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Miez fragte in SozialwissenschaftSoziologie · vor 1 Jahrzehnt

Mitleid mit anderen?

Ich grübel´ schon länger über das Phänomen "Mitleid" nach und würde gern mal Eure Meinung dazu hören.

Ist es angeboren, oder muß es anerzogen werden? Kann man es vielleicht auch "aberziehen"? (ich denke z.B. an grausame Kindersoldaten in Afrika oder an Abu Ghuraib).

Sind nur Menschen dazu fähig? Gibt es Kulturen mit mehr ausgeprägten Mitleid, als andere? Und wozu ist es sozio-evolutionär gut, auch mit anderen Rassen (Tieren) Mitleid zu haben?

Was denkt Ihr? (Wenn Ihr habt, gern auch mit Buch- oder Textempfehlung)

Gruß Miez

13 Antworten

Bewertung
  • vor 1 Jahrzehnt
    Beste Antwort

    spontane Buchempfehlung:

    David Hume: Über Moral.

    Hume begreift Mitgefühl als naturgegebene (aber zu pflegende, da sonst verkümmernde) menschliche Eigenschaft. Ohne sie könnten wir nicht als Gesellschaft leben. Der Grundgedanke ist: Jedes Lebewesen will Schmerzen vermeiden, jeder nicht verrohte Mensch versetzt sich unwillkürlich in die Lage anderer Wesen. Wenn dieses andere Wesen leidet, empfindet man das Leid nach. Daher sind mitfühlende Menschen bestrebt, andere Wesen nicht leiden zu sehen. Diesen Gedankengang haben sich die Utilitaristen (z.B. Mill) zu eigen gemacht.

    Schopenhauer hat übrigens eine "Mitleidsethik" konzipiert. Aber auch er konnte das Mitleid nicht begründen.

    Die mir bekannten soziobiologischen und evolutionstheoretischen Konzepte können 'Mitgefühl' (Empathie) erklären und als vorteilhaft (für die Partnerwahl, als Handicap-Prinzip, zu Kooperationszwecken wie Reziprozität) interpretieren, aber nicht das 'Mitleid'.

    Nachtrag: Nachdem ich über 'verdinands' Beitrag zu den Spiegelneuronen nachgedacht habe, würde ich sozio-evolutionär folgendes vermuten: Empathie, also MitGEFÜHL ist ein evolutionärer Vorteil. MitLEID ist davon lediglich eine Begleiterscheinung, per se (wie z.B. der Bauchnabel) nicht unbedingt nützlich.

  • vor 1 Jahrzehnt

    ich halte mitleid fuer falsch. richtig ist meiner meinung nach anderen menschen zu helfen.

  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt

    Physiologisch würde ich hier einen Zusammenhang mit den sogenannten "Spiegelneuronen" herstellen.

    Sie ermöglichen uns bei der Beobachtung eines Vorgangs die gleichen oder mindestens sehr ähnliche Gehirnprozesse auszulösen, wie sie bei der Durchführung der beobachteten Situation ablaufen würden.

    Es gibt also ein faktisches Mitleiden durch Beobachtung.

    Quelle(n): Hier mal der Wiki-Link dazu http://de.wikipedia.org/wiki/Spiegelneuron
  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt

    Hallo,

    da kann ich erstmal nur spekulieren.

    Vermutung ist, daß Mitleid tatsächlich angeboren ist, weil es dem Erhalt der Art dient. Es ist etwas ähnliches, wie die Beißhemmung bei Tieren.

    Mitleid ist aber tatsächlich überwindbar, z.B. durch die Erfahrung, stets ausgenutzt zu werden. Da schägt der eigene Überlebenstrieb dann durch.

    Mitleid kann sicher auch bewußt wegerzogen werden, indem man es unter Strafe stellt und Unbarmherzigkeit belohnt. Da reagiert der Mensch dann, wie der pawlovsche Hund.

    Gruß

    cfco 15

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  • vor 1 Jahrzehnt

    Zu welchen Teilen Mitleid anerzogen oder angeboren ist kann ich nicht genau sagen, ich würde aber eher vermuten, dass es im frühen Kindesalter erlernt wird. Psychopathen, also Menschen ohne Einfühlungsvermögen und Mitgefühl , haben meist im frühen Kindesalter Entwicklunsgstörungen erfahren.

    Was im populären Sprachgebrauch als "Mitleid" bezeichnet wird, hat vor allem zu tun mit der Fähigkeit, Empathie zu entwickeln:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Empathie

    Definitiv kann die Fähigkeit zu Mitleid auch "aberzogen" werden. Im Krieg beispielsweise geschieht das häufig bei Soldaten, die gegenüber dem Leiden anderer Menschen abstumpfen, was im Grunde auch eine psychische Schutzreaktion ist. Ein Weg, gegenüber dem Leid anderer abzustumpfen, ist es, sie zu "entmenschlichen", ihnen also das Menschsein abzusprechen, so dass man sich nicht mehr mit ihnen indentifizieren muss.

    Ein Beispiel dafür ist das 3. Reich, wo Juden z.B. in Propagandafilmen als Tiere dargestellt wurden, um ihre Entrechtung und Vernichtung rechtfertigen zu können. Der Völkermord in Ruanda von Hutus an Tutsis ist ein anderes Beispiel. In der Propaganda der Hutus wurden die Tutsis als minderwertige Kakerlaken bezeichnet, die man ausrotten müsse.

    P.S.: Noch mal eine kurze Anmerkung zu der Meinung, Mitleid sei von grundauf falsch und man sollte lieber aktiv helfen als mitleidig zu sein. Ich finde auch, dass man nach Möglichkeiten helfen sollte, statt nur mitlleidig zu sein. Ich denke aber mal, um jemanden überhaupt helfen zu wollen, ist es eine Grundvoraussetzung, dass man zunächst mal Mitleid empfindet, also erkennt, dass jemand anderes leidet und deshalb Hilfe benötigt.

  • Lieb deinen Nächsten wie dich selbst jedoch gibt es eine Geschichte dazu ein Mann völlig verarmt und verletzt lag auf einem steinigem Weg es lief ein anderer vorbei der aber ging an ihm vorrüber als sei nichts der zweite kam vorbei sah und ging vorbei als wäre nichts gewesen der dritte kam sah und witmete seine Zeit diesem und brachte ihn zum nächsten Wirt, zu diesem sprach er, helfe ihm und gebe ihm was er nötig hat um wieder zu kräften zu kommen ich werde für ihn bezahlen was es auch kosten mag.

    sage mir welcher dieser ist dein nächster?

    Quelle(n): Jesus sagte das. TV
  • vor 1 Jahrzehnt

    Mitleid bringt nicht viel. Im Gegenteil,die die man bemitleidet haben dann noch das Gefühl dass sie wirklich die ärmsten sind,und dann sind sie es auch. Desto mehr man so denkt,desto schlimmer wird es! Man kann Mitgefühl zeigen,man kann helfen und motivieren. Aber kein Mitleid,das ist nicht gut. Ein gutes Buch indem es aber nicht speziell darum geht,jedoch aber um's positive Denken und somit auch indirekt um dieses Thema wäre : Charisma,beruflichen und privaten Erfolg durch Charisma von Heinz Enkelmann! Viel Spass!

  • vor 1 Jahrzehnt

    Ich glaube das man als Egoist geboren wird.

    Aber im laufe der entwicklung prägt sich das.

    Bei kindersodaten wird ja eher ein Feindbild geprägt welches kein Mitleid verdient hat.

    Untereinander läuft es möglicherweise "normal" ab.

    Bei Tieren kann man es schlecht sagen.

    Jemand der einen Hund oder ein katze hat wird das mit sicherhiet bejahen. Aber ob es wirklich dieses mitleid ist?

  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt

    Mitleid ist eigendlich eher Mitempfinden, wenn es jemandem schlecht geht, so ist es ein Mitempfinden des Leidens.

    Angeboren kann es fast nicht sein, da es sich durch den Kontakt mit anderen Wesen / Menschen entwickelt...sicherlich kann Mitleid durch Angst beeinflusst werden, vor allem, wenn man sehr früh ein Feindbild in das Gehirn von jungen Menschen wäscht...ich denke aber, dass sogar ein Terrorist mit einem besten Freund (denn es ist ja auch ein Mensch), welcher ihm immer bei Seite stand, Mitleid haben kann, oder sogar zum Auslöser für zu wenig Mitleid wird, sollte ihm etwas widerfahren sein.

    Je mehr innere Werte vermittelt werden, je mehr Liebe vermittelt wird, desto empfindlicher wird man dafür, andere nachzuempfinden. Der eigene Wille und die Auslegung eigener Erfahrungen spielen sicher ebenfalls eine sehr grosse Rolle. Selbst bei (sozialen) Tieren scheint Mitleid durchaus vorhanden zu sein, denn sonst könnte eine Affenmutter wohl kaum erkennen, wann ihr Baby unglücklich ist, oder gar trauern.

    Mitleid bzw. Mitempfinden kann man vielleicht sogar als eine Art Instinkt beschreiben, welcher, wie alle anderen Instinkte auf der Urform der Liebe aufbaut.

  • vor 1 Jahrzehnt

    Mitleid hat man, oder man hat es nicht. Jemand der Feinfühlend ist, hat mehr Mitleid, als jemand der Egoistischnur an sich denkt. Man muss auch immer bewerten können, wann Mitleid angebracht ist, oder nicht. Einer blinden Person Mitleid zu zeigen, ist falsch. Jedoch ist es angebracht, wenn jemand eine geliebte Person verloren hat, usw.

    Ich bin froh, dass ich Mitleidsgefühle besitze, es jedoch ganz vernünftig einsetzen kann.

    Manche Leute zeigen Mitleid, ohne es zu besitzen, und das ist verwerflich.

    Jedesmal, wenn ich traurige Bilder aus Afrika oder sonst wo sehe, habe ich Mitleid, obwohl ich weiss, dass das nichts ändern wird. Aber zu mindest bin ich nicht Gefühllos.

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