War Erasmus von Rotterdams Leitspruch „nulli concedo“ die richtige Haltung im Streit mit Martin Luther?

4 Antworten

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  • vor 1 Jahrzehnt
    Beste Antwort

    Ich bin zwar lutherischer Theologe und Pfarrer, aber "lutherisch" darf nicht heißen, in allem dem Mann Luther zustimmen zu müssen. (Unsere Kirche heißt in Italien im Staatsvertrag "Kirche der Ausburgischen Konfession")

    Darum habe ich die Freiheit, Erasmus in weiten Teilen zuzustimmen. Er war kein oberflächlicher Philosoph und vertrat keine individualistische Ideologie, wie man ihm später und von lutherischer Seite vorgeworfen hat. Er suchte den Frieden in dem aufkommenden konfessionellen Streit mit allen menschlichen Mitteln. Und der berühmte Streit um den freien/unfreien Willen ist ohnehin ein Streit, der erst in der Praxis entschieden werden kann. Theoretische Sätze bringen da nichts. Auch Luther hat mal gesagt, der Mensch habe einen etlichermaßen freien Willen. Es gibt in der Geschichte des Glaubens immer wieder einen Zickzackkurs zwischen beiden Extremen, von Jeremia an bis Luther und Erasmus und bis heute etwa bei den verschiedenen calvinistischen Theologien.

    Das "nullo concedo" ("Ich schließe mich nicht einfach einer einzigen von zwei Seiten an") ist von Einsicht und Weisheit geprägt, die der alternde Luther nicht mehr zustandebrachte. Der neuzeitliche Protestantisms ist nicht von Luthers Reformation allein geprägt (jetzt mal alle vorreformatorischen Grundlagen beiseite gelassen), sondern ebenso vom Erbe des Erasmus und von der Europäischen Aufklärung (Kant). Und das ist gut so.

  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt

    Während Erasmus die These aufstellte, Gott habe dem Menschen einen Rest von freiem Willen, zwischen dem Guten und dem Bösen zu wählen, belassen, der freilich nur mit Gottes Gnade wirksam werden könne, argumentierte Luther mit der Erbsünde und der Allmacht Gottes, durch die notwendig alles vorausbestimmt wäre.

    Erasmus im Wortlaut : "Tam quisque facibus nulli concedo Luteranii dolentiae sine virorum et multera qui libet altera magnae"

    Dazu Luther : "Erasmus est homo per se"

  • ?
    Lv 7
    vor 1 Jahrzehnt

    Ich meine erinnerlich zu sein das der Leitspruch

    Concedo nulli lautete.

    Wie dem auch sei-Es war keine Zeit in der Meinungsvielfalt geduldet wurde.

    Sollte dies auch auf YC zutreffen so bestätigt sich die These,das Geschichte wiederholbar ist.

  • vor 1 Jahrzehnt

    nein

    das ist die falsche haltung.

    warum?

    ein suender ist laut bibel blind und kann sich weder entscheiden noch den unterschied sehen.

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