Womit lassen sich vergangene Verluste erfolgreich kompensieren?

Ich arbeite gerade mit einer interessanten Gruppe von Leuten, die immer von "Verlusten" reden, die man im Leben erleidet, wenn man eine Enttäuschung oder ein Trauma jedweder Art durchmacht (z.B. verliert jemand durch die Erfüllung eines bestimmten Traums wie Urlaub auf Kreta durch Desillusionierung mit der dortigen Wirklichkeit sein langjähriges "Shangrilah", einen geistigen Zufluchtsort, der nun "entweiht" ist; jemand anderes verliert seine Heimat, indem er sich in einen anderen Ort verliebt, etc.).

Womit lassen sich Eurer Meinung nach solche psychologischen Verluste im Leben ersetzen?

Einfach von was anderem zu träumen ist nicht so einfach, wenn man nicht das Gemüt eines Neanderthalers hat.

Wie kompensiert Ihr für erlittene Verluste?

23 Antworten

Bewertung
  • vor 1 Jahrzehnt
    Beste Antwort

    Wenn ich Dich richtig verstehe, haben Deine Leute ja für ihren Verlust schon eine Entschädigung erhalten. Für den Verlust von Illusionen haben sie eine Erkenntnis gewonnen und für den Verlust der alten Heimat eine neue gefunden. Das müssen sie sich jetzt nur noch klar machen und schätzen lernen.

  • vor 1 Jahrzehnt

    Ich betrachte gewisse Ereignisse nicht als Verlust, sondern als eine Bereicherung meiner Lebenserfahrung.

    Ich wohnte in Berlin, hatte keine Probleme und eine eigene Mittelständische Firma mit recht ordentlichen Ergebnissen und Erfolg.

    Durch gewisse äußere Umstände kam aber das ganze Boot ins schlingern und bevor eben diese Verluste eintreten konnten, habe ich die Notbremse gezogen und an Erfahrungen gewonnen.

    Ein Verlust war es sicher, aber ich habe ohne Probleme Überlebt und mir neue Ziele gesteckt.

    So haben wir die Zelte in Berlin abgebrochen und unser Lager hier auf dem elterlichen Hof neu aufgebaut.

    Da ich sicher zwei goldene Hände und ein recht kluges Köpfchen (meine die handwerklichen Fähigkeiten) habe, konnte ich mich selber an die Sanierung des sehr alten Wohnhauses und dem ganzen Komplex heranwagen.

    Heute bin ich nach über 7 bis 9 Jahren fertig und bin sehr stolz auf das was ich geleistet habe. Das bezeugen immer unsere Besucher wenn sie in unser Haus kommen.

    Was will ich sagen? von einer "depressiven Phase" bin ich zu neuen Ufern geschwommen und kann mich jetzt zu frieden und glücklich zu rück lehnen.

    Ich sitze vor meinem Kamin und lass mir den selbst gekelterten Wein meiner Schattenmorellen über die Zunge rieseln.

    prösterchen

  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt

    Hey Tahini,

    ist ja echt ne Hammerfrage im Vergleich zur letzten *ggg*

    Im ersten Augenblick würde ich auch auf adäquate Ersatzbefriedigung tippen. Exzessiv Essen, Alkohol, Sex, Sport, Ablenkung und Betäubung jedweder Art. Dann käme sicher bald eine Zeit der Verleugnung (sooo wichtig war mir der Traum ja schließlich auch nicht…)

    Aber dann kommt man einen Punkt wo das alles eben nicht mehr funktioniert.

    Ich glaube ganz fatalistisch, dass man erlittene Verluste nie kompensieren kann bzw. ersetzen. Da wird immer ein Löchelchen bleiben in das man an kalten Tagen unerwartet plumpst. Noch Jahre später, wenn man denkt, man hätte alles schon längst verwunden. Meine Erfahrung ist, dass vieles nur die Zeit heilt, wenn überhaupt. Leider kann man aber jemandem nicht beim Heilungsprozess helfen. Egal was man dem „Trauernden“ sagt, es klingt immer falsch oder banal. Auf jeden Fall sollte man vermeiden die Gefühle des Betroffenen zu bewerten. Ganz viel zuhörn und Liebe… Mehr gibt’s wohl nicht zu tun…

    Ich mach das gerade mit einer lieben Person durch die nur 20(!)km von ihrer gewohnten Umgebung wegziehen musste und in eine waschechte Depression verfallen ist, täglich erzählt was alles schlecht ist und inzwischen sogar körperlich leidet. Das ist für die Leute drumrum kaum zu ertragen, aber am schlimmsten ist es für sie selbst. Sie muss da durch. Entweder sie verkraftet es irgendwann, oder eben nicht. Klingt hart, ist aber die Realität.

    Sich mal eben neue Ziele zu stecken bla, bla, bla, hast du ja selber als fast undurchführbar entlarvt.

    Also, meine Antwort auf die Frage „Womit lassen sich vergangene Verluste erfolgreich kompensieren?“ Lautet: „Gar nicht :-(!“

    Ganz liebe Grüße, Mia

    Nachtrag:

    @Karlchen: deine Erlebnisbericht ist unheimlich schön und macht mir großen Mut! Danke!

  • Anne
    Lv 7
    vor 1 Jahrzehnt

    Ein Verlust ist immer ein Gewinn an Lebenserfahrung!

    Anne

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  • vor 1 Jahrzehnt

    1. ich kaufe mir ein schönes, aber nicht unbedingt teures schmuckstück.(kann bei aktutem finanzierungsnotstand auch ein neuer kaffebecher(mug) sein.

    2. ich war bislang aber immer in der lage, auch jedem trauma seine positive seite abzugewinnen und konnte mir somit, wenn auch manchmal über einen längeren zeitraum hinweg, klarmachen, dass es keine verluste, sondern nur neue erfahrungen gibt. die es zu machen gilt/galt.

  • palux
    Lv 6
    vor 1 Jahrzehnt

    Durch neue Gewinne und neue Erfahrungen !!

    Schliesslich habe ich mal wirklich alles verloren, ausser mein Leben, und das war die Basis für einen Neustart.

  • Fiene
    Lv 7
    vor 1 Jahrzehnt

    Kompensieren hab ich nicht geschafft, ehr verarbeiten, akzeptieren, seinen Frieden damit machen. Das erreiche ich, indem ich viel darüber nachdenke und gefühlte Gefühle zulasse und nicht durch Ersatzbefriedigung zudecke.

    Wenn ein Traum ausgeträumt ist, kann man ihn nicht mit Gewalt durch einen neuen ersetzen, aber irgendwann entsteht vielleicht ein neuer Wunsch, ein neues Ziel ganz von allein.

    @Pinky: Den Daumen hoch kriegst Du von mir für Deine Ehrlichkeit.

  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt

    ganz pragmatisch. Was war, war und kommt nicht zurück aber die Zukunft stellt mir Aufgaben. Über verschüttete Milch soll man nicht jammern.

    Quelle(n): eig. Erf.
  • Indem man sich lang genug und tief genug damit auseinander gesetzt hat!Solche Verluste lassen sich nicht durch andere Sachen so einfach ersetzen!

  • vor 1 Jahrzehnt

    Indem Du neue Ziele verfolgst, denn jeder Verlust ist bedeutet auch eine neue Chance für Dich.

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