Irgendwann kommen auch die wohlmeinendsten Eltern nicht drumherum, ihren Kindern etwas zu kaufen, daß sie selbst in die Kategorie "Nutzloser Tinnef, Tand & Plunder" einsortieren.
Warum ausgerechnet Wrestling-Chips und nicht z.B. ein neuartiges Panini-Käfer-Album?
Es liegt quasi in der Natur der Jungen. Sie suchen sich männliche Vorbilder und stellen sich vor, sie besäßen männliche (Super-)Kräfte, die ihnen Macht verleihen. In eine ähnliche Kategorie fallen auch Comic-Helden, wie Superman, Batman und Hulk. Sie dienen alle als Projektionsfläche kindlicher Jugenphantasien.
Sich raufen und die Kräfte messen ist dem männlichen Nachwuchs angeboren. Dazu gehört nun mal auch, sich Vorbilder zu suchen, an denen man sich orientieren kann. Was zunächst der Vater ist wird dann sehr schnell (additiv?) ein viel männlicheres Vorbild. Soll heißen, daß z.B. ich meinem Lütten noch als alleiniges Vorbild genüge. Er mißt sich täglich mit mir, sei es beim Laufen, beim Weitspringen oder auch beim Toben ...nur mal sehen, ob man es nicht jetzt doch schafft, Papas Arm runterzudrücken, wenn man mit ganzem Körpereinsatz "kämpft".
Sehr bald stellen die Kleinen dann fest, daß Papa eben doch nicht der stärkste Mann auf der Welt ist (Das war übrigens gerade gestern Thema bei uns, und ich hab' behauptet es wäre Chuck Norris *lach*)
Das Tauschen und Handeln selbst ist, denke ich, Bestandteil der Menschlichen Natur. Es gibt archäologische Hinweise auf einen Austausch von steinernen Pfeilspitzen schon vor ca. 17.-20.000 Jahren. Durch die gesamte (faßbare) Geschichte der Menschheit hindurch wurde gehandelt. Im großen, wie im kleinen... oder auch unter Kindern im ganz kleinen.
Und wenn ich zurückdenke... ja, das Panini-Album von der WM 1978 hatten mein Bruder und ich voll. Rummenigge war - warum auch immer - am "teuersten". Sein Abziehbildchen hatte etwa den Gegenwert von zwei Breitners *lach*
Egal was man davon hält, den Jungen ist es wichtig. Daher kann ich nur empfehlen, sein Wunsch nach den Wrestling-Chips mit deinem Bemühen nach Selbständigkeit zu verbinden. Kurzum, laß ihn die Chips von seinem Taschengeld kaufen und er wird bald grundlegende Regeln des Handels kennen - auch wenn dabei vielleicht das ein oder andere Kindertränchen fließt.
P.S.: Was sind den Hulk Hogan-Chips wert? Oder kennt der Nachwuchs den nicht mehr?
Nachtrag:
Nee, erst auslegen und dann zurück"zahlen" geht gar nicht. Es ist doch das klassische Spielerverhalten, daß man seinen Kindern von vornherein abgewöhnen möchte. Erst sparen, dann kaufen, anschließend spielen, daraufhin alles verlieren, um sich schlußendlich in den Allerwertesten zu beißen und sich zu schwören, niiiieee wieder...
Bei Frauen aber, dachte ich, hieße es Schlammcatchen *g*