obengenannten punkten ihre meinung ein zweites mal einholen und die meinungen vergleichen

    mann sollte den studenten natuerlich immer ein beispiel aus dem echten leben geben, z.b. ein hautkrebsopfer besuchen, aber auch solaranlagen ect. besichtigen, man sollte ausfluege in die natur machen damit die studenten erkannen wie schoen ihre welt eigentlich ist

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  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt

    Auf alle Fälle Exkursionen in die frei Natur und hier die problematik an Fallbeispielen, z.b. Bodenerosion etc. darstellen. Die Einwirkungen durch Umweltgifte auf die Fauna und Flora aufzeigen. Halt nicht zuviel Theorie.

    Gruß

    Franky

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