Ist dieser Gottesbeweis etwa nicht schlüssig?

Ich glaube, ich habe einen unumstößlichen Beweis für die Existenz Gottes gefunden.

Er lautet:

(P1) Entweder es gibt Gott oder es gibt keine runden Kreise.

(P2) Wenn alle Kreise runde Ecken haben, dann geschieht ein Wunder.

(P3) Es geschieht ein Wunder.

(K) Also: Es gibt Gott.

Update:

So, nun scheint es doch an der Zeit, die Widerlegungsversuche zu prüfen.

Drei Leute scheinen es durchschaut zu haben, wenn sie es leider nicht explizit gesagt haben.

Aber im einzelnen:

Update 2:

@Mopsler: "Es gibt aber keine Kreise, die Ecken haben" - wo wird behauptet, daß Kreise Ecken haben? "... und es gibt keine runden Ecken" - wenn du dir da so sicher bist ... vielleicht den Blick UND den Verstand schärfen! "Ergo kein Wunder" - wieso das denn? Wo wird gesagt, daß ein Wunder lediglich nur dann geschehe, wenn Kreise runde Ecken hätten? Es ist vielmehr umgekehrt - wie es in (P2) zu lesen ist: "Wenn alle Kreise runde Ecken haben, dann geschieht ein Wunder". Logisch ist es so, daß die Conclusio der materialen Implikation zwar wahr, dann aber das Antecedens wahr oder falsch sein kann. - Dein Widerlegungsversuch ist daher wertlos!

Versuch das nächste Mal besser auf die Form zu achten, anstatt von Dingen zu sprechen, die es deiner Meinung nach nicht gibt!

Du kannst natürlich das Alphabet rückwärts aufsagen; aber dann darf man zu Recht der Meinung sein, du hättest nicht das Alphabet aufgesagt.

Update 3:

@Ela: Mutig bist du! Die Wörter "normal" und "weise" zusammenzufügen und in die Philosophie zu werfen. Aber von diesem Übermut kann man lernen. Was lediglich "normalerweise" rund ist, darf normaler Weiser weiterhin getrost als rund betrachten. Es ist so schön in einer auf die Norm abgerichteten Welt.

Update 4:

@Cairo: Es gibt vermutlich ebenso viele Götter, wie es Menschen gibt. Sollte sich diese Vermutung eines Tages bestätigen, würde mich dies nicht wundern.

"Glauben Tiere auch an Gott?" - Sicher nicht, einen solchen Luxus kann man sich in freier Wildbahn nicht leisten.

Update 5:

@stoiberneindanke: Dein erster Satz, du Schelm, scheint schon eine Sprachgepflogenheit Stoibers zu imitieren; sed ad rem: ob jemand eine Prämisse bezweifelt oder nicht, tangiert die Logik nicht; sie kümmert sich nicht um den materialen Inhalt der Prämissen. - "Wenn ich in einem Lokal sitze, will ich entweder etwas essen oder trinken. Wenn ich etwas esse, folgt daraus nicht, dass ich keinen Durst habe." Aus einer einzelnen Prämisse folgt erst einmal gar nichts (es sei denn, mithilfes eines Enthymems).

(P2) besagt nicht, daß Kreise aus runden Ecken bestehen, und er besagt auch nicht, daß dies ein Wunder wäre. Genauer lesen!

Zusätzliche Prämissen darfst du gerne machen, aber die Prüfung des daraus veränderten Argumentes hat dann nichts mehr mit dem hier vorliegenden zu tun. Wie wäre es noch mit (P5): "Paul raucht und trinkt nicht"?

Zudem: Du sagst, die Schlußweise "(1) wenn p, dann q; (2) q; (K) also p" sei falsch? Mitnichten. Deine ungenaue Redeweise gehört gehörig korrigiert:

Update 6:

Man muß sagen, diese Schlußweise ist logisch nicht notwendig wahr. Dein nicht sehr subtiles Beispiel würde ich durch folgendes, einsichtigeres ersetzen: "Wenn es regnet, dann ist die Straße naß. Die Straße ist naß. Also: Es regnet." - Wie gesagt, dies kann wahr sein, muß aber nicht. Dieser Schluß ist - wie man auch sagt - (logisch) nicht gültig, aber ein Schluß, der (logisch) nicht gültig ist, hat deswegen noch lange keine falsche Konklusion (denn die Konklusion kann ja immer noch wahr sein; wenn sie wahr ist, ist der Schluß eben - wie man sagt - kontingent gültig oder zu deutsch: "(zufällig) geglückt").

Genauso katastrophal: Du kannst aus dem Prämissenkorpus nicht einfach eine Prämisse herausnehmen, den übrig gebliebenen Prämissentorso nach einem bekannten Schema abhandeln und aufgrund des daraus entstehenden Ergebnisses den gesamten Schluß beurteilen. Das ist sehr unsaubere Arbeit!

Tip: Versuch es mal mit dem Modus tollendo ponens!

Update 7:

Wenn du an Einhörner denkst, dann, würde ich sagen, denkst du an etwas, das es gibt - oder denkst du an nichts, wenn du an Einhörner denkst? Das Stichwort lautet hier "Modus existendi".

Gibt es Einhörner? Ja, und ich will dir auch verraten, wo: Es gibt sie in der Nähe des Ortes, an dem es die eckenlosen Kreise gibt.

Update 8:

@cjstlueb...: Das ist eine gute Frage.

Update 9:

@dreistein38: Hhm, daß heißt: wenn der Beweis zutreffend ist, hätte sich das Universum vielleicht aufgelöst. Es existiert noch, nun kann es sein, daß der Beweis zutreffend ist oder nicht. - Daß ich von solchen Sachen die Finger lassen möge, ist ein guter Rat, den ich für die Zukunft beherzigen werde. (Nur weiß ich nicht, ob mein Daimon es mich läßt.)

Update 10:

@der_depp: Das ist durchaus möglich und kommt in der Philosophie nicht selten vor. Man müßte womöglich so vorgehen: Um das, was unumstößlich ist, einen Bogen machen und dann einfach hinter sich lassen.

(Aber dies Ding verfolgt mich!)

Update 11:

@whyskyhigh: Falsch!

Update 12:

@ornella2332: Das befürchte ich auch, wiewohl ich es nicht weiß; aber es hat den Anschein, daß ...

Update 13:

@Marcela D.: Ob Gott gut oder böse ist, darf für die Menschen irrelevant sein. Sie sind für ihr Denken und Tun selbst verantwortlich und sollten bei allem, was sie planen oder vorhaben, abzuschätzen in der Lage sein, ob das Vorhaben in die Tat umgesetzt werden soll oder besser nicht. "Die Tatsache, daß wir Gott denken können[,] ist der Beweis für seine Existenz" - korrekt, aber bei allen Aussagen darüber, daß dies-und-das existiere, dürfen wir niemals außer acht lassen, WIE es existiert (vgl. oben "Modus existendi"). - Daß es Kreise schon immer gegeben habe, ist falsch. Bedenke: Das Universum ist, wie es uns erscheint, nicht zweidimensional. Was könnte dich nun rechtfertigen anzunehmen, es sei - trotz unserer Erfahrung - dennoch zweidimensional? (Und die dritte und vierte Dimension seien nur durchs menschliche Denken "entstanden"?) Was hat dann die Beschreibung eines zweidimensionalen Universums mit der Beschreibung eines vierdimensionalen (also "unseres") Universums zu tun?

Update 14:

@Marcellus: Geht es dir wirklich um eine Antwort? Oder willst du nur stumpfsinnige Rückfragen stellen, die mehr auf die Beschränktheit deines Geistes Rückschlüsse ziehen lassen als darauf, daß du ernsthaft bemüht bist, die Schwäche des Argumentes zu durchschauen? Wenn du wenigstens die Kreativität besäßest, eine scharfsinnige Anwort zu liefern!

Update 15:

@Viktor: Falsch!

Update 16:

@Christian: Tja, was soll ich davon halten? Hübsch, aber leider an der Frage vorbei.

Der Name "Gott" ... das ist überhaupt die Idee! So werde ich ihn ab jetzt schreiben. Nur: wofür es einen Namen gibt, muß das - wie auch immer - existieren? Selbst wenn ja, was hat der Name mit dem Ding zu tun, welches diesen Namen trägt? Man kann ja nicht sagen: Jeder, der den Namen "Christian" trägt, ist notwendig ein Christ. Oder: Jemand, der den Namen "Müller" trägt, ist notwendig ein Müller. Ursprünglich zwar hatten Namen die Funktion, eine Eigenschaft der ihn tragenden Person zu bezeichnen. Wir sind aber längst dahintergekommen, daß Sprache eine ebensolche Scheinwelt ist wie die Welt, die uns umgibt und in der wir "wohnen".

Update 17:

@Ahriman: "Wenn man mit Gott sprechen könnte ..." - es ist schon schwer genug, VON ihm zu sprechen. - Ich meine kein spezielles Wunder, also kein besonderes Ereignis, das als Wunder gälte. Nimm es so: Wenn es Wunder gibt, dann geschehen sie auch. Es gibt Wunder. Also: Es geschieht mindestens ein Wunder, gleichgültig, worin es bestehe

Update 18:

@derdilettant: Falsch!

Update 19:

@Zora Y: Da bin ich aber froh, daß du dich hast belustigen können. Wenn du jetzt noch eine ernsthafte Heiterkeit einzunehmen fähig bist, dann verrate mir doch, wo ich - wie du dich da ausgedrückt hast - "die Logik auf den Kopf" gestellt habe, sofern du vor herzlichem Lachen überhaupt weißt, was du eigentlich sagen wolltest.

21 Antworten

Bewertung
  • vor 1 Jahrzehnt
    Beste Antwort

    doch doch... total schlüssig. aber pass auf:

    1. es gibt niemanden, der einen schlüssigen beweis für die existenz gottes finden kann.

    2. du hast einen gefunden.

    daraus folgt unwiderruflich: es gibt dich nicht.

    somit geht dein beiweis leider auch flöten. schade.

  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt

    vielleicht bist du auch nur angerannt an irgendwas unumstößlichen?

  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt

    Bei Dir hat wahrscheinlich irgendwas Ecken gekriegt, was normalerweise rund ist...

  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt

    Es gibt aber keine Kreise, die Ecken haben und es gibt keine runden Ecken. Ergo kein Wunder, ergo kein Gott. Da hast du deinen Gottesbeweis. Demzufolge gibt es nämlich gar keinen Gott.

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  • vor 1 Jahrzehnt

    Der Einzige, der Dich hier richtig verstanden hat, ist @ der_ depp.

  • vor 1 Jahrzehnt

    Hab mal gehört, der in unserer Kultur vorherrschende Gott möchte, dass wir aus freiem Willen an ihn glauben. Ein Gottesbeweis würde aber zu einem zwangsläufigen 'Glauben' an ihn führen, bzw. den Glauben zu Wissen machen.

    Ein schlüssiger Gottesbeweis in diesem System würde wahrscheinlich zur Auflösung des Universums führen, da Gottes Plan in Unordnung käme, also lass bitte die Finger von solchen Sachen, ist echt schwer gefährlich!

  • vor 1 Jahrzehnt

    Wenn man mit Gott sprechen könnte, um dann zu fragen ob er seine Allmacht auch abgeben kann, würde jeder seiner Antworten ein Widerspruch zu seinem Wesen sein.

    1. Er antwortet mit Ja. Dann hätte er sie nicht mehr.

    (für die Schlaumeier natürlich unter der Voraussetzung das er seiner Antworten Taten folgen lassen muss.)

    2. Er antwortet mit Nein. Somit ist er nicht allmächtig.

    PS: Ich glaube an Gott. Welches Wunder meinst du? Ich kenne viele. Siehst du sie nicht?

  • vor 1 Jahrzehnt

    Die Tatsache, daß wir Gott denken können ist der Beweis für seine Existenz. Gott denken zu können ist jedoch eine so anspruchsvolle Denkleistung wie die Vorstellung von Unendlichkeit sowohl in Zeit als auch in Raum. Da dies wenigen gelingt wird Gott "vermenschlicht" wird, sei es durch Jesus, Mohammed oder andere angebliche Messias.

    Und dadurch wird Gott für viele "unglaubwürdig" insbesondere für die, die weder an Messias 1 Jesus noch an Messias 2 Mohammed glauben oder Menschen die nicht mal an eine Idee vom Leben haben.

    Würde heute jemand behaupten, er wäre der Messias ( hier schon Nr. 3) würde ich ihm wohl auch nicht glauben....Gott hat insofern nichts mit denen zu tun, die angeblich in seinem Namen morden oder gemordet haben unterdrücken etc.

    Desweiteren stellt sich die Frage ob Gott überhaupt gut sein muss und ob die Einteilung in gut oder böse überhaupt anwendbar ist !

    Quelle(n): Mein Kopf bzw. das Denkergbnis durch die Literatur verschiedenster Philosophen z.B. Descartes mit dem "Discours de la méthode". Kreise gibt es schon immer , Ecken erst durchs menschliche Denken
  • vor 1 Jahrzehnt

    Was soll das denn?

    P1 bis P3 ist völlig zusammenhanglos! Die "Entweder oder Bedingungen" sind nur von dir, deshalb nicht herzuleiten und noch weniger zu beweisen

    Ende Banane damit wäre dein "Beweis" schon widerlegt in kürzester Zeit!

    Deine Überlegungen in allen Ehren aber wenn es so einfach wäre würde die Menschheit nicht schon seit Urzeiten versuchen das zu "beweisen".

    Im Übrigen ist das eine Glaubenssache und ein Gottesfürchtiger Mensch - unabhängig seiner Religion - braucht dafür keinen Beweis!°

  • vor 1 Jahrzehnt

    Geht es Dir wirklich um die Existenz Gottes? Oder verzapfst Du nur dummes Zeug?

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