Anonym
Anonym fragte in GesundheitPsyche · vor 1 Jahrzehnt

Wieso heisst es blaumachen, wenn man auf der Arbeit fehlt?

das war ne Antwort auf meine Frage zum Blausein, und hat mir leider nur diese weitere offene Frage eröffnet...

4 Antworten

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    Lv 6
    vor 1 Jahrzehnt
    Beste Antwort

    "Im Mittelalter färbte man in Deutschland die blaue Farbe auf Tüchern mit Waid, einer gelb blühenden Staude. Dies war ein zeitraubendes Verfahren, zu dem u.a. Harn von Männern, die zuvor eine bestimmte Biersorte getrunken haben mussten, benötigt wurde. In einer so hergestellten Farblauge mussten die Tücher einen Tag in den Bottichen verbleiben, ehe sie zum Austrocknen und weiteren Bearbeitung herausgenommen werden konnten. Die Färber waren also einen Tag arbeitslos, sie „machten blau“. Dieses Verfahren wurde im 17. Jahrhundert durch Indigo aus Indien, der später durch synthetischen Indigo von Bayer ersetzt wurde,

    abgelöst."

    Quelle(n): Aus dem Buch: Burgen, Schlösser und Adelssitze entlang der Ruhr (Piccolo Verlag)
  • vor 1 Jahrzehnt

    Die Redewendung "Blau machen" hat ihre Wurzeln im Arbeitsalltag der Blaufärber im Mittelalter: Sie konnten dem Müßiggang frönen, während die frisch gefärbten Stoffe an der Luft trockneten und sich dabei erst langsam die blaue Farbe entwickelte. Auch der Begriff "blau" als Synonym für betrunken hat seinen Ursprung in der Indigofärberei beziehungsweise der Färberei mit der Pflanze Färberwaid.

  • vor 1 Jahrzehnt

    Die Herkunft der Redewendung blau machen in der Bedeutung „seiner Arbeit nicht nachgehen, der Arbeit oder Schule ohne triftigen Grund fernbleiben“ ist nicht gesichert, es existieren dazu unterschiedliche Hypothesen:

    * Entstanden aus dem Ausdruck Blauer Montag für den arbeitsfreien Montag der Handwerker: „Blauen Montag machen“ hätte sich demnach erweitert zu der Bedeutung „nicht arbeiten, der Arbeit fernbleiben“

    * Entstanden unter Vermittlung des Rotwelschen aus Jiddisch belo „ohne“. Demnach wäre ein aus belo entstandenes Rotwelsches lo, lau (wie in der Redensart für lau, „für nichts, kostenlos“) in der verstärkenden Form welo, welau („sehr schlecht, sehr böse, sehr schlimm, gar nichts, überhaupt nichts“) zu „blau“ geworden und ein – zwar nicht belegtes, aber postuliertes – rotwelsches blau machen im Sinne von „nichts tun“ in die allgemeine Umgangssprache übernommen worden.

    * In einer von der Sprachwissenschaft nicht vertretenen Erklärungsweise wird angenommen, die Redewendung wäre aus der Praxis des Färberwesens entstanden, speziell der Indigo- oder Waidfärber, die die gefärbten Stoffe in einer letzten Phase des Färbevorgangs an der Luft trocknen lassen, wobei erst in dieser Phase durch Oxidierung die blaue Färbung entsteht. Weil die Blaufärber in dieser Phase mit der Arbeit pausiert hätten, wäre aus dem technischen Vorgang des Blaumachens ein allgemeinsprachlicher Ausdruck für „Nichtstun“ entstanden, und auch der Ausdruck Blauer Montag soll hieraus abzuleiten sein, weil der Montag der übliche Tag für diese Phase des Blaufärbens gewesen sei

  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt

    Hallo!

    Zur damaligen Zeit als es noch die Färber gab, haben die die Laken und Textilien gefärbt. Nachdem sie sie gefärbt haben mussten sie sie trocknen, dabei veränderte sich die Färbung. Meistens in Blau (wenn mich nicht alles täuscht). Und weil an diesem Tag nichts zu tun war, heißt dieser Tag Blau machen.

    Darüber gab es mal bei der Sendung mit der Maus einen interessanten Bericht "Über´s Blau machen"

    mfg papadreihorn

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