Selbstverständlich sind wir in der Verantwortung. Unsere Verantwortung ist sogar als sehr groß einzustufen. Wer anderes denkt oder behauptet, übt sich in distanzabhängiger Ignoranz. Und selbstverständlich ist auch hier die Kirche in Verantwortung. Denn wenn eine Institution wie die Kirche stur den Gebrauch von Kondomen ablehnt und verteufelt, kommt dies einer Anordnung zum Selbstmord gleich. Viele afrikanische Länder sind ja missioniert worden und Verfechter der katholischen Konfession.
Aber auch die großen Pharmakonzerne stehen in der Verantwortung und sind aufgefordert, Anteil zu nehmen an einer flächendeckenden Versorgung dieser Region mit preiswerten Medikamenten. Aber da es dem profitstrebenden Denken des Managements widerspricht, ist das Interesse dieser Konzerne an einer solchen Handlungsweise nicht sehr groß. Meine persönliche Meinung ist, dass in diesem Fall eine Grundlage geschaffen werden muss, die entweder die Konzerne verpflichtet, selbtlos zu helfen, oder dass diese Medikamente unter Umgeheung des Copyrights preiswert in den betroffenen Ländern hergestellt werden dürfen. Ich sehe hier den Pharmakonzern als Einzelnen und das betroffene afrikanische Volk als Gesamtheit. Und hier würde zumindest nach dem Grundgesetz das Wohl des einzelnen dem Allgemeinwohl unterstellt.
Mal ein Wort zum Sextourismus von einem Vorredner: Es ist leider so, dass durch die einseitige Berichterstattung in Presse und Medien der Eindruck erweckt wird, dass der Sextourismus an der ganzen Misere Schuld ist. Das AIDS ein Weltenbummler ist,steht außer Frage, dass Menschen, die auf der Suche nach sexuellen Abenteuern sind, diese Krankheit verbreiten ist zu einem großen Teil richtig. Aber es darf auch nicht das folgende vergessen werden: Der Ursprung von AIDS, das HIV, kommt aus Afrika.
Nun mal etwas zur Verbreitung von AIDS in Thailand:
In Thailand arbeiten nur etwa 20% der Prostituierten in der Tourismusbranche, der Rest der Mädchen arbeitet in Teehäusern, Massagesalons und Provinzpuffs fern der von Touristen bevorzugten Ziele. DIe Infektionsrate bei den Prostituierten in der Tourismusbranche ist seit Jahren dank gezielter Kampagnen rückläufig und es ist mit Sicherheit auch ihren aufgeklärten Kunden zu verdanken, die sich der Verantwortung bewusst sind und Safer Sex praktizieren. Der Grad der Aufklärung der restlichen 80% ist gering, wenn sie darauf bestehen, dass ein Kunde Kondome benutzt, werden sie kaum eine Chance haben, dies durchzusetzen, im Gegenteil es wir Prügel geben wenn sie nicht gefügig sind.
Definitiv sieht es so aus, dass aus Unwissen, Ignoranz und Gewinnsucht der Betreiber solcher Provinzpuffs und deren Kunden die Prävention außen vorbleibt.
In Afrika verhält es sich mit der Aufklärung und Ignoranz wahrscheinlich ähnlich. Hinzu kommt wahrscheinlich noch, dass die Benutzung von Kondomen bzw. der Verzicht auf sie mit Kosten und Selbstwertgefühl zu tun hat.
Definitiv ist meine abschließende Meinung, dass jeder von uns in der Verantwortung steht.