Wäre Folter gerechtfertigt, wenn...?

...man mit dem erzwungenen Geständnis viele Menschenleben retten könnte?

Ich persönlich verurteile die Folter, aber was wäre, wenn ein Geheimdienst einen Terroristen schnappt, von dessen Geständnis viele Menschenleben abhängig wären und der Geheimdienst zudem noch unter Zeitdruck stehen würde? Wie könnte man sonst schnellstens an diese Informationen kommen?

Update:

Wenn man die Folter in so einer Situation anwenden würde, wäre es nicht ein Verrat an unsere demokratischen Grundprinzipien, das die Würde eines Menschen unantastbar ist oder würde in diesem Fall gelten: Der zweck heiligt alle Mittel?

Update 2:

Auch wenn die Folter in Deutschland offiziell verboten ist und verurteilt wird, wer sagt uns, das sie nicht doch inoffiziell praktiziert wird?

Update 3:

Danke für eure ehrliche und offene Meinung.

Es sind soviele gute Antworten dabei, das ich es mir schwer fäält, etwas auszusuchen.

33 Antworten

Bewertung
  • vor 1 Jahrzehnt
    Beste Antwort

    Nein, weil wenn es ein Gesetzt gibt das Folter unter gewissen Umständen erlaubt, würde dieses Gesetz immer missbraucht, ausgeweitet und Fehlinterpretiert werden.

    Was der Geheimdienst in so einem speziellen Fall im geheimen macht ist aber auch wieder was anderes...

  • Anonym
    vor 1 Jahrzehnt

    Im Prinzip würde ich dir gerne Recht geben, aber wo setzt du dann die Grenzen. Ein Verbrecher hat ein Kind entführt, und wenn es nicht schnell gerettet wird stirbt es im Erdloch.

    Eine Mutter hat ihr Baby aus dem Fenster geworfen oder getötet, aber man findet die Leiche nicht.

    Jemand hat gedroht den deutschen Bundestag in die Luft zu sprengen.

    Wo bitte willst du dann die Grenze ziehen? Irgend eine Rechtfertigung gibt es dann immer warum man jemanden foltern muss.

    Also ich bin gegen Folter, dass hat es im Mittelalter gegeben und da sollte die Folterstrafe auch bleiben.

    Gruß

    Franky

  • vor 1 Jahrzehnt

    nein, Folter ist niemals ein Mittel, Geständnisse zu erzwingen. Folter ist ein Freibrief für Sadisten, ihren Neigungen nachzukommen. und das noch legal. Es kann doch nicht sein, das Menschen das Recht haben, andere Menschen zu foltern, nur weil sie, ob schuldig oder nicht, in die Mühlen der Justiz geraten sind.

    Man stelle sich folgendes Szenario nur vor:

    man wird verhaftet, und ist sich keiner Schuld bewusst. Nur weil man einem z. B. Phantombild ähnlich sieht. Da man nichts getan hat, hat man auch nichts zu gestehen. Dann wird man gefoltert und sagt Dinge aus, die nicht stimmen. Nur damit die Schmerzen und Qualen endlich aufhören. Wer könnte von sich sagen, er würde nicht alles aussagen, was die Folterer hören wollten? Egal, ob richtig oder falsch.

    Nicht umsonst gilt in unserem Rechtssystem die Unschuldsvermutung, bis die Schuld bewiesen ist. In unseligem Angedenken an die Nazizeit wurde dies extra Teil unseres Rechtes. Auch Geheimdienste stehen nicht ausserhalb unserer Rechtssprechung. Wir sollten uns da die USA nicht zum Vorbild nehmen!

    Quelle(n): Goerg Orwell`s Roman "1984".................(.lasst es nicht soweit kommen!!!! )
  • vor 1 Jahrzehnt

    nur weil ein

    Geständnis

    erzwungen ist

    muss es

    noch lange nicht

    stimmen

    .

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  • vor 1 Jahrzehnt

    in bestimmten zwangssituationen JA!

    weshalb sollte ein mensch auf seinen grundrechten bestehen dürfen,....wenn er gerade dabei ist,....anderen nicht nur diese,....sondern auch noch ihr leben nehmen zu wollen?!

    wann hören die menschen endlich auf, dem täter mehr rechte zu gewähren,...als den opfern?...irgendwie schon ein bissel krank!

    und noch etwas!....ich bin überzeugt davon, daß JEDER HIER, welcher dagegen ist,...ganz anders urteilen würde,....wenn es um seine eigenen liebsten geht!!

  • der Lu
    Lv 4
    vor 1 Jahrzehnt

    Woher willst du wissen, dass der Gefolterte mehr weiß, als er dir schon erzählt hat? Wahrscheinlich gesteht er unter Folter viel mehr als wirklich stimmt, nur um den Qualen zu entgehen.

    Ich bin dagegen.

  • vor 1 Jahrzehnt

    Trotzdem - nein. Folter ist kein Mittel, sondern Zwang. Müßte auch auf andere Weise möglich sein. Gute Verhandlung.<<<

  • vor 1 Jahrzehnt

    Eine Diskussion anhand eines fantasievoll ausgedachten Fallbeispieles zu führen ist nutzlos.

    Was auch immer die Menschen tun würden, die sich jemals in einer solchen Situation befinden - sie würden es sicherlich nicht an die große Glocke hängen, wo kein Kläger ist, ist auch kein Richter.

    Dieser Fall mag vielleicht mal eintreten.

    Aber es gibt viel mehr Situationen als diese, in denen Folter angewendet wurde. Bei einem grundlegenden Gesetzesentwurf ist auf den Mindestanspruch eines Jeden Rücksicht zu nehmen und nicht auf spezielle Einzelfälle.

    Bei einer allgemeinen Diskussion um das Thema Folter ist zu berücksichtigen, das Folter kein Mittel zur Wahrheitsfindung ist. Jeder würde alles gestehen, um ihr zu entgehen. Dieser Umstand führt dazu, Folter als Mittel ad absurdum zu stellen. Und das ist auch gut so.

  • vor 1 Jahrzehnt

    wenn man gefolter wird, und man war es vielleicht gar nicht, dann sagt man sogar was falsches, um nicht mehr gefoltert zu werden...

    Quelle(n): hexenverbrennung wars u.a. so.
  • vor 1 Jahrzehnt

    NEIN!

    Aussagen unter folter entsprechen oft nicht den tatsachen, was hättest du dann gewonnen?

    folter hat sich in ländern, die diese anwenden, nicht als besonders tauglich erwiesen, wie erfahrungen aus den USA und Israel (um mal "westliche" zu nennen) beweisen.

    Gruß aus der Eifel

    Steffen

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