Beste Antwort - Ausgewählt vom Fragesteller
Hallo,
ich verstehe Deine Sorgen, wenn sie auch nicht wirklich ein Problem darstellen, wenn man sich das ganze aus einer anderen Perspektive ansieht.
Kleinkinder haben noch kein Unrechtsbewustsein. Das bedeutet, sie nehmen sich das, was ihnen gefällt oder was ihnen fehlt.
Mag sein, das Dein Kind die beiden Haargummis schöner fand, als ihre eigenen. Aber Dein Kind wird nicht sehen, das es unrecht begeht, wenn es fremdes Eigentum nimmt.
Ob dies der Fall ist, kann man schnell herausfinden, indem man spielerisch verschiedene Dinge zeigt und nachfragt, wem die wohl gehören.
Mangelnde Anerkennung:
Ein größeres Ursachenfeld für Stehlen ist der emotional-soziale Bereich der Anerkennung, Zuwendung und des Selbstwerterlebens. Kinder, die wenig Liebe erfahren, oft missachtet werden, können anfangen zu stehlen, um endlich Aufmerksamkeit zu erwecken. Sie stehlen dann so, dass sie erwischt werden. Daran kann man die Intensität der Notlage ablesen: Selbst Strafe und alle anderen Konsequenzen, die Diebstahl haben kann, sind dem Kind recht, um endlich beachtet zu werden. Auch können die gestohlenen Gegenstände als Liebesersatz fungieren, etwa eine ungeheure Menge Süßigkeiten, die den emtionalen Mangel ausgleichen soll.
Stehlen als Gegenaggression:
Lebt das Kind innerhalb einer autoritären, einengenden und unterdrückenden Erziehung, kann Stehlen auch als Gegenaggression dienen: Das Kind rächt sich in und an der ausweglosen Situation, es wehrt sich, indem es etwa dem Vater etwas wegnimmt. Ist die eigentliche Person, auf die sich die aggressive Gegenwehr des Kindes richtet, zu stark und übermächtig, können auch Ersatzpersonen bestohlen werden. Hier wird deutlich, wie verschlungen die Hintergründe eines Diebstahls sein können, wie genau die eigentlichen Motive erforscht werden müssen. Die Aggression kann sich auch Luft machen, indem genau der Gegenstand gestohlen wird, auf dem ein strenges und rigides Verbot liegt. Das Kind setzt sich so gegen die überstarken Widerstände durch. Dieses Durchsetzen des eigenen Willens kann auch in Gruppen Gleichaltriger eine Rolle spielen: Will das Kind anerkannt sein, kann es versuchen, sich durch (vorher gestohlene) Geschenke in die Gemeinschaft "einzukaufen".
Stehlen aus einer Notsituation und symbolischer Diebstahl:
Existentielle Not ist in unserer Gesellschaft eher selten die Ursache für kindliches Stehlen. Allerdings kann Taschengeldentzug oder die Unfähigkeit des Kindes, um etwas zu bitten (etwa weil es damit schon öfter schlechte Erfahrung gemacht hat), zu Notdiebstählen führen.
Zuletzt ist das symbolische Stehlen zu nennen: Ein Gegenstand dient dann als Ersatz für die Nähe oder den Besitz einer geliebten Person; z. B. ein Bild kann aus diesen Gründen entwendet werden.
Was tun?
Beim Umgang mit dem Fehlverhalten "Stehlen" ist es wichtig, die jeweilige individuelle Situationen des Kindes zu berücksichtigen. Sinnlos, sogar kontraproduktiv ist es, vordergründig "kurieren" zu wollen, indem man das Kind bloßstellt oder bestraft. Diebstählen muss nachgegangen werden, aber möglichst genau, objektiv, vorurteilsfrei und mit viel Fingerspitzengefühl.
Ursachen ausschalten
Ziel jeder Hilfe muss es sein, die Ursachen für das Verhalten auszuschalten. Allerdings ist genau dies häufig sehr schwierig, da sich die Gründe nicht nur in der unmittelbaren Umgebung - im Kindergarten, Hort, in der Schule - finden, sondern viel stärker von der außerschulischen Umwelt bedingt sind - Elternhaus, Sozialisation, Freundeskreis.
Fehlt dem Kind der Eigentumsbegriff, so muss dieser kontinuierlich entwickelt werden. Dabei müssen Eltern und Erzieher/innen eng zusammenarbeiten, damit es nicht zu widersprüchlichen Informationen und Verhaltensweisen kommt, die das Kind zusätzlich verwirren. Zunächst sind aufklärende Gespräche wichtig, es sollten Vergleiche angestellt werden, in denen "mein" und "dein" deutlich werden; und das Kind braucht einen Eigentumsraum, etwa zu Hause ein eigenes Zimmer oder einen Schreibtisch. Häufig lässt sich der Eigentumsbegriff gut über ein regelmäßiges und ausreichend hoch bemessenes Taschengeld entwickeln, über das das Kind frei verfügen darf.
Wichtig ist das vertrauliche Gespräch
Stiehlt das Kind, weil es durch andere dazu verführt wird, ist ein besonders vertrauliches Gespräch wichtig. Wie bei allen Formen des Diebstahls ist es hier sinnvoll, dem Kind die Möglichkeit zu geben, den entwendeten Gegenstand unauffällig wieder zurückzugeben. Handelt es sich um eine Bande, die zum Diebstahl anhält, dann sollte zu den Eltern der betroffenen Kinder Kontakt aufgenommen werden. Konsequentes Einschreiten ist notwendig, d. h. die Mitglieder der stehlenden Gruppe müssen merken, dass sie durchschaut sind, ihre Anonymität aufgehoben ist. Den einzelnen Kindern sollte verdeutlicht werden, dass sie sich mit dem Stehlen in eine Unrechtssituation begeben, die auch polizeilich-juristische Folgen haben kann. Bei all dem aber ist grundsätzlich daran zu denken, dass das Kind nicht abgewer
Quelle(n):
Spencer - Tiefenpsyschologie und Verhalten
- Bewertung des Fragenden:

- Kommentar des Fragestellers:
- Danke das du dir so viele mühe gegeben hast, bin jetzt auf jenefall schlauer geworden, also sie hat genug spangen und ich glaube sie ist eher verwöhnt. Sie hat vor 8 monaten eine schwester bekommen und ich denke, dass das eine trotzreaktion von ihr ist