Es kann keinen Frieden im Nahen Osten geben, solange Regierungen und von ihnen finanzierte Bewegungen Israel zerstören wollen und "heilige Kriege" gegen Demokratie, Gleichberechtigung, Säkularismus und ähnliche westliche "Zumuten" führen. Es ist leider so: manche Kriege sind nötig und müssen unterstützt werden. Dies war 2003 im Irak so, dies ist heute wieder so. Frieden ist etwas anderes als Waffen, die schweigen. Deshalb sollen die Europäer endlich aufhören, von Frieden zu reden, wenn sie Appeasement mit totalitären, antisemitischen Regierungen und Bewegungen meinen.
Wenn die Waffen sprechen ist es nötiger denn je, über politische Ziele zu sprechen. Krieg ist Politik mit anderen Mitteln, oder sollte es doch sein. Sagen wir also deutlich, was wir uns wünschen: Einen Nahen Osten mit offenen Grenzen, in dessen Mitte Israel liegt, ohne von seinen Nachbarn bedroht zu werden. Einen Nahen Osten, in dem man ohne Visa von Tel Aviv nach Teheran reisen kann. Eine Region, in der die Menschen von dem Reichtum leben, den die Natur ihnen geschenkt hat. Und nicht zuletzt: eine Region, in der gewählte Regierungen so gut oder schlecht für das Wohl oder Wehe ihrer Bürger sorgen, wie in anderen Teilen der Welt auch. Eine Region, in der Religion Privatsache ist und niemand um sein Leben fürchten muss, nur weil er als Jude, Christ, Kurde, Araber oder Schiit geboren wurde.
In der Zwischenzeit sind meine Gedanken bei all jenen in den Schutzräumen ausharrenden Israelis, Juden und Araber, die auf eine neue Nacht voller Raketenangriffe warten. Und bei all jenen, die im Libanon jahrelang gegen den Einfluss der Hizbollah mit gewaltfreien Methoden gekämpft haben und nun mit ansehen müssen, wie in Beirut die Bomben fallen.
Aus der Ferne lässt es sich leicht sagen: Es herrscht Krieg und er möge schnell und kurz sein, aber gewonnen, das soll er werden. Auf das Risiko hin von den Menschen in den Schutzräumen oder in Beirut als Schreibtischstratege kritisiert zu werden (sollten sie je diese Zeilen lesen): Einen faulen Frieden, wie ihn die Europäer wünschen, einen Frieden, der keiner ist, weil er keine Probleme löst, den wünsche ich niemandem. Möge man mich deshalb einen Bellizisten nennen.